Lenzburg
Fulminanter Start für «Heimat»-Ausstellung: Das Stapferhaus wird überrannt

Die neue Ausstellung «Heimat» des Lenzburger Stapferhauses lockt an einem Wochenende überraschend gegen 1000 Besucher an – das Kulturhaus ergreift deshalb Sofortmassnahmen.

Pascal Meier
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Das Riesenrad ist das Wahrzeichen der Ausstellung Foto: André Albrecht
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Stapferhaus-Ausstellung «Heimat – eine Grenzerfahrung»
Impressionen aus der Ausstellung Foto: André Albrecht
Impressionen aus der Ausstellung Foto: André Albrecht
Impressionen aus der Ausstellung Foto: André Albrecht
Impressionen aus der Ausstellung Foto: André Albrecht
Impressionen aus der Ausstellung Foto: André Albrecht
Impressionen aus der Ausstellung Foto: André Albrecht
Neue Welten: Blick durch die Virtual-Reality-Brille Foto: André Albrecht
Impressionen aus der Ausstellung Foto: André Albrecht
Impressionen aus der Ausstellung Foto: André Albrecht
Über 350 Gäste nahmen an der Vernissage teil Foto: André Albrecht
Musikalische Unterhaltung Meduoteran Foto: André Albrecht
Stapferhaus-Leiterin Sibylle Lichtensteiger und Projektleiter Detlef Vögeli Foto: André Albrecht
Impressionen aus der Ausstellung Foto: André Albrecht
Impressionen aus der Ausstellung Foto: André Albrecht
Trotz Höhenangst: Regierungsrat Alex Hürzeler und seiner Frau Ursula auf dem Riesenrad Foto: André Albrecht
Impressionen aus der Ausstellung Foto: André Albrecht

Das Riesenrad ist das Wahrzeichen der Ausstellung Foto: André Albrecht

Noch nie ist eine Stapferhaus-Produktion so fulminant gestartet wie die neue Ausstellung «Heimat – eine Grenzerfahrung». Schon vor der offiziellen Eröffnung vor zwei Wochen hatten sich über 500 Gruppen angemeldet. Freie Termine für Gruppenführungen gibt es erst Mitte April wieder.

Ein Raunen ging durch die Reihen, als Stapferhaus-Leiterin Sibylle Lichtensteiger diesen Erfolg an der Vernissage verkündete. 350 geladene Gäste applaudierten. Eine grosse Gesellschaft, darunter viele Macher und Gönner von «Heimat». Beim Stapferhaus ist alles etwas grösser als bei anderen Kulturhäusern. Auch das Wahrzeichen: ein 32-Meter-Riesenrad.

Die Ausstellung «Heimat» profitiert von der nationalen Ausstrahlung des Stapferhauses und vom Erfolg früherer Produktionen. Die letzte Ausstellungen «Entscheiden» und «Geld» (mit dem Bad in vier Millionen Fünfräppler) lockten rund 109 000 bzw. 82 000 Besucher auf das Zeughausareal im Westenquartier der Stadt Lenzburg.

Trotz dieser Erfolge scheint der Start von «Heimat – eine Grenzerfahrung» selbst die erfahrenen Ausstellungsmacher um Stapferhaus-Leiterin Sibylle Lichtensteiger zu überraschen: Die neue Ausstellung lockte in den ersten zwei Wochen über 4000 Besucherinnen und Besucher an, allein am vorletzten Wochenende waren es knapp 1000. Es bildeten sich deshalb Schlangen in den Ausstellungsräumen, einige technische Geräte machten wegen der starken Beanspruchung schlapp. «Wir wurden regelrecht überrannt», sagt Sibylle Lichtensteiger. «Das hat unser ganzes Team stark gefordert.»

Mehr Personal, weniger Besucher pro Tag

Das Stapferhaus hat deshalb gehandelt: Das Personal wird aufgestockt, vor allem an den Wochenenden. Zudem hat das Lenzburger Kulturhaus die Zahl der Besucher auf 600 pro Tag beschränkt. «Wir wollen damit einen möglichst angenehmen Besuch unserer Ausstellung sicherstellen», so Lichtensteiger.

Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Besucher – darunter viele mit langer Anreise – wegen der Beschränkung auf 600 Personen pro Tag vor geschlossenen Türen stehen. In Kürze soll deshalb auch für Einzelbesucher ein neues Ticketsystem eingeführt werden. Lichtensteiger: «Besucher können Zeitfenster wählen und sich damit quasi einen Platz reservieren.» Das Stapferhaus werde in den nächsten Tagen detailliert darüber informieren, unter anderem auf der eigenen Website.

Hunderte Jetons verschwunden

Der Ansturm hat einen weiteren Effekt: Das Stapferhaus vermisst bereits hunderte «Heimat»-Jetons. Vier davon erhält jeder Besucher vor dem Eingang, um wie auf einer Chilbi auf dem Riesenrad zu fahren und weitere Installationen der Ausstellungen zu nutzen. Bis zum Freitag verzeichnete das Stapferhaus bereits über 450 verschwundene Jetons.

Liessen Besucher diese als Souvenir mitlaufen, ähnlich wie einige der 184 000 verschwundenen Fünfräppler der letzten Ausstellung «Geld»? Nein, sagt Sibylle Lichtensteiger: «Wegen des Grossandrangs konnten nicht alle Besucher die ganze Ausstellung anschauen und nahmen nicht genutzte Jetons mit nach Hause.» Das Stapferhaus musste deshalb bereits Jetons nachbestellen und die elektronischen Chips in deren Innern programmieren.

Ist «Heimat» damit jetzt schon erfolgreicher als «Geld» und «Entscheiden»? Sibylle Lichtensteiger warnt vor vorschnellen Schlüssen. «Der Start war unglaublich gut, das kann aber auch am Wetter liegen.» Am vergangenen Samstag kamen knapp 500 Besucher. Diese verteilten sich gut über den ganzen Tag, der Betrieb verlief reibungslos.

Öffnungszeiten: «Heimat» ist von Dienstag bis Sonntag von 9 bis 17 Uhr geöffnet, am Donnerstag bis 20 Uhr.

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