Lenzburg
Für 12 000 Einwohner muss die Stadt in die Höhe wachsen

Der Stadtrat und die Stadtplanerin präsentierten an einem Informationsabend Details der Räumlichen Entwicklungsstrategie (RES). Um Wohnungen für die Neu-Lenzburger bereitstellen zu können, wird der Bau von Hochhäusern nicht ausgeschlossen.

Fritz Thut
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Lenzburg soll wachsen
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Aabachtal aufwerten: In Süd-Nord-Richtung soll das Aabachtal zur «innerstädtischen Grünachse» aufgewertet werden.
Entwicklung nach innen konzentrieren: Durch den Verzicht auf Einzonungen steigt der Bedarf nach höheren Gebäuden. «Viele Gebiete kommen in Lenzburg dafür nicht infrage», so Stadtplanerin Bisang. Areale beim Bahnhof und am Bahndamm sind vorgemerkt. «Die Verdichtung erfolgt behutsam», wird versprochen.
Achse Altstadt–Bahnhof stärken: Die momentan holprige Bahnhofstrasse soll zur pulsierenden Lebensader werden. Für die zentrale Achse sind «ein attraktiver Nutzungsmix und eine gute soziale Vermischung» vorgesehen. Mit der Belebung soll die Aufteilung in Lenzburg Ost und Lenzburg West vermieden werden.
Die Räumlichen Entwicklungsstrategie der Stadt Lenzburg sieht mehr Möglichkeiten für den Bau von Hochhäusern vor und zudem soll das Aabachtal als städtische Grünachse aufgewertet werden.

Lenzburg soll wachsen

Chris Iseli

Auf der bisher definierten Fläche, also ohne Einzonung von neuem Bauland, soll die Lenzburger Einwohnerzahl um einen Drittel, von heute 9000 auf 12 000, wachsen. Dies geht nur mit Verdichtung. Diese (räumlich genau definierte) Flucht in die Höhe ist nötig, weil der für Lenzburg typische Grüngürtel möglichst intakt bleiben soll, wie im stadträtlichen Entwurf der Räumlichen Entwicklungsstrategie (RES) vorgeschlagen wird. In diesen Papieren, die die Grundlage für die Überarbeitung der Bau- und Nutzungsordnung bilden, sind vier Schwerpunkte der Stadtentwicklung definiert.

An einer gut besuchten Informationsveranstaltung in der Berufsschul-Aula wurden Details präsentiert, wie Lenzburg sich bis ins Jahr 2030 entwickeln soll. Es war der Startschuss zum Mitwirkungsverfahren. Hier können die Bürger auch eigene Ideen einbringen.

Braucht Lenzburg 12 000 Einwohner? Diese Frage tauchte in der Diskussion mehrmals auf. Hier handle es sich nicht um eine Zielvorgabe der Stadt, sondern eine Zahl, von der man aufgrund von kantonalen Vorgaben und der aktuellen Nachfrage ausgehen könne: «Es ist sicher besser, wenn wir die Stadt rechtzeitig auf die 12 000 Einwohner vorbereiten», so Stadtplanerin Helen Bisang.

Gemäss den aktuell gültigen Vorgaben, «bestehen Reserven für bis zu etwa 11 000 Einwohnern», so Bisang. «Eine Wachstumsbremse ist schwierig.» Für Bau-Stadtrat Martin Steinmann ist es sinnvoller, sich für die grosse Wohnnachfrage zu wappnen und sich parallel für mehr Arbeitsplätze einzusetzen.

12 000 Einwohner seien «auch Menschen», wurde gesagt. Und deshalb sei «die Integration der Neu-Lenzburger ebenso wichtig wie Ausnützungsziffern». Dem konnte Stadtammann Daniel Mosimann beipflichten: «Dies darf aber keine Einbahnmassnahme sein.»

Workshops (jeweils um 19 Uhr im Panoramasaal des Weiterbildungszentrums der Berufsschule). 11. März: grundsätzliches Feedback. – 31. März: Siedlungsentwicklung nach innen. –21. April: Freiräume/Landschaft. – 28. April: Brennpunkte der Entwicklung.

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