Ammerswil/Lenzburg

Gefährliche Kantonsstrasse: Der Veloweg wird nach links verlegt

Der Veloweg (Sicht Richtung Lenzburg) wird von der rechten auf die linke Strassenseite verlegt.sga

Der Veloweg (Sicht Richtung Lenzburg) wird von der rechten auf die linke Strassenseite verlegt.sga

Der Kanton optimiert eine der gefährlichsten Strassen.

Sie ist schmal, kurvig und gefährlich. Die Rede ist von der Kantonsstrasse zwischen Lenzburg und Ammerswil. Sogar Komiker Peach Weber aus Hägglingen befasst sich schon in einem Leserbrief mit der unübersichtlichen Strasse und den dortigen Tempoexzessen (es gilt 80): «Niemand, der mehr als eine Hirnzelle hat, fährt 80.»

Immer wieder kommt es zu Unfällen auf dieser Strecke. Oft sind auch Velofahrer involviert. Obwohl sie auf über einem Kilometer den Radweg parallel zur Hauptstrasse benutzen können. Jetzt will der Kanton die Sicherheit für die Velofahrer und somit auch für die Ammerswiler Schüler erhöhen, die in Lenzburg die Schule besuchen.

Das sei höchste Zeit, findet Marianne Horner, Ammann in Ammerswil. «Schon seit Jahrzehnten ist diese Strecke regelmässig Thema im Dorf», sagt sie. Auch nach fast 20 Jahren ist der schwere Unfall einer Schülerin noch präsent. Zur Erinnerung: Im August 2002 verunfallte ein damals 12-jähriges Mädchen auf dem Weg nach Lenzburg schwer, als es die Hauptstrasse auf der Höhe Fünfweiher-Parkplatz überqueren wollte. 2003 entschärfte der Kanton diese Kreuzung etwas – aber erst auf Druck der Ammerswiler und Lenzburger Behörden.

Gefährliche Kreuzung fällt weg

Jetzt plant der Kanton, diese gefährliche Kreuzung ganz aufzuheben. Er will den Veloweg in Zukunft nicht mehr auf der rechten (in Richtung Lenzburg), sondern auf der linken Strassenseite führen. «Das erhöht die Sicherheit für die Schüler, aber auch für Velofahrer im Allgemeinen enorm», sagt Ammann Marianne Horner. Zwar müssen die Schüler immer noch die Strasse überqueren, neu aber ausgangs Ammerswil, wo die Strasse in Richtung Egliswil abzweigt. Im Vergleich zur aktuellen Situation sei dies aus mehreren Gründen viel sicherer. «So nah am Dorfausgang sind die Autos meist weniger schnell unterwegs», sagt Marianne Horner. Zudem werde die ganze Kreuzung beim Abzweiger Egliswil ausgebaut, inklusive der jetzt schon vorhandenen Mittelinsel. Die geplante Beleuchtung und eine weitere Mittelinsel näher beim Dorfeingang sollen für zusätzliche Sicherheit sorgen.

Mit der Verlegung des Radwegs auf die andere Strassenseite würden sich auch die Sichtverhältnisse für die Autofahrer verbessern, ist Marianne Horner überzeugt. Um den Veloweg zu erstellen, müssen Bäume gefällt und ein Teil des Hanges abgetragen werden. Dadurch können die Autofahrer besser um die Kurve sehen. Zudem verbreitert und begradigt der Kanton die Strasse. Etwas, gegen das sich die Gemeinde in früheren Jahren gewehrt hat, jetzt aber hinnimmt. «Ein sicherer Radweg ist uns viel wichtiger.» Noch offen ist die Frage nach der Temporeduktion auf 60 km/h ausserorts, die der Ammerswiler Gemeinderat schon länger vom Kanton fordert. «Hierzu führen wir noch Gespräche», so Marianne Horner. Jetzt definitiv vom Tisch sei jedoch die Verlängerung des 1993 erstellten Velowegs bis ins Siedlungsgebiet in Lenzburg. Schon in den 1990er-Jahren wehrten sich die Grundeigentümer. Im aktuellen Vorprojekt des Kantons zum neuen Radweg werde dies nicht mehr thematisiert. Der jetzige Schulweg vorbei am Fünfweiher-Parkplatz und über den Bergfeldweg sei zwar etwas länger, dafür sicherer, sagt Marianne Horner.

Der Start der Bauarbeiten ist auf 2022 vorgesehen. Marianne Horner: «Wir hoffen, dass das Vorhaben auch tatsächlich dann umgesetzt wird.»

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