Vierfachmord Rupperswil
Gerichtspsychiater Frank Urbaniok geht von Wiederholungs-Tätern aus

Die Brutalität des vierfachen Tötungsdelikts in Rupperswil lässt Gerichtspsychiater Frank Urbaniok vermuten, dass die Täterschaft nicht zum ersten Mal ein derartiges Verbrechen beging. Und: Er geht explizit von mehreren Tätern aus.

Drucken

«Bei einer solch ausgeprägten Brutalität muss man davon ausgehen, dass die Täter nicht zum ersten Mal in dieser Weise auffällig wurden», sagt der bekannte Forensiker Frank Urbaniok gegenüber «TeleM1» zum Vierfachmord von Rupperswil. Und er er konkretisiert: «Es gibt eine grosse Chance, dass sie schon einmal in der einen oder anderen Form mit der Justiz im In- oder Ausland Kontakt hatten.»

Für ihn macht es deshalb auch Sinn, dass die Polizei nun auch mit Hilfe des internationalen Polizeinetzwerks Interpol nach Ähnlichkeiten bei Verbrechen im Ausland sucht.

Auch der Einsatz von Messern als Tatwaffe sei aussergewöhnlich. Urbaniok: «Es kann sein, dass die Täter keinen leichten Zugang zu Schusswaffen hatten, wie beispielsweise Jugendliche oder Raubtäter, die bisher keine Schusswaffen benutzt haben.»

Für ihn ist es auch klar, dass an dem Mord an der 48-jährigen Carla Schauer, ihren beiden Söhnen und der Freundin des älteren Sohnes vom Montag, 21. Dezember mehrere Täter beteiligt waren. Denkbar wäre beispielsweise, dass einer der Täter mit Carla Schauer zur Bank fuhr, um Geld abzuheben, während der andere bei den restlichen Opfern wartete.

31 Bilder
Schüler und Anwohner haben vor dem Haus Kerzen aufgestellt.
Schüler und Anwohner haben vor dem Haus Kerzen aufgestellt.
Schüler und Anwohner haben vor dem Haus Kerzen aufgestellt.
Die Feuerwehr rückte um 11.20 Uhr wegen eines Brands an der Lenzhardstrasse in Rupperswil aus.
Im linken Teil dieses Doppel-Einfamilienhauses hat es gebrannt.
Die Polizei fand darin vier Leichen.
Vor Ort ermitteln Spezialisten der Polizei, Rechtsmediziner und Vertreter der Staatsanwaltschaft zum Brand und der Todesursache der Opfer.
Roland Pfister, Sprecher der Aargauer Kantonspolizei, informiert die Medien.
Nicht nur die Medien sind wegen des Dramas in Rupperswil.
Das Unglück lockte auch zahlreiche Schaulustige an.
Drama in Rupperswil: Mehrere Tote nach Brand in Doppeleinfamilienhaus
Auch das Care-Team Aargau ist vor Ort.
Die Ermittler machen sich bereit, im Innern des Hauses die Spuren zu sichern
Die Feuerwehr ist mit einem Grossaufgebot vor Ort.
Roland Pfister, Sprecher der Kantonspolizei Aargau, informiert die anwesenden Medienschaffenden
Grossaufgebot in Rupperswil
Ein Grossaufgebot von Feuerwehr, Polizei und Ambulanz ist an der Lenzhardstrasse in Rupperswil im Einsatz.

Sandra Ardizzone

Doch wenn das so gewesen wäre, warum nutzte die 48-Jährige diese Gelegenheit dann nicht, um Alarm zu schlagen?

Frank Urbaniok: «Menschen, die in eine solche Situation geraten, befinden sich in einer existenziellen Extremsituation. Da gibt es ganz viele Überlegungen, die einem durch den Kopf gehen.» Es sei da viel leichter von Aussen zu sagen, was man dann besser getan hätte. «In einer solchen Situation sind Ratschläge oder gar Vorwürfe völlig fehl am Platz», so Urbaniok. (az)

Aktuelle Nachrichten