Dürrenäsch
«Gestern noch geritten, heute schon mit Fritten»: Metzgerei sorgt mit Plakat für Aufruhr – Kunden: «sympathisch»

Über der Metzgerei Arn in Dürrenäsch hängt ein grosses Plakat, das für viel Gesprächsstoff sorgt. Die Pferdezuchtgenossenschaft findet es «billig», Witze auf Kosten von Tieren zu machen. Der Metzger selbst reagiert schnell.

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Die Grösse des Plakats ist ebenso auffällig wie der Slogan, der darauf prangt: «Gestern noch geritten, heute schon mit Fritten», steht da schwarz auf weiss. Das Transparent hängt über dem Eingang der Wildmanufaktur und Pferdemetzgerei Arn in Dürrenäsch. Und es sorgt für Aufregung, wie der Regionalfernsehsender Tele M1 berichtet.

«Aber nicht mit so einem Werbespruch»

Ursula Diebold, Geschäftsführerin der Pferdezuchtgenossenschaft Aargau sagt: «Es ist auch meiner Sicht billig, wenn man einen Spruch macht, der sich reimt auf Kosten eines Tiers.» Die Pferde sollten hier in Würde leben und auch sterben können – und danach auch mit Würde verzehrt, sagt Diebold: «Es ist gut, wenn man es konsumiert, da haben wir gar nichts dagegen. Aber nicht mit so einem Werbespruch.» Man sei nicht humorlos sagt sie weiter, hier werde aber eine Grenze des guten Geschmacks überschritten.

Bei den Kunden der Metzgerei hingegen kommt der neue Slogan gut an. Sympathisch, findet ihn eine Kundin und sagt in die Kamera: «Ist doch eine gute Werbung.» Eine andere sagt: «Ich finde, dass das ein witziger Spruch ist. Früher sagte man ja, das Pferd käme vom Grill – mit Kräuterbutter. Heute hat man einen neuen Slogan.»

Metzger hat das Plakat nicht aufgehängt

Dem Geschäft von Metzger Christoph Arn hat der Spruch also nicht geschadet – im Gegenteil scheinbar. Und dennoch hat er auch negative Rückmeldungen auf das neue Plakat erhalten, das er nicht einmal selbst aufgehängt hat: «Ein Kolleg hat mich damit überrascht.» Anfänglich habe er nicht einmal gewusst, wer es gewesen sei, habe es dann aber herausgefunden.

Arn hätte sich wohl am Plakat nicht gestört. Weil er aber keinen Streit mit den «Rösselern» will, handelt er noch während der Dreharbeiten des Fernsehteams. Christoph Arn nimmt das Plakat ab – und alles ist wieder wie vorher. Die Sache dürfte damit gegessen sein. (cri)

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