Lenzburg

Gartenkinder sind sich sicher: Die eigenen Tomaten schmecken besser

Jedes der Kinder hat ein eigenes Beet, welches es selbst begrünt.

Jedes der Kinder hat ein eigenes Beet, welches es selbst begrünt.

Auch wenn durch den trockenen Sommer die Ernte spärlich ausfällt, sind die «Gartenkinder» der Schulen stolz auf ihr Werk.

Es summt, brummt und lacht am Tag der offenen Türe im Garten der Schule Lenzhard. Fleissig füllen Kinder zwischen vier und zehn Jahren ihre Giesskannen und bewässern ihre Beete. Ab und zu hört man ein erschrockenes Rufen, wenn eine der Bienen den Kindern zu nahe kommt, oder wenn sie einen Käfer entdeckt haben, den sie noch nie gesehen haben.

Die Kinder mussten sich zu Beginn des Projekts im März zunächst mit der «wilden» Natur anfreunden, erinnert sich eine von drei Leiterinnen des Freifachs, Anna Maria Mischol: «Ganz am Anfang war alles, was sich bewegte irgendwie interessant: jeder Wurm, Käfer, jede Ameise und Biene.»

Lenzburger Gartenkinder: Kinder aus den Schulen Angelrain und Lenzhard pfelgen seit März einen Garten.

Lenzburger Gartenkinder: Kinder aus den Schulen Angelrain und Lenzhard pfelgen seit März einen Garten.

Stolz auf eigenes Gemüse

Der Ertrag der Feldarbeit blieb diesen Sommer eher spärlich. Den Kindern ist das einerlei: «Ich habe sogar zwei Kartoffeln nach Hause nehmen können», betont Stephan stolz. Gerade konnte er noch einen Sack voll mit seinen eigenen Tomaten ernten. Mindestens ein Dutzend sind es. «Die schmecken besser als die gekauften», ist er sich sicher. Stolz hält er seine Ernte hoch. «Sie freuen sich auch über eine einzelne Rübe», sagt Mischol und lächelt, «solang es eben ihre eigene, selbst angepflanzte Rübe ist.»

Während der Schulzeit kommen Stephan und seine Freunde jeden Mittwochnachmittag zum Schulhaus, um Unkraut zu Jäten und ihren Setzlingen Wasser zu geben.

Mehr Kinder-Gärten

Jäten und Giessen? Nicht unbedingt die Lieblingsbeschäftigung von jedem Kind, könnte man meinen, doch: «Die meisten Kinder kommen wirklich gern hierher», ist sich Co-Leiterin Daniela Zumsteg sicher.

Der Schulgarten des Lenzhard ist nicht der einzige, in welchem das Projekt «Gartenkinder» zurzeit läuft: Knapp ein Dutzend Gärten bestehen bereits in der Deutschschweiz. Das vom Verein Infoklick initiierte und vom Migros-Kulturprozent unterstützte Freifach hat auch in Lenzburg Erfolg: Bereits wird nach mehr Platz für weitere Beete gesucht.

«Im Moment konnten wir ein paar der Kinder in einem privaten Garten unterbringen», sagt Zumsteg. Nächstes Jahr möchte sie die Aktion jedoch ausweiten: «Man könnte zum Beispiel hier vor dem Schulhaus Lenzhard 24 mit Humus gefüllte Kisten aufstellen», sagt sie. Auch eine Art Bio-Unterricht im Freien wäre laut Zumsteg denkbar.

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