Kalt ists bei uns im Dezember. Doch wenn die Mitarbeiter der TK-Logistik AG in Lenzburg ihren Arbeitsplatz am Niederlenzer Kirchweg verlassen, kommen sie raus in die Wärme.

Bei minus 24 Grad Celsius stellen die acht dick vermummten Arbeiter individuell hergerichtete Sendungen mit Tiefkühlprodukten zusammen, die hier in riesigen Hochregalgestellen lagern. Nach fünf Viertelstunden Arbeiten im Frost gibts eine Viertelstunde Pause.

Diese «Feinkommissionierung» ist die wichtigste Kernkompetenz der Tochterfirma der Heba Food Holding AG, zu der die personalmässig wesentlich grössere Traitafina gleich nebenan gehört (vgl. Kästchen).

In zwei Etappen 19 Mio. investiert

Gross sind die Räume der TK-Logistik ebenfalls. In diesen Tagen wurde die zweite Ausbauetappe mit der Inbetriebnahme abgeschlossen.

Die Kapazität wurde mit 2300 weiteren Palettenplätzen zum 2008 eingeweihten Bau verdoppelt. Dass die damaligen 9 Millionen Franken gut investiert waren, zeigte sich schnell: In einem Jahr war die riesige Tiefkühltruhe zu 80 Prozent ausgelastet.

So bekam die zweite Ausbauetappe bald grünes Licht. Hier wurden 10 Mio. verbaut und das Geld blieb mehrheitlich in der Nähe. «Wir haben fast ausschliesslich regionale Bauunternehmen berücksichtigt», hält Verwaltungsratspräsident Hermann Bader fest.

Verwaltungsratspräsident Hermann Bader und Geschäftsführer Stefan Meuschke im neuen Tiefkühlhochregallager der TK-Logistik AG. tf

Verwaltungsratspräsident Hermann Bader und Geschäftsführer Stefan Meuschke im neuen Tiefkühlhochregallager der TK-Logistik AG. tf

Zusammen mit Geschäftsführer Stefan Meuschke ist Bader überzeugt, dass auch die neue Anlage bald rentabel arbeitet. Zu den Kunden gehören neben der benachbarten Traitafina und Fredy’s Backwaren weitere grössere und kleine Produzenten.

Geliefert werden die massgeschneiderten Paletten an Endkunden in Gastronomie, Hotellerie, Detail- und Grosshandel. Gerade im Dezember herrscht in diesem Sektor Grossbetrieb: Meuschke rechnet diesen Monat mit 50 000 Picks (fertig gerüsteten Einheiten).

3. Etappe mit Blumen?

Und bereits denken die beiden an die dritte Ausbauetappe. «Das angrenzende Land haben wir uns gesichert», so Bader. Als Ergänzung zum Tiefkühllager sollen auch Kühllager, zum Beispiel für Blumen, ins Auge gefasst werden. «Für uns wäre dies mit der antizyklischen, weil abendlichen Auslieferung eine ideale Ergänzung», schaut Bader in die Ferne.

Für ihn ist Lenzburg im Bereich Tiefkühllogistik ein idealer Standort: «Wir sind hier im verkehrstechnischen Fadenkreuz der Schweiz.»