Lenzburg
Geld regiert die Welt – was sagt der Regent über Geld?

Im Beisein von 500 Gästen wurde in Lenzburg am Freitagabend die neue Stapferhaus-Ausstellung«Geld. Jenseits von Gut und Böse» eröffnet

Ruth Steiner und Fritz Thut
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Ansprache von Aldo Haesler an der Vernissage der Ausstellung «Geld. Jenseits von Gut und Böse» in der katholischen Kirche Lenzburg. Marc Schlappach

Ansprache von Aldo Haesler an der Vernissage der Ausstellung «Geld. Jenseits von Gut und Böse» in der katholischen Kirche Lenzburg. Marc Schlappach

Jeder hats in der Tasche und so betrifft die neue Ausstellung des Stapferhaus-Teams jeden Einzelnen. Entsprechend gross war der Andrang zur Vernissage von «Geld. Jenseits von Gut und Böse».

Passend zum Untertitel und zum optischen Erscheinungsbild der Einladung fand die Ausstellungseröffnung in der katholischen Kirche statt. Dabei wurde aber nicht zum Tanz rund ums Goldene Kalb geladen, sondern rund ums Thema Geld philosophiert. «Geld regiert die Welt» heisst ein Sprichwort, doch was sagt ein Regent übers Geld?

Regierungsrat Alex Hürzeler erinnerte die Gäste daran, dass sich das Stapferteam nicht nur theoretisch mit dem Thema auseinandergesetzt hat, sondern sich «ganz konkret auch in eigener Sache mit Geld beschäftigt»: Die Tage der Stapferhaus-Ausstellungen auf dem ehemaligen Zeughausareal sind gezählt. Vorgesehen ist der Bau von einem «Haus der Gegenwart» vis-à-vis dem Lenzburger Bahnhof. Und dazu braucht es noch Geld, viel Geld.

Doch was ist Geld? Die Besucher können sich in der interaktiven Ausstellung dem Begriff aus verschiedensten Seiten nähern. Eine Bedienungsanleitung dazu lieferte der als Geldsoziologe angekündigte Aldo Haesler, der aktuell als Soziologieprofessor an der Universität Caen lehrt, in seiner Ansprache.

Der Wert des Geldes werde gerade in heutiger Zeit immer abstrakter. Nicht nur Otto Normalverbraucher, sondern auch Wissenschafter und Experten würden angesichts der Elektronifizierung der Transaktionen «die Kontrolle über das Geld verlieren». «Geld ist, was als Geld gilt», fand Haesler bei seinem österreichischen Kollegen Arno Bammé «die vielleicht ehrlichste Definition».

Die ersten Reaktionen der Vernissagegäste nach dem Rundgang fielen grossmehrheitlich sehr positiv aus. «Geschickt gemacht», «zum Denken anregend» oder «ich habe einige überraschende Ansichten erfahren» waren Aussagen, die wiederholt gehört wurden.

Ganz offensichtlich hat das Stapferhaus-Team um Sibylle Lichtensteiger einmal mehr den Nerv der Zeit getroffen.

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