Region
Gemeindeorganisation Lebensraum Lenzburg erhöht Abgabe pro Person

Die Organisation Lebensraum Lenzburg Seetal erhöht mit dem Budget 2015 den Beitrag im dritten Betriebsjahr pro Einwohner von Fr. 3.50 auf Fr. 5.–. Zudem soll 2015 ein Sponsoringkonzept ausgearbeitet werden.

Fritz Thut
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Blick vom Eichberg über den «Lebensraum Lenzburg-Seetal»

Blick vom Eichberg über den «Lebensraum Lenzburg-Seetal»

Fritz Thut

Langsam entwächst die Gemeindeorganisation Lebensraum Lenzburg Seetal (LLS) den Kinderschuhen. Mit diesem Argument wurde an der Vorstandssitzung in Schafisheim die Erhöhung des Beitrages der einzelnen Gemeinden begründet. Im dritten Betriebsjahr steigt die Abgabe pro Einwohner von Fr. 3.50 auf Fr. 5.–

Dieser Sprung wirkt – auch angesichts der immer angespannteren Finanzlage von vielen der 23 Mitgliedgemeinden – recht hoch, doch überraschend kam der Antrag des Ausschusses nicht. Ursprünglich habe man im Vorfeld der Gründung erwähnt, dass die Erhöhung auf einen Fünfliber pro Einwohner schon im zweiten Jahr nötig sein werde.

Fast 280 000 Franken fliessen nun im nächsten Jahr aus dieser Quelle in den «Lebensraum». «Diesen Betrag brauchen wir, um unsere Arbeit voranzutreiben», begründete der Lenzburger Stadtammann Daniel Mosimann als LLS-Präsident die eigentlich unbestrittene Erhöhung.

Kein Einfrieren der Beiträge

Etliche Gemeindevertreter störten sich höchstens an der zu späten Mitteilung. In vielen Gemeinden war der Budgetprozess bereits in vollem Gang oder schon abgeschlossen, als die entsprechende Avis eintraf.

Um ähnliche Überraschungen in Zukunft auszuschliessen und um eine gewisse Konstanz beim Aufwand zu erreichen, stellte Rupperswil den Antrag, den Beitrag nun für fünf Jahre bei 5 Franken «einfrieren» zu lassen. Da Rupperswil der Sitzung entschuldigt fernblieb, wurde der Antrag einstimmig abgelehnt. «So sind wir nicht eingeschränkt; der Vorstand kann ja jedes Jahr im Rahmen der Budgetberatung frei über den Beitrag entscheiden», so Mosimann.

Immerhin wurde zugesichert, in künftigen Jahren die Gemeinden frühzeitig (vor den Sommerferien) zu informieren, wenn sich eine Beitragsänderung abzeichnet.

Begründet wurde der höhere Finanzbedarf mit dem grösseren Aufwand der Geschäftsstelle (Erhöhung des Pensums von Geschäftsleiter Jörg Kyburz von 50 auf 60 Prozent plus Beizug von Sekretariatsdienstleistungen von 30 bis 40 Stellenprozenten) und den vermehrten Aktivitäten der verschiedenen Kerngruppen.

Sponsoringkonzept gefordert

Nach der LLS-Startphase wird jetzt in allen vier Bereichen intensiv gearbeitet, wie den zusammen mit dem Budget abgesegneten Arbeitsprogrammen zu entnehmen ist.

Dabei hat die Kerngruppe Wirtschaft in den nächsten Monaten besonders viel vor. Hier geht es darum, die Projekte «Wirtschaftsforum Lenzburg Seetal», «Schüler sucht Beruf» und «Tischmesse» umzusetzen. Für diese drei Projekte hat man Fördergelder im Rahmen der Neuen Regionalpolitik (NRP) des Bundes total 76 000 Franken zugesichert erhalten.

Aus der gleichen Kerngruppe kam an der Vorstandssitzung die Forderung, 2015 ein Sponsoringkonzept ausarbeiten zu lassen. Man habe das Fuder nicht überladen wollen, begründete Präsident Mosimann das Fehlen dieses Vorhabens auf dem offiziellen Arbeitsprogramm. Immerhin wurde eine Höher-Priorisierung versprochen.

Ein Vorhaben der Kerngruppe Politik dient ebenfalls der Steigerung der LLS-Präsenz in der Öffentlichkeit: Analog zum bewährten «Altersheim-Finder» soll der Internet-Auftritt um einen «Kita-Finder» ergänzt werden.

Stand mit Politikern und eine Podiumsdiskussion

In den nächsten Wochen präsentiert sich der «Lebensraum Lenzburg Seetal» (LLS) gleich zweimal dem breiten Publikum. An den Gewerbeausstellungen in Seengen und Lenzburg ist der Gemeindeverband je mit einem Stand präsent, der mit Gemeindeammännern und -räten besetzt ist. Zudem finden an beiden Anlässen öffentliche Podiumsdiskussionen zu aktuellen Themen der Region statt. An der Seetaler Gewerbeausstellung (Sega) in Seengen vom 10. bis 12. Oktober wird zudem eine Meinungsumfrage zum Thema Radroute rund um den Hallwilersee durchgeführt. Unter den Teilnehmern wird am Sonntagnachmittag ein Velo verlost. Um die angedachte Radroute um den See geht es am Samstag, 11. Oktober, um 16 Uhr bei der Podiumsdiskussion. Unter der Moderation von «Lebensraum»-Geschäftsleiter Jörg Kyburz diskutieren Gabi Lauper (Leiterin Kerngruppe Regionalplanung LLS), Benno Stocker (Co-Präsident Landschaftsschutzverband Hallwilersee), Gianni Asquini (Gemeinderat Seengen und Präsident Seeuferschutzkommission), Werner Stutz (Inhaber Radsport Stutz Fahrwangen), Peter Lenzin (Gemeindeammann Beinwil am See), Ueli Haller (Gemeindepräsident Meisterschwanden, Geschäftsführer Schifffahrtsgesellschaft Hallwilersee).
An der Lenzburger Gewerbeausstellung (Lega) vom 24. bis 26. Oktober dreht sich die Podiumsdiskussion um Verkehrsfragen (Knoten Neuhof, Netzstrategie Seetal, Coop-Neubau in Schafisheim). Die Teilnehmer stehen noch nicht alle fest. (tf)