Die Pflege der Kameradschaft, ein Wiedersehen mit Radioamateuren, mit denen man das Jahr hindurch nur per Funk in Verbindung steht, sowie das Kennenlernen neuer Technologien stehen jeweils im Mittelpunkt der jährlichen Treffen. Dieses Jahr wurde das sogenannte Hamfest von der Sektion Aargau der USKA (Union Schweizerischer Kurzwellenamateure) organisiert.

Natürlich gibt es fixfertige Sender und Empfänger zu kaufen, doch für viele Radioamateure besteht der Reiz darin, ihre Geräte selber zu bauen. Der Umgang mit dem Lötkolben ist ihnen deshalb vertraut. Am Hamfest konnten die Besucher selber mit einem Lötkolben hantieren, und vor allem die Kinder benützten die Gelegenheit, sich aus wenigen Teilen einen LED-Badge zusammenzubauen. Das fertige blinkende Gerät liessen sie sich stolz um den Hals hängen.

In ihrem Wohnwagen hatte die Sektion Aargau eine Funkstation aufgebaut, an der sich dank einer Spezialbewilligung jedermann selber als Radioamateur versuchen konnte. Offenbar besteht jedoch eine gewisse Scheu vor dem Mikrofon, denn nur wenige benützten diese Gelegenheit. Dafür versuchten einige, mit dem Peilsender die in der Schulanlage versteckten Ziele zu finden.

Neben neuen Geräten und einer grossen Auswahl an verschiedenen Morsetasten, die man selber ausprobieren konnte, gab es auch historische Funkgeräte zu bewundern. Auf besonderes Interesse stiess dabei der Stand mit historischem Übermittlungsmaterial der Armee, das bei manchem Besucher Erinnerungen an seine Dienstzeit auferstehen liess.

Während Funken für viele ein reines Hobby ist, stellt es für andere ein unabdingbares Hilfsmittel dar, wie Patrick Hafner, Logistiker bei «Médecins sans frontières» (Ärzte ohne Grenzen) in seinem Vortrag darlegte. Sicherheit geniesse bei allen Einsätzen in Krisengebieten oberste Priorität, und ohne funktionierenden Funk sei das Risiko bei Einsätzen in Extremsituationen höher. «Ein Handynetz ist entweder nicht vorhanden oder äusserst unzuverlässig, weshalb sämtliche Fahrzeuge, Basisstationen und Spitäler mit Funkgeräten ausgerüstet sind». So sei man stets mit der Aussenwelt verbunden und könne notfalls Hilfe anfordern, weiss Hafner aus eigener Erfahrung. Er war seit 2008 bereits in mehreren Krisengebieten im Einsatz.