Bei bestem Frühlingswetter konnte Tourismus Lenzburg-Seetal dieses Jahr seine Partner zur Feier des Saisonstarts empfangen. Bei einer Ausfahrt mit E-Bikes, ganz dem Trend folgend, besprachen rund 27 Reise-Experten und ihre Gäste die Pläne für das Jahr 2018. Und das sind einige.

Einen Schwerpunkt in diesem Jahr wird das Drachental bilden. Die Geschichte dahinter: Forscher haben entdeckt, dass Fauchi in Schloss Lenzburg bei weitem nicht der einzige Drache in der Region ist. Überall leben sie, ganze Drachenfamilien haben sich in den Schlössern und am See niedergelassen.

In diesem neuen Tourismusprojekt können Kinder mit ihren Eltern auf einem «Forschungsschiff» in See stechen, einen Drachenfluglehrer im Schongiland besuchen oder den Drachengarten der Jugendherberge Beinwil am See erkunden.

Die zahlreichen Attraktionen eröffnen am 29. April und sind teilweise durch einen Shuttle-Bus miteinander verbunden. «Familien mit Kindern zählen zu unseren wichtigsten Zielgruppen», sagt René Bossard. Der Geschäftsführer vom Regionalbus Lenzburg ist Präsident des Vereins Tourismus Lenzburg-Seetal und Region.

Zahlungskräftige Kundschaft

«Die zweite Zielgruppe, welche wir ansprechen wollen, sind die Geniesser», sagt Bossard. Ihnen bietet das Seetal seit wenigen Tagen wieder die vor zwei Jahren eröffnete Veloroute «Herzschlaufe», ein 120 Kilometer langer Seitenast der berühmten Herzroute, die den Genfer- mit dem Bodensee verbindet.

Wie beim grossen Bruder führt auch die «Herzschlaufe» über wenig befahrene Strecken, wo selbst Einheimische noch touristische, kulturelle und kulinarische Entdeckungen machen können. Dank den E-Bikes, die entlang der Strecke gemietet werden können, lohnt das Unternehmen.

«Zahlen haben wir zwar keine, doch können wir sagen, dass die ‹Herzschlaufe› gut ankommt. Wir sind sehr zufrieden», sagt René Bossard. Zufrieden ist auch Simon Brülisauer, der Geschäftsführer der Herzroute AG, die das Projekt Herzschlaufe betreut.

«Käufer von E-Bikes gelten in der Regel als zahlungskräftig, das macht sich auch auf der Herzschlaufe Seetal bemerkbar. Diese Leute sind ausserdem sehr gemütlich und genussorientiert unterwegs», sagt Brülisauer.

Sie würden eher einen Halt einlegen, um Hofläden, Restaurants oder Museen zu besuchen. Das mache sie für ein Angebot wie die Herzschlaufe attraktiv. «Dabei sind E-Bikes längst nicht mehr nur etwas für die Altersgruppe 50+. Gerade die E-Mountain-Bikes sorgen für eine starke Verjüngung der Zielgruppe», sagt er.

An zwei Stationen in Lenzburg und Eschenbach können E-Bikes gemietet werden. «Letztes Jahr wurden 340 E-Bikes vermietet, davon 190 in Lenzburg», sagt dazu Romana Wietlisbach, Projektleiterin bei Tourismus Lenzburg-Seetal.

Um Kundschaft anzulocken, macht sie mit René Bossard im Umkreis von einer Stunde Anfahrtszeit Werbung für das Tal: von Zürich über Luzern bis nach Solothurn.

Die Bahn wird gepusht

Unterstützung bekommt das kleine Team nun von den SBB mit etwa 250 Stellenprozenten. Schon letztes Jahr machte diese mit einer Broschüre Werbung für die Region, dieses Jahr wird der Prospekt noch einmal aufgefrischt und neu in Umlauf gebracht. Es wird erwartet, dass die Seetalbahn zulegt.

Tourismus Lenzburg-Seetal und die gut 150 Vereinsmitglieder freuts. Die Region befindet sich touristisch auch sonst im Aufwind: Seit 2015 sind die Logiernächte zwischen Möriken-Wildegg und Beinwil am See von 82 000 auf über 87 000 Übernachtungen gestiegen, das bedeutet ein Plus von sechs Prozent in zwei Jahren.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Hotellerie-Barometer nicht mehr gesteigert. Mit dem gebündelten Angebotspaket aus dem Drachental, der Herzschlaufe und der Seetalbahn soll sich das wieder ändern.