«Es wurde schon viel über Schulraum gesprochen», sagte Gemeinderätin Esther Erismann an der Informationsveranstaltung über Um- und Erweiterungsbauten der Schulanlage Schafisheim. Und so wie es aussieht, ist auch nach dem gut besuchten Anlass vom Montag das letzte Wort noch nicht gesprochen.

Der Gemeinderat, unterstützt von Architekten und Fachplanern, legte fünf mögliche Varianten vor: Zwar liegen sie alle deutlich unter dem ursprünglichen, als zu teuer befundenen Vorschlag. Doch jetzt sind sich Gemeinderat und Schulpflege nicht mehr einig. Die vom Gemeinderat beantragte Lösung für den Bau des ab kommendem Schuljahres notwendigen neuen Schulraums wird von der Schulpflege nicht gestützt. An der Wintergmeind am 27. November ist deshalb mit einer lebhaften Diskussion zu rechnen. Weshalb kam es soweit?

Gegen das im Sommer 2014 in einem Wettbewerb erkorene Siegerprojekt «Lena» wurde im Winter öffentlich Kritik laut: Die 11,5 Millionen Franken seien zu teuer, hiess es. Daraufhin hat der Gemeinderat die angesetzte ausserordentliche Gemeindeversammlung vom März abgesagt und ist nochmals über die Bücher gegangen: Das Resultat seiner Überlegungen hat er nun in fünf Alternativen präsentiert. Und zwar mit einer um einen Drittel abgespeckten «Lena»-Variante (A), einer Kombination aus Teilen des «Lena»-Projekts und einem Pavillon (B) und drei reinen Pavillon-Möglichkeiten (C bis E). Die Kostenschätzungen der Projekte bewegen sich zwischen 6,4 Mio. und 8,4 Mio..

Der Gemeinderat empfiehlt die Umsetzung von Variante A für 7,4 Mio. Franken. Dafür beantragt er an der Gemeindeversammlung einen Projektierungskredit von 570 000 Franken.

Gegenüber dem um vier Millionen teureren Wettbewerbsprojekt wird auf eine Verbindung vom gelben zum blauen Schulhaus sowie auf 4,5 Klassenzimmer und 5,5 zusätzliche Räume verzichtet. Der Gemeinderat begründet den Entscheid mit einem tieferen Aufwand bei der Sanierung des gelben Schulhauses bei einer gleichzeitig einhergehenden Aufstockung und macht ökologische Gründe geltend. «Zudem wird keine zusätzliche Fläche verbaut», sagte Ammann Dölf Egli.

Die Schulpflege ist gegen diese Lösung. Auch das überparteiliche Komitee für gesunde Schafisheimer Finanzen. Dort ist man der Meinung, zukunftsgerichtete Schulräume wären auch für 5 Millionen zu haben. «Das Komitee bevorzugt Variante B», sagte Sprecher Bruno Schmid. Man werde über diesen Vorschlag an der Gmeind diskutieren müssen. Das Komitee unterstützt damit die von der Schulpflege favorisierte Lösung B (siehe Interview).

Ursula Schmid: «Das Projekt sah zu viele Abstriche vor» Ruth Steiner Beim Wettbewerbsprojekt «Lena» waren sich Gemeinde und Schulpflege noch einig. Jetzt gehen die Meinungen auseinander: Die Schulpflege plädiert für Variante B, mit Anbau an das blaue Schulhaus und einem Pavillon. Diese Lösung gewährleiste eine höhere Kostensicherheit, heisst es. Frau Schmid, weshalb ist die Schulpflege mit der von der Gemeinde empfohlenen Variante A (Aufstockung des gelben Schulhauses) nicht einverstanden? Die Schulpflege ist der Meinung, dass der Schulbetrieb bei den Bauarbeiten erheblich gestört würde. Die Übergangslösung mit sechs Provisorien ist teuer und kompliziert. Zudem ist das Endresultat dieser Variante unbefriedigend. Das Ursprungsprojekt «Lena» sah ebenfalls einen Aufbau vor. Dieses hat die Schulpflege befürwortet. Als sich herausstellte, dass «Lena» aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden kann, mussten zu viele Abstriche am Projekt gemacht werden, dass es für uns und die Schulleitung nicht mehr gestimmt hat. Nun wird weniger Schulraum gebaut. Werden die Bedürfnisse der Schule so noch gedeckt? Ja, wir haben es geschafft, uns mit der Situation zu arrangieren, und konnten so eine gute und zukunftsgerichtete Lösung erarbeiten. Die Elementbauweise des Pavillons bietet je nach Bedarf grosse Flexibilität für sich verändernde Anforderungen.

Interview

Ursula Schmid: «Das Projekt sah zu viele Abstriche vor» Ruth Steiner Beim Wettbewerbsprojekt «Lena» waren sich Gemeinde und Schulpflege noch einig. Jetzt gehen die Meinungen auseinander: Die Schulpflege plädiert für Variante B, mit Anbau an das blaue Schulhaus und einem Pavillon. Diese Lösung gewährleiste eine höhere Kostensicherheit, heisst es. Frau Schmid, weshalb ist die Schulpflege mit der von der Gemeinde empfohlenen Variante A (Aufstockung des gelben Schulhauses) nicht einverstanden? Die Schulpflege ist der Meinung, dass der Schulbetrieb bei den Bauarbeiten erheblich gestört würde. Die Übergangslösung mit sechs Provisorien ist teuer und kompliziert. Zudem ist das Endresultat dieser Variante unbefriedigend. Das Ursprungsprojekt «Lena» sah ebenfalls einen Aufbau vor. Dieses hat die Schulpflege befürwortet. Als sich herausstellte, dass «Lena» aus finanziellen Gründen nicht realisiert werden kann, mussten zu viele Abstriche am Projekt gemacht werden, dass es für uns und die Schulleitung nicht mehr gestimmt hat. Nun wird weniger Schulraum gebaut. Werden die Bedürfnisse der Schule so noch gedeckt? Ja, wir haben es geschafft, uns mit der Situation zu arrangieren, und konnten so eine gute und zukunftsgerichtete Lösung erarbeiten. Die Elementbauweise des Pavillons bietet je nach Bedarf grosse Flexibilität für sich verändernde Anforderungen.