Lenzburg

Für die Russen-Weihnacht steht der Krimsekt bereit

Gottesmutter von Vladimir mit Christus; Russische Ikone von 1651/52 im Museum Burghalde Lenzburg. ZVG

Gottesmutter von Vladimir mit Christus; Russische Ikone von 1651/52 im Museum Burghalde Lenzburg. ZVG

In Russland wird Weihnacht erst am 7. Januar gefeiert. An diesem Tag ist die Ikonenmalerin Nina Gamsachurdia im Museum Burghalde zu Gast und führt durch die Ikonen-Sammlung. Nachher trifft man sich zum Apéro riche mit russischen Spezialitäten.

Wenn wir unpassende Weihnachtsgeschenke umgetauscht und unerfüllte Wünsche im Ausverkauf günstig nachgeholt haben, wenn die guten Vorsätze zum neuen Jahr bereits vergessen und die Christbäume von der guten Stube in die Grünabfuhr verbannt sind – dann erst feiern die Russen ihr Weihnachtsfest.

In der Nacht zum 7. Januar werden von Gläubigen kirchliche Prozessionen sowie im Familienkreis Festmähler mit Weihnachtsgans veranstaltet; damit endet die Fastenzeit, welche am 26.November begann.

Verweigerung des Kalenders

Im Zarenreich war das noch anders: Gemäss dem gebräuchlichen Julianischen Kalender wurde Heiligabend ab 24. Dezember mit Überbleibseln heidnischer Traditionen wie Wahrsagerei, Maskentreiben, Theaterszenen und Tanz weit verbreitet, sodass die Obrigkeit einschritt. Doch selbst Zaren sollen sich inkognito auf der Strasse herumgetrieben haben.

Erst nach der Oktoberrevolution 1918 führten die Bolschewiki den in Europa seit 1582 gültigen Gregorianischen Kalender ein, verboten indes alle christlichen Feste. Die russische Kirche weigert sich deshalb bis heute, die Kalenderreform der gottlosen neuen Machthaber zu übernehmen.

Erläuterungen zu Ikonen

So liegt das Museum Burghalde nicht daneben, wenn es zur Feier der russischen Weihnacht auf Samstag, 7. Januar 2012 einlädt. Hintergrund ist die reiche Sammlung russischer Ikonen von nationaler Bedeutung, aus welcher die Ikonenmalerin Nina Gamsachurdia ausgewählte Werke und in diesem Zusammenhang die russischen Traditionen erläutert.

Die Referentin ist in Georgien geboren und arbeitete in Tiflis in der Kunstforschung. Zusammen mit ihrem Mann, dem Sohn des ehemaligen georgischen Präsidenten Sviad Gamsachurdia, musste sie 1992 nach dessen Sturz im Bürgerkrieg in die Schweiz emigrieren, wo sie in Basel als Kunstmalerin, Restauratorin und Lehrerin in historischen Maltechniken arbeitet.

Im Anschluss an die Führung wartet der Russen-Shop aus Aarau mit einem Apéro riche auf, wo neben russischen Spezialitäten natürlich auch der Krimsekt nicht fehlen darf.

Lenzburg, Museum Burghalde Russische Weihnachten. Samstag, 7. Januar, ab 12 Uhr öffentliche Ikonen-Führung und Aperitif. Anmeldung nicht erforderlich.

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