Gemeinderatskandidat
In der Freizeit restauriert er Phonographen – nun will Raymond Imboden Rupperswil auf Vordermann bringen

In Rupperswil will die SVP ihre zwei Sitze im Gemeinderat verteidigen. Neu antreten wird Ortsparteipräsident Raymond Imboden (61). Der Unternehmer setzt dabei etwa auf bessere Busverbindungen.

Larissa Gassmann
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Gemeinderatskandidat Raymond Imboden (SVP) mit Frau Barbara und Malteser Siva vor seinem Alterswohnsitz im Garten.

Gemeinderatskandidat Raymond Imboden (SVP) mit Frau Barbara und Malteser Siva vor seinem Alterswohnsitz im Garten.

Chris Iseli

Wo die Vergangenheit mit Haut und Haar spürbar ist, da fühlt sich Raymond Imboden wohl. Auf dem Dachboden, zwischen Phonographen, Grammophonen und Radios, geht der 61-Jährige seinem liebsten Hobby nach: dem Restaurieren. Nun will Imboden nebst den Gerätschaften gleich ganz Rupperswil auf Vordermann bringen. Wichtig ist ihm dabei, dass Rupperswil als attraktiver Wirtschaftsstandort wahrgenommen wird. «Dafür müsste der öffentliche Verkehr besser funktionieren», sagt er.

Obwohl das Dorf stark wachse und der Standort optimal sei, gebe es nur einen Bus nach Hunzenschwil. Davon betroffen sei vor allem der untere Teil des Dorfes. Sollte er nicht gewählt werden, so werde er sich um eine entsprechende IG kümmern. Aufgewachsen ist der Inhaber der Spenglerei imbodenbau AG in Tägerig, hierhergezogen ist er vor zehn Jahren der Liebe wegen. Seit 2019 ist er Präsident der Ortspartei, bereits zuvor hat Imboden über eine Kandidatur nachgedacht, der Zeitpunkt habe aber nicht gepasst.

Grosskampf um Rupperswiler Gemeinderatssitze

Kaum je waren die Wahlen in Rupperswil so spannend wie jetzt: Wer wird in zwei Wochen Nachfolger von Gemeindeammann Ruedi Hediger (SVP)? Es gibt ein Duell: Die AZ hat Mirjam Tinner (parteilos, bisher) und Reto Berner (parteilos, neu) bereits porträtiert. Heute werden die drei Neuen präsentiert: Fabian Wildi (parteilos), Raymond Imboden (SVP) und Raphael Wyder (SVP). Die SVP möchte ihre beiden Sitze verteidigen. Doch das wird bei sieben Kandidaten schwer. Von den Bisherigen treten neben Mirjam Tinner auch Daniel Marti (Die Mitte) und Jasmin Bühler ( FDP) wieder an.

Mit seinem Stiefsohn Andreas Hochuli, dem er dereinst das Geschäft übergeben möchte, habe er nun einen guten Stellvertreter gefunden. Er sei daher bereit, das Amt mehrere Jahre auszuführen. «Weil ich hier ein Geschäft und Angestellte habe, habe ich eine gewisse Verantwortung. Deswegen möchte ich dem Dorf gerne etwas mitgeben», sagt Imboden.

Mit dem Gemeindehaus-Umbau nicht einverstanden

Er selbst bezeichnet sich als Macher. «Es gaht nöd, das gits nöd», sagt er. Obwohl er nicht von Kindsbeinen an hier gewohnt hat, habe er dank Kunden und Vereinskollegen schnell erfahren, «wie die Wünsche und Sorgen der Bürger aussehen». Was die «gesunden Gemeindefinanzen» betrifft, für die er einsteht, gebe es etwa Projekte, mit denen er nicht einverstanden sei.

Dazu gehört der Umbau des Gemeindehauses: Reichen würde in Coronazeiten eine «Softsanierung», so Imboden. An Rupperswil gefallen würde ihm derweil, dass es so viel zu bieten hat: «Dazu gehört der Zusammenhalt im Dorf, die Vielfalt an Vereinen und das wunderschöne Naherholungsgebiet im Auenpark», sagt Imboden. «Wir haben hier fast alles was es braucht.»

Umgeben von seinen Schätzen: Das «Museum» ist nicht öffentlich, Interessierten gebe er aber gerne eine kleine Führung, so Imboden.

Umgeben von seinen Schätzen: Das «Museum» ist nicht öffentlich, Interessierten gebe er aber gerne eine kleine Führung, so Imboden.

Larissa Gassmann

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