Zu einem Bad gehört Wasser. Doch im Hallenbad Seon sucht sich das Wasser einen eigenen Weg – und der lässt sich nicht immer nachvollziehen. Ab heute ist deshalb die geschlechtergetrennte Sauna im ersten Stock geschlossen.

Der Gemeinderat liess die seit längerem bekannten Feuchtigkeitsschäden im Hallenbad von einer Fachfirma abklären, wie er in einer Mitteilung festhält: «Das Ergebnis war bedauerlicherweise ernüchternd. Das Schadenmass muss als gross bezeichnet werden.»

Eimer im Badi-Café

Die Tatsache, dass offensichtlich bauliche Mängel im Hallenbad immer wieder zu Feuchtigkeitsproblemen führen, ist seit längerem bekannt. Am deutlichsten manifestieren sie sich an Decken und Wänden im Erdgeschoss. So mussten im Badi-Restaurant auch schon mal Eimer aufgestellt werden, um von der Decke tropfendes Wasser aufzufangen.

Der Gemeinderat will nun den Ursachen endgültig auf den Grund gehen. Er hat eine Spezialfirma mit einer «umfassenden Bestandesaufnahme» betraut. Aus diesem Grund ist ab heute das Obergeschoss mit der Damen- und Herren-Sauna, sowie Aussenduschen nicht mehr zugänglich. Die Abklärungen dauern «voraussichtlich drei bis vier Monate», die Besucher werden mit Anschlagplakaten beim Zugang informiert.

Nicht betroffen ist die gemischte Blockhaussauna, die ebenfalls sehr beliebt und gut frequentiert ist.

Fragezeichen zum Zeitpunkt

Vielen Saunagängern erschliesst sich der Grund nicht ganz, wieso die Untersuchungen gerade jetzt, in der Hauptsaison, erfolgen sollen, vor allem weil man in der Sauna selbst von den Wasserschäden wenig bis gar nichts bemerkt.

Hätte man mit der Schliessung nicht noch zwei, drei Monate zuwarten können? Antwort auf diese Frage weiss der für das Hallenbad zuständige Gemeinderat Erich Lüdi: «Schon der jetzige Schliessungstermin ist ein Kompromiss; eigentlich wollten wir schon zu Jahresbeginn schliessen. Es geht darum, noch grösseren Schaden zu vermeiden; die Wände sollen sich nicht noch mehr mit Wasser vollsaugen.»

Wie Lüdi gegenüber der az ausführte, werden in den nächsten Wochen und Monaten nicht nur die bekannten, augenfälligen Schadenstellen unter die Lupe genommen: «Wir untersuchen nun das ganze Hallenbad auf Schäden an der Infrastruktur.»

Dieser möglicherweise «einschneidende Schritt» soll die Grundlagen liefern zur Beantwortung der Grundsatzfrage, die schon seit einigen Jahren in Seon die Runde macht: Wie weiter mit dem Hallenbad? Antworten auf diese Frage sind gemäss Lüdi «frühestens im März oder April» zu erwarten.

Inzwischen wird auf der Forumsseite des Internetauftritts der Gemeinde Seon schon über die Zukunft des Hallenbads spekuliert: «Wenn wieder eine teure Reparatur notwendig wird, welche die Steuerzahler von Seon zu berappen haben, kommt das Hallenbad noch mehr in finanzielle Schwierigkeiten, als es jetzt schon ist. Es kann nicht sein, dass die Gemeinde Seon nur um des Prestiges willen ein Hallenbad unterhält, das notabene jedes Jahr ein von den Seoner Steuerzahlern zu finanzierendes grosses Defizit produziert.»