Niederlenz

Für 5,5 Millionen Franken: Die Ortsbürger kaufen die Gartenbauschule

Zufriedene Gesichter bei der Vertragsunterzeichnung: v. l. Karin Büchli und Béatrice Bürgin vom SGF sowie Jürg Link und Roland Suter, Niederlenz.

Zufriedene Gesichter bei der Vertragsunterzeichnung: v. l. Karin Büchli und Béatrice Bürgin vom SGF sowie Jürg Link und Roland Suter, Niederlenz.

Die Ortsbürgergemeinde übernimmt das 1,4 Hektaren grosse Areal und die Gebäude von den Gemeinnützigen Frauen.

Lange wurde gefeilscht – jetzt ist man sich handelseinig geworden: Die Ortsbürgergemeinde Niederlenz erwirbt vom Dachverband Schweizerischer Gemeinnütziger Frauen (SGF) das 1,4 Hektaren grosse Areal und die Gebäude des Berufsbildungszentrums Niederlenz (BBZ, ehemals Gartenbauschule). Der Kaufpreis beträgt 5,5 Millionen Franken.

Bei der Unterzeichnung des Kaufvertrages gestern Vormittag auf der Gemeindekanzlei Niederlenz zeigten sich die Vertragspartner äusserst zufrieden. «Es ist ein gutes Resultat, das für beide Parteien stimmt», sagte Gemeindeammann Jürg Link. SGF-Präsidentin Béatrice Bürgin und die Verantwortliche für Finanzen und Liegenschaften, Karin Büchli, nickten.

Die zwei Frauen sprachen von einem «historischen Moment für alle». Der SGF trenne sich «nicht gerne» von den ehemaligen Werken Niederlenz, sagten sie. Mit der (Ortsbürger-) Gemeinde Niederlenz komme jedoch der «Wunschpartner» zum Zuge.

Zur einstigen Gartenbauschule gehören eine Grundstücksfläche von 13'705 Quadratmetern, die Villa/Internat, das Schulhaus/Blumenladen, das Haus Grundstein an der Hauptstrasse, in dessen Parterre das Modeatelier ModeElle untergebracht war und das sogenannte Wurmhaus, eine kleine, baufällige Liegenschaft.

Link bezeichnete den Kauf zwar als «Riesenkiste» für Niederlenz. Trotzdem überrascht es nicht, dass die Gemeinde das Geschäft ins Trockene bringt. Das Gelände liegt an strategisch wichtiger Lage im Dorfzentrum, in unmittelbarer Nähe zum Schulareal.

Die Einwohnergemeinde verfügt nicht über die notwendigen Mittel, die Ortsbürgergemeinde hingegen schon. In deren Kasse befindet sich Eigenkapital von rund 20 Millionen Franken. Und: Hält die gute Baukonjunktur an, so bleibt das Kiesgeschäft auch in den kommenden Jahren ein verlässlicher Ertragsbringer für die Ortsbürger.

Aktuell befinden sich 80 Prozent der 13'705 Quadratmeter in der Zone für öffentliche Bauten. Die übrigen 20 Prozent in der Zone W2 und WA (Wohnen und Arbeiten). Mit der laufenden Revision der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) dürfte es zu Anpassungen kommen. Link gibt sich zurückhaltend zur Frage nach den Plänen der Gemeinde mit dem Gelände. 

Per 1. August 2020 soll das BBZ an die Ortsbürgergemeinde übergehen. Damit das Geschäft rechtskräftig wird, müssen noch die Gremien der Vertragsparteien zustimmen: Der SGF an der Generalversammlung am 27. Mai 2020 und die Ortsbürger an der Sommergmeind am 8. Juni 2020.

Ob das beim SGF zur reinen Formsache werden wird, wollte SGF-Präsidentin Bürgin so nicht bestätigen. Der SGF-Zentralvorstand werde seinen Mitgliedern an der Generalversammlung erklären müssen, weshalb man vom ursprünglichen Plan abgekommen sei, die Werke Niederlenz nicht zu verkaufen. Bürgin gibt jedoch zu, dass man sich beim SGF in der Annahme getäuscht habe, dass sich Grundstücke und Gebäude relativ einfach vermieten lassen würden.

Vor den finalen Entscheiden in den beiden Gremien wird auf dem Gelände des ehemaligen BBZ ein Informationstag durchgeführt, bei welchem Auskunftspersonen von SGF und Gemeinde Rede und Antwort stehen.

2018 wurden die Werkstätten Niederlenz nach 112 Betriebsjahren geschlossen. Vom Handel ausgeschlossen bleibt die rund eine Hektar grosse Landwirtschaftsfläche im Altfeld. Der SGF hat sie verpachtet.

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