Seon

Für Outdoor-Marke Mammut ist der Berg noch sehr steil – grosszügige Besitzerin hat Interesse verloren

Dani Arnold, der König der Nordwände (hier an der Grossen Zinne).

Dani Arnold, der König der Nordwände (hier an der Grossen Zinne).

Der in Seon beheimatete Sportartikel-Hersteller steigerte zwar Umsatz und Betriebsgewinn. Doch sein grosszügiger Besitzer hat im Dezember angekündigt, dass sie die Outdoor-Marke verkaufen will.

Der Top-Bergsteiger Dani Arnold (35) machte im letzten September an der Grossen Zinne eine gute Figur. Der Mammut-Pro-Team-Athlet bestieg die Nordwand über die Comici-Dimai-­Route in neuer Rekordzeit. Damit hält der Urner jetzt an vier der sechs grossen Nordwände Europas den Speedrekord.

Daniel Arnold ist regelmässig am Hauptsitz von Mammut in Seon. Dort, wo etwa 400 der weltweit 900 Mammut-Angestellten arbeiten. Wie es mit Mammut weitergeht, ist noch offen. Seine bisher grosszügige Besitzerin, der Mischkonzern Conzzeta, der von der Aktionärsgruppe Auer, Schmidheiny und Spoerry kontrolliert wird, hat im Dezember angekündigt, dass sie die Outdoor-Marke verkaufen will. Offensichtlich, weil die Umsetzung des auf fünf Jahre angelegten, jetzt zu Ende gehenden Strategieprogramms nicht den erhoffen Erfolg gebracht hat, die Rendite nicht den Erwartungen entspricht. Es scheint potenzielle Mammut-Käufer zu geben. Jedenfalls erklärte Conzzeta-CEO Michael Willome gestern laut «Finanz und Wirtschaft»: «Der starke Markenname weckt Interesse.» Während die Conzzeta-Gruppe insgesamt ein gutes Jahresergebnis 2019 präsentieren konnte, war das, was über Mammut gesagt wurde, nicht nur schmeichelhaft.

«Schwache Lieferperformance im dritten Quartal»

Der Nettoumsatz von Mammut stieg von 253,4 auf 268,4 Mio. Millionen Franken, was auf vergleichbarer Basis einem Wachstum von 6,8 Prozent entspricht. Das Betriebsergebnis betrug 7,5 Millionen Franken bei einer Ebit-­Marge von 2,8 Prozent (Vorjahr 2,1%). Dazu heisst es in der Conzzeta-­Medienmitteilung: «Mit innovativen Produkten, einer konsistenten Preisstrategie sowie der Reduktion der Anzahl Styles gelang es auch 2019, die Bruttomarge weiter zu erhöhen.»

Weniger erfreulich ist die nachfolgende Bemerkung: «Das Ergebnis beinhaltet eine schwache Lieferperformance im dritten Quartal mit rückläufiger Absatzentwicklung und Ertragsausfällen auf Grund der Verarbeitung fehlerhafter Textilien durch einen Lieferanten sowie interner Schwierigkeiten bei der Bereitstellung der weitgehend erneuerten Kollektion über die erweiterte Anzahl Absatzkanäle hinweg.»

Als Erfolg dargestellt wird die Expansion in den Online-Kanälen: «Der eigene Webshop war per Ende 2019 in 19 Märkten verfügbar.»

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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