Gewalt

Gemeinden: Kein direkter Zutritt mehr in die Büros

Der direkteer Zutritt wird Fremden in Zukunft verwehrt.

Der direkteer Zutritt wird Fremden in Zukunft verwehrt.

Die Behörden wollen ihre Mitarbeiter besser schützen. Dazu will die Gemeinde Othmarsingen einen neuen Empfangsschalter einweihen.

Letzte Woche griff eine 47-jährige Schweizerin eine Betreibungsbeamtin im Gemeindehaus Seengen tätlich an. Auch auf der Verwaltung in Othmarsingen ist es in letzter Zeit in verschiedenen Büros zu Bedrohungen und Übergriffen gekommen.

Im Zusammenhang mit der Sanierung des Gemeindehauses befasst sich die Gemeinde deshalb mit der Sicherheit ihrer Mitarbeiter.

Alarmknöpfe reichen nicht

Offene Türen zur Gemeindekanzlei, Einwohnerkontrolle und Arbeitsamt, sowie Steueramt und Finanzverwaltung sind hier bisher die Regel. Besucher können ungehindert und ohne Anmeldung eintreten.

In den Büros gibt es zwar Stehschalter, welche das Büro vom Kundenbereich trennen, trotzdem können Besucher problemlos ins Büro eindringen.

In den Einzelbüros im Finanz-, Steuer- und Sozialbereich besteht zudem kaum eine Möglichkeit, Arbeitskollegen in anderen Büros oder auf einem anderen Stockwerk auf eine Bedrohungssituation aufmerksam zu machen. Die Büros sind zwar mit Rufschaltern ausgerüstet, die im Notfall gedrückt werden können.

«Wenn einen jemand niederschlägt, könnte es sein, dass man gar niemanden mehr alarmieren kann», sagt Steueramtsvorsteherin Rahel Holliger. «Gerade beim Steueramt kann es vorkommen, dass die Leute einfach ihren Frust ablassen wollen.» Trotzdem bleibt man im Gemeindehaus Othmarsingen kundenorientiert.

An der Türe zum Steueramt hängt ein Schild «Bitte eintreten». Ohne das Schild würden die Kunden vor der Türe warten. Dafür käme nun manchmal jemand herein, wenn schon ein Kunde am Schalter stehe, sagt Rahel Holliger. «Ich bitte sie dann, draussen zu warten.» Denn auch die fehlende Diskretion ist problematisch.

Heikel seien auch Situationen, in welchen Rahel Holliger den Raum verlassen muss, um etwas zu kopieren und die Besucher unbeobachtet bleiben.

Nur noch mit Schlüssel ins Büro

Gemeindeammann Fritz Wirz ist die Sicherheit der Gemeindeangestellten ein Anliegen. Das Verwaltungsgebäude entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen.

Man könne in heiklen Fällen zwar die Polizei alarmieren, aber bis diese vor Ort sei, könne es länger dauern, so Wirz. Im Rahmen der Sanierung des Gemeindehauses plant man deshalb einen Aussen-Stehschalter als erste Anlaufstelle für Besucher.

Diese hätten dadurch keinen direkten Zugang mehr zu den Büros. Für längere Gespräche oder Treffen mit mehreren Personen stehen Sitzungszimmer zur Verfügung. Der Zutritt zu den Büroräumlichkeiten soll neu nur noch mit Schlüssel möglich sein.

Weiter ist geplant die Büros miteinander zu verbinden, sodass es insbesondere im Finanz-, Steuer- und Sozialbereich keine Einzelbüros mehr gibt. Damit wären die Sicherheits- und Diskretionsanforderungen abgedeckt.

Bis es so weit ist, dauert es allerdings noch eine Weile. An der Gemeindeversammlung von nächster Woche entscheiden die Stimmbürger zunächst über einen Projektierungskredit, der Kredit für den Umbau soll im Sommer 2011 an die «Gmeind» kommen.

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