Lenzburg
Für die Freischaren ist Hopfen und Malz (noch) nicht verloren

General Gurini erhält eine zweite Chance: Am Jugendfest darf er die Freischaren nochmals ins Gefecht führen. Ihm stehen ein verjüngtes Kader und drei Geheimwaffen zur Verfügung.

Heiner Halder
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Stadtammann Daniel Mosimann (Mitte) unterstützt den Freischarengeneral Stephan Gurini (links) mit einem Piratenschiff, Stabschef Peter Buri (rechts) labt sich am Freischarenbier.

Stadtammann Daniel Mosimann (Mitte) unterstützt den Freischarengeneral Stephan Gurini (links) mit einem Piratenschiff, Stabschef Peter Buri (rechts) labt sich am Freischarenbier.

Jean-Daniel Ruffieux

Seit dem schwarzen 11. Juli 2014, dem «Seven Eleven» der Freischaren, wurden das Arsenal ausgebaut, das Material und die Kostüme gepflegt, der Sicherheitsdienst verstärkt, neue Chargen eingeführt, ein Waffenkundekurs vorbereitet, die Freischarenmusik ans Volksmusikfestival in Aarau und der Fahnenzug an die Olma delegiert und eine Website installiert.

Weil die Rekordteilnahme von 800 Mitwirkenden am 8. Juli 2016 wohl noch getoppt wird, wächst die organisatorische Aufblähung wie die Staatsverwaltung und damit auch der Kostenfaktor. Säckelmeister Edmund Bumann jammerte am Freischaren-Rapport denn auch wie der Aargauer Finanzminister.

Die Schatulle ist leer, das Heer indessen schuldenfrei. Mit Pins, Sponsoren, Spendern und weil die Söldner sich selber finanzieren, ist das Lenzburger Landschaftstheater sichergestellt. Eigentlich hat dieses wie jedes andere auch Anspruch auf Subventionen, hielt Jugendfestpräsident Martin Stücheli dazu fest.

Siegeshungrige neue Generation

Vor allem aber dürfte der Generationenwechsel in der mittleren Führungsebene stabilisierend für den lange ersehnten Sieg über die Kadetten wirken. An der von rund hundert Mitwirkenden und Gästen besuchten Auftaktveranstaltung im «Ochsen» wurden denn auch vier langjährige wackere Kämpen mit Dank ins zweite Glied geschickt und dafür acht junge motivierte Kaderleute mit Handschlag über der Freischarenfahne in Pflicht genommen. Dass der Nachwuchs meistens den gleichen Namen wie der Vorgänger trägt, habe mit Filz nichts zu tun, wird betont. Sowohl die Kadetten als auch die Freischaren werden je um einen Zug verstärkt.

Weil der Oberbefehlshaber zwar für das Wetterglück, indes auch für die vernichtende Niederlage persönlich verantwortlich ist, wurde er von Stabschef Peter Buri ins Gebet genommen. Um mehr Musikgehör zu gewinnen, hat er ihm entsprechend zugesprochen: «Du hast so eine Mozart besaitete Seele, dass du uns ohne Hammerklaviermässige Veränderungen nicht zum Triumphmarsch führen kannst, uns blüht der Gefangengenchor; jetzt braucht es eine Symphonie mit Paukenschlag. Unser Manövergelände ist kein Land des Lächelns und unser Manöver kein Maskenball, und du bist kein Zigeunerbaron und auch kein Troubadour.»

Bier und Piratenschiff

Noch ist Hopfen und Malz nicht verloren: Als neue Geheimwaffe wird das Freischarenbier lanciert – für die Kadetten ein Tabu. Ferner ist eine «mammutöse Gofi-Überquerung» à la Hannibal geplant. Und Stadtammann Daniel Mosimann überreichte der Generalität ein Piratenschiff zu Übungszwecken auf dem Widmi-Weiher. Kadetten-Stabschef Stefan Regli nimmts gelassen: Er hat den traditionellen Sieg auf sicher.

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