Bezirksgericht Lenzburg

Für «Arschloch» und «Schafseckel» muss er nun 3500 Franken berappen

Der Kläger wirft dem Beschuldigten vor, ihn stark bedroht zu haben.

Der Kläger wirft dem Beschuldigten vor, ihn stark bedroht zu haben.

Bei einem Streit fielen Schimpfwörter und Drohungen – unter anderem soll der Täter sogar «Ich breche der din Rögge und rüer dech is Wasser» gesagt haben.

«Arschloch» – wer hat dieses Fluchwort nicht schon mal gebraucht? Einige mehr, andere weniger. Diese Beleidigung musste ein 35-jähriger Schweizer mit italienischen Wurzeln teuer bezahlen. In einem Strafprozess am Bezirksgericht Lenzburg warf ihm der Schweizer Kläger vor, ihn bei einer verbalen Auseinandersetzung am Aabach in Wildegg mit «Arschloch», «Hurensohn» und «Schafseckel» betitelt zu haben.

Und anschliessend gesagt haben: «Ich breche der din Rögge und rüer dech is Wasser» sowie «Ich knall dech ab, ich schwör es dir.» Dadurch fühlte sich der Kläger bedroht und hatte Angst, dass der beschuldigte Familienvater seine Drohung umsetzen würde. Diese Aussage konnte der Begleiter des Klägers vor der Polizei bezeugen.

Der Beschuldigte, ein gelernter Detailhandelsfachmann, gab zu, das Schimpfwort «Arschloch» benutzt zu haben und die Drohung «Ich rüer dech ins Wasser» gemacht zu haben. Er berichtete aber auch von vorangegangenen Ereignissen, die ihn dazu provoziert hätten.

Der Kläger habe davor seinen Vater beschuldigt, im Aabach unerlaubt gefischt zu haben. Was laut dem Beschuldigten nie der Fall gewesen sein soll. Obwohl die Familie in einem Haus direkt am Aabach wohnt, ginge der Vater nur zum Rauchen nach draussen. Die Anschuldigung habe den Vater schwer gekränkt, sodass dieser sogar Beruhigungsmedikamente einnehmen musste.

Tatbestände erfüllt

Als der Beschuldigte nach dem Namen des Klägers und dem seines Begleiters fragte, um selber eine Anzeige wegen Beschuldigung zu machen, hätten ihm die zwei Männer keine Angaben machen wollen und ihm den Rücken gekehrt. «Er sagte, mit dir muess ich ned rede» und habe den Beschuldigten aufgefordert wegzugehen.

Gerichtspräsidentin Eva Lüscher kam zum Schluss, dass der Tatbestand der Beschimpfung durch das Schimpfwort «Arschloch» erfüllt wurde. Auch der Tatbestand der Drohung sei durch die gemachten Aussagen erfüllt. Eine Verurteilung hätte den Kläger 50 Tagessätze zu je 110 Franken (aufgeschoben bei einer Probezeit von 3 Jahren), eine Busse von 1300 Franken und Gerichtskosten von 1100 Franken gekostet.

Richterin schlug Vergleich vor

Lüscher schlug aber einen Vergleich vor. Ganze 3500 Franken müsse in diesem Fall der Beschuldigte an eine Hilfsorganisation spenden und dem Kläger eine Parteientschädigung von 200 Franken zahlen. Nach kurzem Zögern willigte der Kläger ein und bestimmte die Organisation, welche die Spende erhalten soll. Der Beschuldigte wird nun den Betrag an die Stiftung Theodora, Hunzenschwil, überweisen.

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