Region:

Gemeinsam gegen Stau und Schleichwege

Die Ammänner trotzten der klirrenden Kälte und besiegelten im Freien in der Personenunterführung beim «Müli-Märt» mit ihrer Unterschrift den Willen zum gemeinsamen Vorgehen: Otto Moser, Staufen, Daniel Mosimann, Lenzburg, und Jürg Link, Niederlenz (v.l.). str

Die Ammänner trotzten der klirrenden Kälte und besiegelten im Freien in der Personenunterführung beim «Müli-Märt» mit ihrer Unterschrift den Willen zum gemeinsamen Vorgehen: Otto Moser, Staufen, Daniel Mosimann, Lenzburg, und Jürg Link, Niederlenz (v.l.). str

Der Verkehr auf der wichtigsten Drehscheibe in der Region soll flüssiger werden. Darum wollen Lenzburg, Niederlenz und Staufen die Verkehrsentwicklung zusammen planen. Die Ammänner der drei Gemeinden haben eine Absichtserklärung unterzeichnet.

Der Verkehr auf der wichtigsten Drehscheibe in der Region soll flüssiger werden. Die drei Gemeinden Lenzburg, Niederlenz und Staufen wollen nun gemeinsam nach Lösungen suchen, wie der Verkehr an den Schnittstellen möglichst effizient von einem zum andern Ort geführt und wieder verteilt werden kann. An neuralgischen Stellen soll Stau vermieden und einem Ausweichen auf Schleichwege durch die Quartiere frühzeitig den Riegel geschoben werden. Dies gilt sowohl für den Schnell- als auch für den Langsamverkehr.

«Was künftig auf den Strassen der drei Gemeinden fährt, marschiert und sich vorwärtsbewegt, wird ein zentrales Thema und geht alle etwas an», unterstreicht der Lenzburger Verkehrsminister Martin Steinmann die geplante engere Zusammenarbeit der Nachbarn. «Es macht Sinn, wenn sich die drei Gemeinden zusammenraufen und die zukunftsgerichtete Verkehrsplanung gemeinsam an die Hand nehmen.»

Als Startschuss zur Kooperation unterzeichneten Stadtammann Daniel Mosimann und seine Amtskollegen Otto Moser aus Staufen und Jürg Link aus Niederlenz eine für die gemeinsame Ausarbeitung der im revidierten Baugesetz vorgesehenen Kommunalen Gesamtplanung Verkehr (KGV). Das Mobilitätskonzept ist eine wichtige Grundlagenarbeit für die neue Bau- und Nutzungsordnung der Gemeinden. Letztere ist von Staufen bereits gemacht worden. In Lenzburg und Niederlenz stehen diese Hausaufgaben noch an.

Innerkommunale Verbindungen

Was mit diesem Papier konkret angestrebt wird, erklärt Steinmann so: «Wir werden über das gesamte Gebiet der drei Gemeinden Fragestellungen klären, wie die Wohn- und Arbeitszonen erschlossen und miteinander zu verbinden sind. Welche Auswirkungen hat der Strassenbau auf den Verkehr? Wie viel Verkehr verträgt die Stadt?» In diesem Zusammenhang müssten die Verlängerung der Ringstrasse Nord wie auch die Verbindung von der Ammerswiler- zur Seonerstrasse diskutiert werden. Geklärt werden muss ebenfalls die Notwendigkeit einer neuen S-Bahn-Haltestelle oberhalb der Badi beim Bahnübergang Richtung Staufen. Und: Braucht Lenzburg ein Parkleitsystem? Wo wird der Langsamverkehr durchgeleitet? Wo werden die Radverbindungen durchgeführt und als Konsequenz davon: Wo werden die notwendigen Veloabstellplätze installiert?

Zur Vertragsunterzeichnung hat man sich bewusst an symbolträchtiger Stelle in der Personenunterführung beim «Müli-Märt» getroffen. Dort, wo sich auf zwei Ebenen die Hauptverkehrsadern von Nord nach Süd und West nach Ost treffen und kreuzen – also Richtung Innenstadt Lenzburg, Niederlenz, Staufen und ins Seetal – wurde der Meilenstein für die künftige Zusammenarbeit gelegt.

Positive Auswirkung auf Region

In einem ersten Schritt wird nun ein Planer gesucht, der das Projekt in fachlicher Hinsicht begleitet. Die eingegangenen Offerten sind anschliessend vom Einwohnerrat Lenzburg und in Niederlenz und Staufen an den Gemeindeversammlungen abzusegnen. Dies soll laut Steinmann in der zweiten Hälfte des laufenden Jahres geschehen. Die Kosten für die Vorarbeiten betragen 45 000 Franken und werden unter den Gemeinden aufgeteilt.

Diese Vereinbarung kann die Arbeiten der Kerngruppe Regionalplanung von «Lebensraum Lenzburg Seetal» begünstigen, ist Stadtammann Daniel Mosimann überzeugt: «Wenn sich der Verkehrsfluss in Lenzburg Richtung Autobahn verbessert, so hat das eine positive Auswirkung auf die Seetalgemeinden.»

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