Niederlenz
Gartenbauschule: Sie sorgt seit 20 Jahren für Nachwuchs in der grünen Branche

Wer Gartenbauschule sagt, meint Vogel: Brigitte Vogel aus Niederlenz sorgt seit 20 Jahren für Nachwuchs. Als gelernte Gärtnerin schlägt das Herz der Gartenbau-Ingenieurin der Fachhochschule Wädenswil aber nach wie vor für die praktische Arbeit.

Ruth steiner
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Die Vorsitzende der Geschäftsleitung des Berufsbildungszentrums hat das Gärtner-Handwerk von der Pike auf gelernt. zVg

Die Vorsitzende der Geschäftsleitung des Berufsbildungszentrums hat das Gärtner-Handwerk von der Pike auf gelernt. zVg

Vor Jahren wurde die ehemalige Gartenbauschule umfirmiert und heisst heute offiziell Berufsbildungszentrum (BBZ). Doch tun sich die Leute schwer mit dem Begriff. Auch die Chefin selber. In ihrem unvergleichlichen Glarner Dialekt spricht sie lieber von der «Gartebuschuel».

In den vergangenen 20 Jahren sind Brigitte Vogel und die Ausbildungsstätte der Zierpflanzengärtner zu einer Symbiose geworden: Vogel ist BBZ und BBZ ist Vogel.

Für alle, welche die Institution und Brigitte Vogel kennen, ist derzeit das eine ohne das andere kaum denkbar.

Zwar lautet ihre offizielle Bezeichnung Vorsitzende der Geschäftsleitung und Schulleiterin, doch wird dieser Begriff ihrer Person ebenso wie auch ihrer Rolle im Betrieb nicht vollauf gerecht.

Praktische Arbeit zum Ausgleich

Den rund vierzig angehenden Zierpflanzengärtnern Fachwissen vermitteln, ist nämlich nur eine von Vogels vielen täglichen Aufgaben. Als gelernte Gärtnerin schlägt das Herz der Gartenbau-Ingenieurin der Fachhochschule Wädenswil nach wie vor für die praktische Arbeit.

Sie ist omnipräsent und, wenn im Betrieb Not am Mann beziehungsweise der Frau ist, packt sie an vorderster Front mit an.

«Sehen, wie Pflanzen unter den eigenen Händen gedeihen und Blumen bunt erblühen, ist Balsam für die Gärtnerseele und für mich heute stets willkommener Ausgleich zur Führungsarbeit und zur Lehrtätigkeit.» Das sind die Worte einer Frau, die ihre Berufung gefunden hat.

Sportliches Freizeitprogramm

In ihrer Freizeit ist die 44-Jährige eine begeisterte Berggängerin. Sie hat kürzlich als Probandin an der medizinischen Forschungsexpedition in den Himalaja teilgenommen.

Die Zeit für sportliches Training ist im ausgefüllten Berufsalltag und der politischen Tätigkeit im Einwohnerrat Lenzburg ist jedoch rar. Vogel, die «keine Probleme, sondern nur Lösungen» kennt, hat längst einen Ausweg gefunden dafür.

Vor Arbeitsbeginn am frühen Morgen und am späten Abend spurtet sie mehrere Male den Lenzburger Hausberg, den Gofi, hoch. Wenn’s sein muss mit einem bepackten Rucksack – zur Stärkung der Rückenmuskulatur.

Am Gofi betreut sie ihre Tiere, die am weitflächigen Hang grasen. Am Fusse des Hügels betreibt sie einen kleinen biologischen Bauernbetrieb: Schottische Hochlandrinder, Ziegen, ein Esel, Katzen gehören zu Vogels Mitbewohnern.

Vorbild für den Nachwuchs

Ihre Person und ihre Karriere stehen als Motivator für viele Lernende des BBZ: «Sie ist ein Vorbild für uns Frauen, die wir am Beginn unserer beruflichen Laufbahn stehen, uns weiterzubilden und später auch eine Führungsposition anzustreben», sagen die weiblichen Lernenden. Woher kommt das?

Auch Brigitte Vogel begann ihre Karriere als Lernende in der ehemaligen Gartenbauschule. Die gebürtige Glarnerin durchlief vor Jahren ebenfalls die dreijährige Grundausbildung zur Zierpflanzengärtnerin.

Nach kurzen Lehr- und Wanderjahren holte sie ihr ehemaliger Lehrmeister wieder zurück nach Niederlenz, wo sie sukzessive auf ihre kommende Aufgabe vorbereitet wurde und sich an der Fachhochschule Wädenswil das höhere fachliche Rüstzeug holte. Heute hat sie im Aargau ihre Wurzeln geschlagen.

Brigitte Vogel lässt sich kaum in ein Schema pressen. Ihre Persönlichkeit ist so vielfältig wie die Blütenpracht in der Gärtnerei: «Sie hat eine ganz natürliche Autorität», wird sie von den «Stiften» beschrieben und «es ist bemerkenswert, wie sie sich als Frau in einer Führungsposition in einem männerdominierten Umfeld behauptet», zeigen sich vor allem die jungen Frauen beeindruckt. .

Auch wenn sich der Leistungsauftrag des Kantons in den vergangenen Jahren verändert hat (siehe Kontext), das Ziel von Brigitte Vogel und ihren Mitarbeitenden im BBZ bleibt unverändert: «Wir müssen besorgt sein, dass immer rechtzeitig wieder neues Saatgut in den Boden kommt. Bereits heute beginnt die Zukunft der Fachkräfte von Morgen.»

Adventsausstellung mit Weihnachtsmarkt: Freitag, 22. November bis Sonntag, 24. November

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