Lenzburg
Fussballer habens beim Schleppen lustig

Der FC Rupperswil räumte am Sonntag Migros-Rregale in die neue Stapferhaus-Ausstellung. Doch noch braucht es ein grosses Engagement, bis die Ausstellung im Zeughaus fertig ist. Überall gibts unfertige Ecken.

Barbara Vogt
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Zwar haben die Fussballer aus Rupperswil einen Fussball dabei, doch räumen sie in erster Linie Regale in die neue Ausstellung im Zeughaus

Zwar haben die Fussballer aus Rupperswil einen Fussball dabei, doch räumen sie in erster Linie Regale in die neue Ausstellung im Zeughaus

BA

Normalerweise erholt sich die Fussballmannschaft 1B aus Rupperswil an einem Sonntagnachmittag von ihrem Match. Nicht an diesem Sonntag: In zwei Stunden räumen die Spieler fünf Tonnen Regale in den Supermarkt der Möglichkeiten, ein Teil der neuen Ausstellung «Entscheiden» des Stapferhauses im Zeughaus Lenzburg.

Die Rupperswiler Fussballer sind topfit – der Match am Samstag fiel ins Wasser. Sie scherzen, währenddem sie die Paletten mit den Regalen die steile Treppe hochschleppen. «Das braucht Wädli», sagt ein Fussballer und packt mit an. Nach 200 Fussmärschen haben sie es geschafft und erhalten ein Zvieri.

Die Gestelle werden in die neue Ausstellung «Entscheiden» des Stapferhauses integriert. Sie stammen von der Migros, die unter andrem in Rümlang eine Filiale geräumt hat und die Regale auslehnen kann. «Eine Last-Minute-Aktion», sagt Stapferhaus-Leiterin Sibylle Lichten-steiger. «Wir wussten lange nicht, ob wir die Regale auch wirklich bekommen.» Vor wenigen Tagen sei die Migros in Rümlang ausgeräumt worden. Ein Ausstellungsmitarbeiter habe dann den Kontakt zum FC Rupperswil hergestellt.

Die Regale bleiben leer

Die Migrosregale werden nicht, wie man denkt, mit Gemüse, Obst und anderen Köstlichkeiten gefüllt: Sie bleiben leer. Bewusst. Der Besucher muss sich für einmal nicht entscheiden. Oder: Ihm bleibt gar keine Möglichkeit, sich zu entscheiden.

Die leeren Gestelle bleiben trotzdem nicht leer. Bei einem Streifzug durch die Regale taucht man in drei wahre Geschichten ein, in denen es um Zufall und Schicksal geht. Und über Zufall oder Schicksal kann der Mensch – auch in einer Welt, in der beinahe alles möglich ist – nicht selbst entscheiden.

Noch braucht es ein grosses Engagement, bis die Ausstellung im Zeughaus fertig ist. Überall gibts unfertige Ecken. Kisten mit Material wollen ausgepackt, Kopfhörer installiert und kahle Wände belebt werden. Doch verspricht die Ausstellung bereits heute, spannend zu werden: Gleich zu Beginn erwartet den Besucher ein Paradies: eine grüne Wohlfühloase – einem Supermarkt ähnlich. In einem anderen Ausstellungsraum werden Job-, Karriere- und Partnerwahl auf originelle Weise umgesetzt.

Leuchtkugeln gehen ihren Weg

Im oberen Stockwerk gibts eine Apotheke, in dem sich der Interessierte Ratschläge für leichte, schwere und unmögliche Entscheidungen holen kann. Im Dachgeschoss stösst man auf die Migrosregale. Und auf eine faszinierende Kugelbahn. Auch bei dieser gehts um Zufall oder Schicksal. Nicht der Mensch führt die leuchtenden Kugeln, sie suchen sich den Weg durch die Kunstinstallation lieber selber.