Planungskredit

Gibt der Einwohnerrat grünes Licht für «Lenzburg21»?

Auf der Traktandenliste der Einwohnerratssitzung vom kommenden 6. Dezember steht ein Planungskredit über 1.26 Millionen Franken für das Projekt «Lenzburg21». (Archivbild)

Auf der Traktandenliste der Einwohnerratssitzung vom kommenden 6. Dezember steht ein Planungskredit über 1.26 Millionen Franken für das Projekt «Lenzburg21». (Archivbild)

Gibt der Einwohnerrat am 6. Dezember grünes Licht für den Planungskredit von 1.26 Mio. Fr., läuft die Realisation von «Lenzburg21» an.

Vor einem halben Jahr hat der Stadtrat öffentlich gemacht, die geplante Verwaltungszentrale im Hünerwadelhaus einrichten zu wollen. Zuvor war bekannt geworden, dass der Regierungsrat den KV-Standort Lenzburg per Ende Schuljahr 2020 schliesst.

Nun will der Stadtrat die Realisation seiner Pläne rasch vorantreiben. Der Zeitplan ist ehrgeizig: Im Sommer 2021 soll die neue Verwaltungszentrale bezugsbereit sein. In der Zwischenzeit muss das 2011 bereits für den Schulbetrieb sanierte Hünerwadelhaus wieder umgebaut und für den Verwaltungsbetrieb angepasst werden.

Auf der Traktandenliste der Einwohnerratssitzung vom kommenden 6. Dezember steht ein Planungskredit über 1.26 Millionen Franken für das Projekt «Lenzburg21». Unter diesem Begriff läuft das gesamte Umzugsprojekt der Lenzburger Stadtverwaltung.

In der Vorlage unterstreicht der Stadtrat, dass es um weit mehr als rein um die Konzentration der heute sehr heterogen aufgestellten Stadtverwaltung gehe. Die aktuell an neun Standorten verstreuten Verwaltungsabteilungen mit insgesamt 70 bis 80 Mitarbeitenden werden unter einem Dach zusammengeführt: Stadtkanzlei, Stadtplanung & Hochbau, Tiefbau & Verkehr, Finanzen, Betreibungsamt, Soziale Dienste, Regio-Steueramt, Zivilstandsamt, Einwohnerkontrolle, Tourismus sowie Verwaltungsleitung & Personal sollen in Zukunft vom einstigen Handelshauses am Freischarenplatz aus operieren.

Verwaltungsbetrieb effizienter gestalten.

Stadtbüro soll ins Parterre ziehen

Parallel zum Zentralisierungsprojekt strebt der Stadtrat eine «Prozess- und Aufgabenüberprüfung» der Stadtverwaltung an. Dieser Schritt wird damit begründet, dass die Bevölkerung Lenzburgs in den vergangenen Jahren um über 30 Prozent zugenommen hat. In dieser Zeit habe sich die Verwaltung organisatorisch, betrieblich und räumlich zwar weiterentwickelt, trotzdem seien die Verwaltungsabteilungen heute noch kaum miteinander vernetzt. Das soll sich ändern: Deshalb sei nun «ein grösserer Schritt notwendig», um die Verwaltung für die zukünftigen Anforderungen fit zu machen. Stichwort: neue Technologien. «Digitalisierung, eGovernment-Lösungen, sich laufend verändernde Kundenbedürfnisse sowie neue Kommunikationswege erfordern eine IT-Infrastruktur, welche rasch auf ein veränderndes Umfeld ausgerichtet werden kann», heisst es in der Vorlage zum Geschäft.

Im Visier des Stadtrats ist «eine funktionale, qualitativ hochwertige, agile Verwaltung». Der Stadtrat verspricht, im einstigen Handelshaus am Freischarenplatz «eine zentrale, kundenorientierte Anlaufstelle mit effizienten Abläufen» einzurichten. Als Dreh- und Angelpunkt für die Anliegen der Bevölkerung ist im Parterre des Hauses ein Stadtbüro vorgesehen.

Die Gesamtkosten für das Projekt „Lenzburg21“ belaufen sich auf gegen 6.7 Millionen Franken. Dieser Betrag setzt sich zusammen aus der nun beim Einwohnerrat beantragten Tranche von 1.26 Millionen Franken für die Planungsarbeiten „Fachplanung und Prozesse“, „Betrieb und IT-Architektur“ sowie „Change-Management und Kommunikation“. Für die Umsetzung dieser drei Teilprojekte sind 2.1 Millionen Franken veranschlagt. Bauplanung und Umbau des Hünerwadelhauses werden derzeit auf rund 3.3 Millionen Franken geschätzt.

Die Zukunft von Rathaus und Försterhaus ist noch offen.

Baubewilligungsverfahren ist für Sommer 2020 geplant

Was den zeitlichen Ablauf anbelangt, so ist vorgesehen, den Projektkredit dem Einwohnerrat am 14. Mai oder spätestens am 16. Juni 2020 vorzulegen. Das Baubewilligungsverfahren ist für Sommer 2020 geplant. Das letzte Wort darüber hat das Stimmvolk: Der Urnengang ist für den 27. September 2020 terminiert.

Sobald der Einwohnerrat den Planungskredit im Dezember genehmigt hat, wird die Grobkonzeption gestartet.

Was mit den freiwerdenden Liegenschaften nach Auszug der Verwaltungsabteilungen im Sommer 2021 passiert, ist im Moment noch offen. Über die Zukunft des Rathauses (im Besitz der Ortsbürgergemeinde) und den beiden Liegenschaften Försterhaus und Alte Post (im Besitz der Einwohnergemeinde) will der Stadtrat im Rahmen der geplanten Immobilienstrategie bis zur Vorlage des Projektkredits im Mai/Juni 2020 befinden.

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