Möriken-Wildegg
Gegen Armee-Projekt: Richner will Verlegung der Bootsstelle verhindern

Die Armee will die Einwasserungsstelle für Boote an der Aare verschieben, weil diese immer mit Sand und Schlick aufgeschüttet wurde. Geplant ist eine Trennung zwischen Anfahrtstrasse sowie Velo- und Gehweg. Das stört EVP-Grossrat Sämi Richner.

Janine Müller
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Sämi Richner ärgert sich, dass er als Velofahrer in einer scharfen, schmalen Kurve auf die Brücke einbiegen müsste. Janine Müller

Sämi Richner ärgert sich, dass er als Velofahrer in einer scharfen, schmalen Kurve auf die Brücke einbiegen müsste. Janine Müller

Janine Müller

Die Armee hat genug von den Launen der Natur. Sie will die Einwasserungsstelle für Boote, die momentan gleich unterhalb der ARA Langmatt in Wildegg an der Aare platziert ist, 100 Meter flussabwärts verlegen. Denn das Problem war bisher, dass die bestehende Einwasserungsstelle ständig mit Schlick und Sand aufgeschüttet wurde.

Dieses Material hat jeweils der Aabach in die Aare hineingeschwemmt. Bis dann die Stelle ausgebaggert war, vergingen jeweils rund drei bis vier Monate. Diese Einschränkung sei nicht zumutbar, schreibt das VBS im Projektbeschrieb, der die Verschiebung der Einwasserungsstelle vorsieht.

Gegen diese Verschiebung hat EVP-Grossrat Sämi Richner als Einziger Einsprache erhoben. Doch auch die Umfahrung von Wildegg, die der Kanton im Richtplan aufführt, sowie Pläne der ARA tangieren das Projekt.

Rad- und Gehweg zu schmal

Richner stört sich vor allem daran, dass die Zufahrtsstrasse zur neuen Einwasserungsstelle vom Rad- und Gehweg getrennt werden soll. Er findet, dass der Rad- und Gehweg mit zwei Metern Breite zu schmal ist. «Erst recht in der Kurve», moniert er, zumal der Weg in beide Richtungen befahren wird. Zudem stört ihn, dass Velofahrer einen Umweg fahren müssen, um über das «Brüggli» zu fahren.

Ein Umstand, den laut Gemeindeschreiber Pascal Chioru auch der Gemeinderat bemängelt hat. Richners Vorschlag: «Die Velofahrer sollen weiterhin geradeaus fahren können.» Wenn dann das Militär dort ist, soll die Einfahrt auf die Militärstrasse gesperrt werden und die geplante Umfahrung genutzt werden.

Daniel Hublard, Projektverantwortlicher der Armasuisse Immobilien, sieht darin Schwierigkeiten: «Es ist ungünstig und nicht zulässig, wenn es einen Mix zwischen ziviler und militärischer Nutzung gibt. Es gibt immer Leute, welche Absperrungen missachten.»

Kantonaler Richtplan sieht dort Umfahrung vor

Was den Gemeinderat aber noch mehr beschäftige, sei, dass der kantonale Richtplan eine Umfahrung vorsieht, die genau durch dieses Gelände führt. Hublard sieht darin vorläufig noch keine Konfliktsituation: «Die Umfahrung wird in den nächsten Jahren kaum realisiert. Sollte es mal so weit sein, muss die Lage der Übersetzstelle neu überprüfen.»

Ein Projekt, das die Umfahrung und die Pläne der Armee tangiert, sind die Planungen der ARA für den Ausbau der vierten Reinigungsstufe zur Vernichtung von Mikroverunreinigungen.

Doch diese Differenzen wurden bereits besprochen. «Der Standort wurde mit der ARA abgesprochen. Ein möglicher Ausbau für die Mikrobiologie wird nicht tangiert», sagt Hublard. Eine spätere Verschiebung der Einwasserungsstelle wäre möglich.

Renaturierung der alten Stelle

Für die Gemeinde sei es jedoch eine Herausforderung, alle diese Planungen unter einen Hut zu kriegen, sagt Gemeindeschreiber Chioru. Der Gemeinderat fordere zudem nach dem Rückbau der bestehenden Einwasserungsstelle eine Neugestaltung des Areals. Das sieht der Plan der Armee bereits vor. «Der Platz wird renaturiert und in die bestehende Biotoplandschaft integriert», sagt Hublard.

Die Einsprache und das Projekt seien an den Kanton weitergeleitet worden, sagt Chioru. Der Kanton werde diese der Genehmigungsbehörde, dem Generalsekretariat VBS, weiterleiten. Die Genehmigung des Projekts wäre ohne Einsprache auf Sommer 2014 geplant gewesen.