Tierliebe
Gabriela Briner hat ihr Leben den Alpakas verschrieben

Gabriela Briner baut im ehemaligen Restaurant Kirchrued eine Alpakafarm auf. Die az lies es sich nicht nehmen, den Tierpark zu besuchen.

Sebastian Wendel
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 Gabriela Briner erklärt in der hauseigenen Boutique die aus Alpaka-Wolle geschaffenen Produkte.
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So sehen die Alpakas im Aargau aus

Gabriela Briner erklärt in der hauseigenen Boutique die aus Alpaka-Wolle geschaffenen Produkte.

Sie startet noch einmal neu. Nach 15 Jahren in Irland baut sich Gabriela Briner in Schlossrued eine neue Existenz auf. «Es war eine schöne Zeit auf der Grünen Insel, ich habe meine Zelte dort schweren Herzens abgebrochen. Aber die Wirtschaftskrise hat mir sämtliche Standbeine genommen», sagt Briner. Das Wichtigste hat sie mitgenommen, nämlich ihre Alpakas. Die vom Kamel abstammenden und im südamerikanischen Hochland erstmals entdeckten Tiere hat sie bereits in Irland gezüchtet. Im Ruedertal will sie nun zur nationalen Anlaufstelle für Alpakafans und -züchter werden.

Briner hat das ehemalige Restaurant Kirchrued mit dazugehörigem Wohnhaus erworben. Der Kauf ist mit viel Arbeit verbunden. Als Erstes musste sie eine provisorische Dusche einrichten. «Ich habe zwar warmes Wasser, aber der Betonboden ist sehr kalt», lacht Briner. Bis die «Ruine», wie sie das Haus nennt, wieder normal bewohnbar ist, werden noch einige Jahre vergehen. Bis zum nächsten Wintereinbruch muss sie die Heizung instand stellen. Denn diese funktioniere bis jetzt nur in der Küche. «Einige Personen haben mir vom abgelegenen Ruedertal abgeraten. Für mich und meine Alpakas ist es aber der perfekte Ort zum glücklich werden», sagt sie.

Schals, Pullover und Decken

Als Dreissigährige ist Briner in den Norden ausgewandert. «Ich wollte Pferde züchten, was in der Schweiz nicht einfach ist. Irland hat mich schon immer fasziniert.» Auf einer fünf Hektaren grossen Farm hat sie dann zügig auf die Alpaka-Zucht umgesattelt. «Die Pferde machten den weichen Boden kaputt. Alpakas hingegen nicht, da sie sich nicht auf den Hufen, sondern auf den Fussballen fortbewegen.» Seither sind die friedlichen Wolllieferanten ihr Leben. «Ich könnte ihnen den ganzen Tag beim Grasen und Spielen zuschauen. Sie beruhigen mich.»

Die feine Wolle verarbeitet Briner, die ihr Leben den Tieren und keinem Mann oder Kindern verschrieben hat, in stundenlanger Handarbeit zu Schals, Pullovern oder Decken. In der hauseigenen Boutique bietet sie die Produkte zum Verkauf an.

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