Lenzburg
Geheime Gärten sind grossartige Bühnen

Die 18. Theatertage öffneten die Tore zu lauschigen Plätzchen mitten in der Stadt und in private Gärten, die dem Publikum sonst verschlossen sind.

Sibylle Haltiner
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Im «Geheimen Garten» in der Innenstadt wird liebevoll gepflegt, was gedeihen soll.
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Heiner Halder trug als Gartenzwerg Lenzburger Geschichten und Gartengedichte vor.
Die rote Blume wird dem geldgierigen Immobilienmakler und seiner Kundschaft zum Verhängnis.
Geheime Gärten Lenzburg
Geheimnisvolle Musik an einem lauschigen Plätzchen mitten in der Stadt.
Den Abschluss des Rundgangs machte Ueli Steinemann mit dem Lenzburger Jugendfestlied über den Vogelbeerbaum.
Balladen und Moritaten von Frank Wedekind hörten die Besucher beim Remund-Haus.
Die Elfen aus dem Garten wehren sich gegen die Geschäftsleute, die ihre Heimat zerstören wollen.

Im «Geheimen Garten» in der Innenstadt wird liebevoll gepflegt, was gedeihen soll.

Das haben selbst alteingesessene Lenzburger selten gesehen und geschmeckt: Versteckte Gärten mitten in ihrer Stadt und Gemüse, das die letzten Tage auf dem Metzgplatz gezogen wurde. Am Samstagabend öffneten sich ansonsten nicht zugängliche, lauschige Plätzchen den Besuchern der 18. Theatertage für einen szenischen Rundgang.

Üppig grünte es in den letzten Tagen auf dem Metzgplatz. Minigärten in verschiedensten Gefässen demonstrierten die Vielfalt des Urban Gardenings, des Gärtnerns in der Stadt. Am Samstagabend landete das Gemüse aus den mobilen Gärten auf den Tellern: der perfekte Auftakt für den Rundgang durch Gärten und zu lauschigen Plätzchen, die für gewöhnlich hinter hohen Mauern und geschlossenen Toren verborgen sind.

Der Garten des Heumann-Hauses gleich hinter dem alten Gemeindesaal machte den Auftakt. Vogelgezwitscher empfing die Besucher, ein Ornithologe mit Bestimmungsbuch spazierte über den Rasen und lauschte gespannt den Stimmen, zwei Gärtner kümmerten sich liebevoll um die Pflanzen. Die Vogelstimmen kamen allerdings aus dem Lautsprecher, Gärtner und Vogelkundler besuchen die Bezirksschule, belegen den Freifachkurs «Theater & Video» und waren die Akteure auf der Gartenbühne.

Die Idylle währte nicht lange. Das Publikum erlebte den Auftritt eines Immobilienmaklers und seiner Klientel, die mit dem Garten andere Pläne hatten, jedoch nicht mit den Elfen gerechnet hatten, welche die Herrschaft über die Anlage zurückeroberten. Ein Häuschen mit moosbewachsenem Dach bot die passende Kulisse für Sängerin Corinne Huber und ihre Band.

Vorfreude auf das Jugendfest

Moritaten und Balladen von Frank Wedekind, schaurig und lustig zugleich, hörten die Besucher anschliessend beim Remundhaus im Steinbrüchli. Weiter ging es zurück in die Nachbarschaft des alten Gemeindesaals zum Garten von Kurt Schäfer. Heiner Halder als Gartenzwerg las Lenzburger Geschichten und Gartengedichte. Ueli Steinmann stimmte den «Vugelbeerbaam» an. Mit dem Lied vom Behördenapéro am Jugendfest fand der Spaziergang durch die «Geheimen Gärten» einen stimmigen Abschluss.