Was geschieht mit der rund 1,4 Hektar grossen Fläche des Berufsbildungszentrums Niederlenz (BBZ) und einstigen Gartenbauschule im Dorfzentrum? Diese Frage hängt seit der Schliessung der Werkstätten im vergangenen Sommer in der Luft.

Nun kündigt die Grundstückeigentümerschaft, der Dachverband Schweizerischer Gemeinnütziger Frauen (SGF), in einer gemeinsamen Mitteilung mit dem Gemeinderat Niederlenz an, jetzt vorwärtsmachen zu wollen. Der SGF sei bereit, offen über verschiedenste Lösungsvarianten zu diskutieren, heisst es – allerdings mit der Einschränkung, dass die definitive Lösung über die Verwendung des Grundstücks den Statuten des SGF zu entsprechen habe.

SGF braucht Geld

Diese Absicht des SGF lässt, was die Zukunft des Areals anbelangt, doch einigen Spielraum offen. Klar ist jedoch, dass die Gemeinnützigen Frauen finanzielle Mittel benötigen. Im Schreiben, in welchem der Zentralvorstand seinen Mitgliedern im Frühling 2016 ankündigte, die Trägerschaft der Werke in Niederlenz auflösen zu wollen, hielt er fest, dass man nach einer nachhaltigen Lösung suchen wolle, «die ausserdem die finanzielle Situation des SGF deutlich verbessern könnte».

Ist also davon auszugehen, dass für den SGF der Verkauf des Areals bereits beschlossene Sache ist? Annemarie Haller, beim SGF für das Ressort Liegenschaften zuständig, winkt ab: «Wir können nicht im Voraus planen. Es ist uns zudem wichtig, dass die Gemeinde Ja sagt, zu dem, was der SGF in Niederlenz macht.» Was die Interessen des Dachverbands bezüglich des früheren BBZ-Areals anbelangt, so macht Haller jedoch deutlich: «Liegenschaftshandel gehört nicht zu den statuarisch festgelegten Zweckbestimmungen des SGF.»

Fakt ist: Das 13'700 Quadratmeter grosse Grundstück liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Schulareal Rössligasse. Rund 80 Prozent der Fläche liegen in der Zone für öffentliche Bauten. Welche Interessen verfolgt also die Gemeinde Niederlenz bei den kommenden Gesprächen? Dazu sagt Ammann Jürg Link: «Mit Blick auf die längerfristige Entwicklung der Gemeinde muss sich Niederlenz gut überlegen, wie viel öffentliche Zone im Dorfzentrum geschaffen werden soll.» Link verweist dabei auf die laufende Revision der Bau- und Nutzungsordnung.

Das Areal liegt an strategisch optimaler Lage im Dorfzentrum von Niederlenz. Was die Pläne des Gemeinderats anbelangt, lässt sich Ammann Link im Moment nicht weiter in die Karten blicken. Etwas sibyllinisch erklärt er: «In den Gesprächen wollen wir die Bedürfnisse der Gemeinde Niederlenz mit denjenigen des SGF abgleichen und konkrete Entscheidungsgrundlagen schaffen, was mit dem 1,4 Hektar grossen Grundstück in Zukunft passieren soll.» Das letzte Wort habe anschliessend jedoch der Souverän.

Keine Brache

Bis eine neue Lösung gefunden ist, will der SGF dafür besorgt sein, dass das Areal nicht zu einer Brache verkommt. «Im Rahmen seiner Möglichkeiten setzt der SGF alles daran, dass das einstige BBZ nicht verludert», sagt Haller. Dazu gehört auch, dass der SGF im Herbst ankündigte, die bestehende Infrastruktur vorübergehend vermieten zu wollen. Laut Annemarie Haller sind die Gewächshäuser der Gartenbauschule teilweise zeitlich befristet vermietet. Für die Räume des einstigen Mode-Ateliers gebe es verschiedene Interessenten.

Veränderungen stehen auch im Schulhaus an: Zum letzten Mal werden in den Räumen künftige Zierpflanzengärtner auf die Abschlussprüfung vorbereitet. Zudem hat der kantonale Gärtnerverband Jardin Suisse Aargau das langjährige Mietverhältnis per Ende Jahr gekündigt. Er wird seine Weiterbildungskurse künftig in Birr durchführen. Einzig der Mietvertrag mit dem Aargauer Turnverband läuft im Moment weiter. Die Turner haben jedoch Neubaupläne. In Lenzburg soll neben der Traitafina bis 2021 ein Turnzentrum entstehen.