Jubiläum

Gemeinnützige Kulturgesellschaft Lenzburg ist eine der Eifrigsten im Kanton

Regierungsrätin Susanne Hochuli bei ihrer Festansprache an der 200-Jahr-Feier der Kulturgesellschaft Lenzburg.

Regierungsrätin Susanne Hochuli bei ihrer Festansprache an der 200-Jahr-Feier der Kulturgesellschaft Lenzburg.

Die gemeinnützig tätige Kulturgesellschaft Bezirk Lenzburg feierte 200. Geburtstag. Regierungsrätin Susanne Hochuli sprach als Festrednerin von der sozialpolitischen Planung des Kantons.

Nach seiner Gründung 1803 hatte der junge Kanton Aargau noch genug mit sich selber zu tun. In der allgemeinen Aufbruchstimmung spielte die Privatinitiative auf gemeinnütziger Basis eine grosse Rolle.

Fast alles, was heute unser Sozialstaat besorgt, gründet auf der Tätigkeit der 1811 gegründeten «Gesellschaft für vaterländische Cultur», welche die Hilfe zur Selbsthilfe mündiger Bürger zum Ziel hatte.

Als Aargauische Gemeinnützige Gesellschaft wurde 2011 das 200-Jahr-Jubiläum gefeiert. Schon bald bildeten sich Bezirksgesellschaften mit ausgeprägtem Eigenleben.

1815 wurde die Kulturgesellschaft Lenzburg gegründet. Sie blieb dem ursprünglichen Namen der Muttergesellschaft treu, aus heutiger Sicht mit Recht, denn sie investiert nach wie vor einen grossen Anteil in eine vielfältige Kulturförderung.

Festrednerin Susanne Hochuli

«Auch heute gibt es uns noch, ist gemeinnütziges Engagement unverzichtbar in einem tragenden Gemeinwesen», hielt Präsident Pfarrer Christoph Weber-Berg an der Jubiläumsfeier in Lenzburg fest. Denn auch mit steigendem Wohlstand sind viele neue Aufgaben dazu gekommen: «Selbst der Sozialstaat kann nicht alle Menschen auffangen, die durch die Maschen fallen.»

«Ist der Aargau auch heute noch der fortschrittliche Kanton, der er in den Gründerzeiten war?» fragte sich Regierungsrätin Susanne Hochuli als Festrednerin. An der Symbiose von Gemeinsinn und Staat als Basis einer funktionierenden Gesellschaft habe sich nichts geändert, und es sei faszinierend, dass just zum Zeitpunkt der 200-Jahr-Feiern Gemeinnütziger Gesellschaften der Kanton die sozialpolitische Planung angeht: «Der Entwurf einer Sozialpolitik, die sich am Individuum, seinen Ressourcen, sein Leben eigenständig und eigenverantwortlich zu führen, an seinem Beitrag und seiner Teilhabe an der Gesellschaft orientiert.»

Strategien sind Förderung sozialer Vernetzung und gesellschaftlicher Teilhabe sowie gute sozialräumliche Entwicklung. Hochuli wünscht sich im «Kulturkanton» mehr staatliche Subisidiarität und mehr privaten Vorrang.

Vielfältige Vergabungen

Die Kulturgesellschaft Lenzburg galt bald nach der Gründung als «eine der eifrigsten im Kanton» (Emil Zschokke). Die Tätigkeit umfasste die Förderung der Landwirtschaft, Sonntagsschule für junge Berufsleute und Handwerkerschule.

In neuerer Zeit wurden die Altersheime Wildegg (Villa Isler, 1985 dem Alterszentrum Chestenberg geschenkt) und Seon (heute als Aufnahmeheim für Jugendliche vermietet) geführt. Eine Pionierleistung war die Erziehungsberatungsstelle von 1946 bis 1985.

Jüngst wurden unter anderem der Neubau des Vereins «Wohnen 16 plus» als Lehrlingsunterkunft, das «Netzwerk Alltag» und «Integration Aargau» für Frauen mit Migrationshintergrund unterstützt.

Zur Kulturförderung zählen Beiträge an Schülerbibliotheken, musikalische Veranstaltungen (300 «Seoner Solistenabende»), das Museum Burghalde (Rückkauf Hallwyler Missale).

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