Noch ist unklar, was mit dem Areal und den Gebäuden des Berufsbildungszentrums Niederlenz (ehemalige Gartenbauschule) passieren soll. Es wurde im Sommer nach 112 Jahren Betrieb geschlossen.

Die laufende Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) der Gemeinde Niederlenz soll dem Eigentümer, dem Dachverband Schweizerischer Gemeinnützigen Frauen (SGF), den Weg ebnen für eine neue Nutzung des Grundstücks. Die BNO-Revision zieht sich jedoch noch eine Weile hin, mit dem Mitwirkungsverfahren ist frühestens Ende 2019 zu rechnen. Bis zur Rechtskraft der neuen BNO dauert es noch länger. So lange will man beim SGF jedoch nicht warten und hat deshalb einen Immobilientreuhänder mit der Vermietung der Liegenschaften und der Freifläche der ehemaligen Gartenbauschule beauftragt. Geplant ist, die Zeit mit einer Zwischennutzung zu überbrücken, bis eine definitive Lösung für das Areal der Werke Niederlenz steht. «Wir rechnen mit einem Zeithorizont von fünf bis acht Jahren», sagt die beim SGF für die Liegenschaften zuständige Annemarie Haller.

Unbenutzte Häuser drohen rasch zu verfallen; das ist eine Binsenwahrheit. Einem solchen Schicksal der Gebäude wollen die Gemeinnützigen Frauen mit der geplanten Zwischennutzung für das einstige Internat, Schulhaus, Modeatelier ModeElle, Gewächshäuser etc. zuvorkommen. Dieser Schritt wird in Niederlenz denn auch sehr begrüsst. «Die Gemeinde hat grosses Interesse daran, dass an der prominenten Lage im Dorf keine Brache entsteht», sagt Gemeindeammann Jürg Link und hält fest, man sei mit dem SGF in Kontakt und über die Pläne informiert.

Landwirtschaftsfläche vergeben

Bereits verpachtet ist das Grundstück auf dem Altfeld vis-à-vis dem Sportplatz. Der Vertrag für das rund eine Hektare umfassende Landwirtschaftsland mit Ökonomiehalle und vier Folientunneln wurde vor wenigen Tagen unterschrieben. Pächterin ist die langjährige BBZ-Schulleiterin und Geschäftsleitungsvorsitzende Brigitte Vogel aus Lenzburg. Die Gewerbeschullehrerin betreibt hinter dem Gofi einen Bauernhof mit Schottischen Hochlandrindern, Wollschweinen, Eseln, Schafen, Geissen und Katzen. Für Brigitte Vogel ist dieses Vertragsverhältnis mit einigen Emotionen verbunden. «Ich war 1988 dabei, als das Altfeld zum SGF kam. Es ist immer noch eine grosse Verbundenheit da mit der Gartenbauschule, für die ich so viele Jahre gearbeitet habe.» Der Pachtvertrag für das Altfeld wurde für sechs Jahre unterschrieben.

Bisherige Mietverträge laufen weiter

Offiziell beginnt die Pacht am 1. Januar 2020. Schon heute weiden jedoch Vogels Walliser Schwarznasenschafe auf der Wiese. Bis zum Pachtbeginn bewirtschaftet Brigitte Vogel das Land im Auftrag der heutigen Pächterin, Jardin Suisse Aargau. Aktuell bestehen noch Mietverträge mit dem Aargauischen Turnverband und Jardin Suisse Aargau für die Nutzung von Schulräumen. Diese Verträge bleiben bestehen.

Obwohl die Gebäude auf dem Areal alt und sanierungsbedürftig sind, strebt der Dachverband SGF laut Haller «eine Zwischennutzung mit dem bestehenden Raum- und Landprogramm im BBZ» an. «Investitionen werden nur soweit getätigt, als sie für die Vermietung notwendig sind.»

Altfeld-Pächterin Brigitte Vogel, Zentralpräsidentin Béatrice Bürgin und Annemarie Haller, bei den Gemeinnützigen Frauen zuständig für Liegenschaften (v.l.). Alex Spichale

Altfeld-Pächterin Brigitte Vogel, Zentralpräsidentin Béatrice Bürgin und Annemarie Haller, bei den Gemeinnützigen Frauen zuständig für Liegenschaften (v.l.). Alex Spichale