Fahrwangen

Gemeinde steckt in einer Zwangslage und prüft Bau von Asylcontainern

2016 flossen 4,9 Millionen Franken in die Fahrwanger Gemeindekasse.

2016 flossen 4,9 Millionen Franken in die Fahrwanger Gemeindekasse.

Da kommenden Herbst die Mietverträge auslaufen, weiss Fahrwangen nicht, wo sie dann ihr Kontingent an Asylsuchenden unterbringen kann. Nun prüft die Gemeinde den Bau von Wohncontainern. An der Gemeindeversammlung wird über 380'000 Franken abgestimmt.

Die Gemeinde Fahrwangen ist in einer Zwangslage. Momentan hat sie zwar genügend Asylbewerber in ihren Gemarkungen aufgenommen, doch spätestens im nächsten Herbst muss sie eine neue Wohnlösung parat haben, laufen doch die bestehenden Miet- und Nutzungsverträge aus.

Damit die Gemeinde nicht plötzlich Ersatzabgaben leisten muss, sucht sie bereits nach einer neuen Lösung. Bei einer Aufnahmepflicht von acht Personen würde sich der Beitrag an den Kanton auf fast 317'000 Franken belaufen. Die Suche nach «einer adäquaten Wohnung» im Dorf verlief bisher erfolglos. Ebenso scheiterten Bemühungen, in der Nähe oder im Bezirk eine Partnergemeinde für die Übernahme von Kontingenten zu finden.

Der Gemeinderat hat sich deshalb einen Plan B ausgedacht, «der raschmöglichst umgesetzt werden könnte und finanziell attraktiver ist als die Bezahlung der Ersatzabgabe». Der Gemeindeversammlung von Mittwoch wird ein Kredit von 380'000 Franken «für den Bau von zwei Dreifach-Wohncontainern zur Unterbringung von Asylsuchenden» beantragt.

«Nur eine Notlösung»

Wird dem Antrag zugestimmt, hat der Gemeinderat bis im nächsten März Zeit eine andere Lösung zu finden. Als Vorarbeiten könne man das Baubewilligungs- und Submissionsverfahren bereits starten.

Gemeindeammann Patrick Fischer, hofft, dass dieser Plan B gar nie zur Anwendung kommt: «Der Wohncontainer ist wirklich nur eine Notlösung», hält er gegenüber der az fest. Bevor das Projekt mit den Containern, die hinter dem Werkhof errichtet würden, ausgelöst wird, starte man im Dorf sicherlich noch eine weitere Umfrage nach bestehendem Wohnraum. «Ich bin optimistisch, dass wir eine Lösung finden», so Fischer.

In der Versammlungsvorlage erklärt der Gemeinderat, dass der Bau der Container billiger kommt als die Ersatzabgabe – und auch billiger als gewisse Mietwohnungen.

Die angespannten Gemeindefinanzen beanspruchen wird die beantragte neue Stelle im Bauamt/Werkhof. Damit soll die gegenwärtige, eigentlich unhaltbare Situation ohne Stellvertreter verbessert werden. Für das Budget 2017 rechnet man bei einem stabilen Steuerfuss von 118 Prozent mit einem operativen Defizit von fast 770 000 Franken.

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