Rupperswil
Fussballclub will mit Programm mehr Ehrenamtliche für Vereinsaufgaben gewinnen

Mit einem ehrgeizigen Programm will der Fussballclub Rupperswil mehr Ehrenamtliche für Vereinsaufgaben gewinnen. Man ist guten Mutes aber: «Die Begeisterung im und für den Verein zu wecken, ist nicht einfach», heisst es beim Verein.

Fritz Thut
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Mirjam Tinner

Mirjam Tinner

Rupperswil ist in den letzten Jahren rasch und stark gewachsen. Und mit der Gemeinde tat dies auch der örtliche Fussballclub. «In Sachen Mitglieder und Finanzen haben wir eine grosse Entwicklung hinter uns», hält Präsident Thomas Wassmer fest.

Während mit dem Bezug der Sportanlage Stockhard im August 2010 die räumliche Infrastruktur mitgewachsen ist, haben die Verantwortlichen bei der personellen Infrastruktur ein erkleckliches Defizit geortet – und wollen nun mit einer speziellen Aktion Gegensteuer geben.

FC Rupperswil

Der Fussballclub Rupperswil wurde 1932 gegründet. 2010 konnte als Ersatz für das berühmte «Waldstadion» die Sportanlage Stockhard bezogen werden. Zurzeit beteiligen sich 11 Mannschaften an der Meisterschaft. Die aktuell rund 330 Mitglieder teilen sich wie folgt auf: 150 Junioren, 70 Aktive, 15 Funktionäre, 17 Trainer und 80 Passivmitglieder. (tf)

Start eines 4-Jahres-Programms

Der Umzug auf die Anlage Stockhard war für den FC-Vorstand Anlass, die Situation des Vereins zu überdenken: «Wir wollen eine höhere Qualität in den Verein bringen – sportlich und organisatorisch», formuliert Präsident Wassmer die Vorgabe.

Um dieses Ziel zu erreichen, musste zuerst eine Ist-/Soll-Analyse gemacht werden. Ergebnis all dieser Überlegungen ist ein ehrgeiziges 4-Jahres-Programm, das in diesen Tagen unter dem Titel «fit 4 future» startet.

Fit für die Zukunft will der FC Rupperswil werden, indem er in der ersten Phase seinen Bestand an ehrenamtlichen Funktionären massiv aufstockt.

Bei der Zusammenstellung der aktuellen Fakten ist man auf eine «Überstrapazierung der bisherigen Funktionäre» gestossen, wie dies Vizepräsident Tobias Wälty umschreibt. Viele Helfer auf allen Stufen bekleiden Doppelfunktionen, was früher oder später zu einem frustbedingten Rückzug führen kann.

Gezielte Rekrutierung

Das neue Programm soll durch die gezielte Rekrutierung weiterer Personen eine Entlastung solcher Multifunktionäre bringen. «Wir wollen agieren statt reagieren, damit wir nicht stets Löcher stopfen müssen», so Wassmer.

Helferrekrutierungsaktionen gibt es von Zeit zu Zeit in allen Vereinen, doch das Besondere beim FC Rupperswil ist die Offenheit, mit der potenzielle Kandidaten angegangen werden.

Mit «grösstmöglicher Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit» (Wassmer) geht man ans Werk.

Eine professionell gestaltete Broschüre beantwortet Interessenten alle relevanten Fragen. Das neu erarbeitete Organigramm schafft ebenso Klarheit wie die Beschreibung aller Posten in den Bereichen Veranstaltung, 11er-Fussball, Finanzen, Kinderfussball, Spielbetrieb und Marketing.

Sukkurs von der Gemeinde

Die Broschüre wird in einer Auflage von mehreren hundert Exemplaren gedruckt, aber gezielt verteilt. «Wir gehen auf Leute zu, die wir fähig für das entsprechende Amt halten», so der Präsident: «Die Angesprochenen sollten sich geehrt fühlen.»

An einem Workshop in diesem Monat will man das «fit 4 future»-Programm präsentieren. Die erste Stufe unter dem Motto «Dein Ehrenamt – Grossartiges entsteht» soll bis im August dauern.

Zusammen mit den neu gewonnenen Funktionären will man in den nächsten Schritten ein Leitbild für den Verein erarbeiten und danach ein Ausbildungskonzept und schlussendlich all die Planungsinstrumente mit Leben füllen.

Die FC-Verantwortlichen, die sich die Rekrutierungsaktion immerhin 1000 Franken kosten lassen, dürfen sich bei ihren Bemühungen auf den Sukkurs des Gemeinderates verlassen. Gemeinderätin Mirjam Tinner: «Wir unterstützen diese Bestrebungen voll und ganz. Hier wird hochprofessionelle Arbeit geleistet.»

Tinner findet die Aktion «eine gute Sache», weil «ein Dorf ohne seine Vereine nichts ist». Im Vorwort der Broschüre ruft die Gemeinderätin die Kandidaten direkt auf: «Melden Sie sich. Zum Wohle unserer Kinder und deren Zukunft.»

Begeisterung wecken

Wassmer und Wälty sind sich bewusst, dass mit der Zusammenstellung der Broschüre erst ein erster Schritt getan ist. «Die Begeisterung im und für den Verein zu wecken, ist nicht einfach», macht sich der Vizepräsident keine Illusionen.

Trotzdem soll das Ziel angegangen werden: «Wir wollen das Organigramm füllen.» Dazu bracht es 20 Personen und genauso viele Stellvertreter oder Assistenten.

Die Arbeit soll auf mehr Schultern verteilt werden. Und irgendwann wird die Vision von Präsident Thomas Wassmer Realität: «Es muss Kult sein, beim FC Rupperswil mitzumachen.»

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