Gemeindeammann Peter Lenzin ist erleichtert über den Bescheid des Verwaltungsgerichts: Die Richter haben die Beschwerde von zwei Architekturbüros, welche den Abbruch des Projekt-Wettbewerbs zum Umbau des altehrwürdigen Hotels/
Restaurants Löwen als widerrechtlich beanstandet hatten, abgelehnt.

«Wir sind keine Juristen», sagt Lenzin, doch sei der Gemeinderat zuversichtlich gewesen, dass der Gerichtsentscheid für die Gemeinde positiv ausfallen würde. Dieser ist am 2. Februar rechtskräftig geworden, heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde. Die Beschwerdeführer müssen nun die Verfahrenskosten von 3384 Franken tragen und die Einwohnergemeinde Beinwil am See mit 6000 Franken für ihre Parteikosten entschädigen.

Finanzielles Fiasko abgewendet

Das Bauvorhaben, welches auch den Umzug der Gemeindeverwaltung in den «Löwen» vorsah, stand unter keinem guten Stern. Selbst in der Bevölkerung war es umstritten und hatte zu einer jahrelangen heftigen Debatte geführt.

Das Fass zum Überlaufen hatte jedoch der Projekt-Wettbewerb gebracht: Weil keiner der eingereichten Vorschläge für den Umbau des «Löwen» das Kostendach von 4,9 Millionen Franken hätte einhalten können, zog der Gemeinderat im November 2014 auf Empfehlung der Jury die Reissleine, um das finanzielle Fiasko zu verhindern. Es hatte sich zudem herausgestellt, dass sich für die Gemeindeverwaltung, deren Räume im Alten Schulhaus zu klein geworden sind, die Situation trotz des teuren Umbaus nicht substanziell verändert hätte.

Dieser Entscheid wurde an der Sommergmeind im Juni 2015 vom Souverän gestützt. Beinwil schickte den traktandierten Projektkredit auf Empfehlung des Gemeinderates bachab. Gegen den Entscheid, den Architektur-Wettbewerb abzubrechen, hatten zwei der fünf teilnehmenden Büros beim Verwaltungsgericht rekurriert. Die zwei Beschwerdeführer forderten Schadenersatz. Gemeindeammann Peter Lenzin sagt auf Anfrage, es sei nie vorgesehen gewesen, bis auf den Wettbewerbsgewinner Zahlungen zu leisten, welche über eine Teilnehmerentschädigung hinausgehen. Einen Gewinner konnte es in diesem Fall gar nicht geben.

Was passiert nun mit dem «Löwen»? «Das Gebäude wird einer sanften Renovation unterzogen», sagt Lenzin. Die Einwohnergemeinde hat dazu im Juni 2015 einen Kredit von 150 000 Franken für die Erstellung einer Zustandsanalyse und eines Nutzungskonzepts bewilligt. «Ein Mehrzwecksaal wäre denkbar, aber auch eine Gemeindebibliothek mit einem Café wäre denkbar», denkt Ammann Lenzin bereits laut über künftige Aktivitäten im «Löwen» nach und sagt, dass die Bevölkerung über die Planungsergebnisse in einer Informationsveranstaltung orientiert wird.