In den vergangenen 20 Jahren ist Rupperswil rasant gewachsen: Die Bevölkerungszahl nahm um fast 50 Prozent oder 1740 Personen zu. Per Ende 2018 wohnten knapp 5500 Menschen im Dorf. In Zukunft strebt die Gemeinde ein massvolles Wachstum an. Gemäss dem 2015 erarbeiteten «Räumlichen Leitbild Rupperswil 2040» soll das Dorf bis 2030 maximal 6500 Einwohner zählen. Gleichzeitig fordert der kantonale Richtplan eine Auszonung von Bauland. Wo die zusätzlichen 1000 Menschen Platz haben sollen und welches Land ausgezont wird, hat der Gemeinderat in der revidierten Bau- und Nutzungsordnung (BNO) festgelegt. Sie liegt bis zum 10. Juli öffentlich auf.

Schon länger bekannt ist, dass das knapp 3 Hektaren umfassende Gebiet «Suret» südlich der Bahnlinie am westlichen Dorfrand ausgezont wird. Die revidierte BNO sieht zudem vor, weitere 0,27 Hektaren im Gebiet «Kretenweg» und 0,06 Hektaren entlang des Bachs im Gebiet «Unterdorf A» auszuzonen – beides sind unerschlossene, landwirtschaftlich genutzte Gebiete.

Gemäss Planungsbericht will Rupperswil die zusätzlichen Einwohner unter anderem auf den nach der Auszonung noch vorhandenen Baulandreserven von 25,6 Hektaren unterbringen, beispielsweise im «Breechli» im Rotholz, im Gebiet Teilstock/Langäcker oder auf den kleineren Baulandparzellen, die im ganzen Dorf verteilt sind. Zudem will Rupperswil das Potenzial zur Innenentwicklung im Zentrum rund um den Bahnhof sowie in den Gebieten Schützenstrasse/Gartenstrasse und Dorfstrasse/Mitteldorf vermehrt ausnützen. Deshalb wird in der revidierten BNO die Kernzone aufgelöst und es werden die neuen Zentrumszonen 1 und 2 in Bahnhofsnähe mit Sondernutzungsplanpflicht und einer höheren Ausnützungsziffer geschaffen.

Damit soll ein attraktives, lebendiges Zentrum mit einem Grossverteiler entstehen. In der Zentrumszone 1 sind höhere Gebäude mit Flachdächern möglich, im Gegensatz zur Zentrumszone 2, die einen Übergang vom urbanen Zentrum in das dörflich gebliebene Rupperswil darstellt.

Ortsbildschutz für Dorfkern

Mit der neuen Dorfkernzone mit entsprechenden Bestimmungen zum Ortsbildschutz wird der historische Dorfkern entlang des alten Schulwegs mit den alten Bauernhäusern erhalten. Neubauten müssen dem Charakter des Dorfkerns entsprechen. Um den künftigen Schulraumbedarf sichern zu können, hat die Gemeinde Grundstücke in der Umgebung der bestehenden Schulanlagen erworben und diese in die Zone «öffentliche Bauten» umgezont. Nicht mehr zu dieser Zone gehört das Areal der ehemaligen ARA Lotten. Es soll neu zur Industriezone zählen, damit der benachbarte Betrieb weiter wachsen kann. Die neue BNO verankert zudem das Recht des Wasserfahrvereins, das Gebiet weiterhin nutzen zu dürfen.

Das Gebiet «Bahnhof Nord» wird aufgrund seines Verdichtungspotenzials von der Industrie- in eine Wohn- und Gewerbezone MF umgewandelt. Der Lärmschutz entlang der Gleise wird mittels Gestaltungsplan sichergestellt. Auch in anderen Gebieten wird die hochwertige Siedlungsentwicklung nach innen mit Gestaltungs- (Bahnhofareal, Schützenstrasse/Gartenstrasse, Mitteldorf/Dorfstrasse, Buchenweg) oder Erschliessungsplanpflichten (Eichli, Teilstock, ehemalige ARA, Unterdorf) sichergestellt.

Informationsveranstaltung über die Gesamtrevision Bau- und Nutzungsordnung diesen Mittwochabend, 19 Uhr im Aarehaus in Rupperswil.