Kaiman

Fünf spannende und witzige Fakten zum Kaiman vom Hallwilersee

Nach der Sichtung eines Kaimans stehen in Restaurants am Hallwilersee nun Krokodilburger im Angebot.

Nach der Sichtung eines Kaimans stehen in Restaurants am Hallwilersee nun Krokodilburger im Angebot.

Die aussergewöhnliche mutmassliche Sichtung eines anderthalb Meter grossen Kaimans auf dem Hallwilersee sorgt für Gesprächsstoff. Die Gerüchteküche brodelt. Fünf spannende und lustige Fakten zum aktuellen Stand der Dinge.

Plötzlich soll das Tier am vergangenen Sonntagabend an der Wasseroberfläche erschienen sein und eine Jung-Ente gefressen haben. Die Aargauer Kantonspolizei geht davon aus, dass das Mini-Krokodil aus illegaler Tierhaltung stammt und ausgesetzt worden war.

Zwar können Kaimane auch in der Schweiz als Haustiere gehalten werden, allerdings braucht es dazu eine Bewilligung des Veterinärdienstes. Im Kanton Aargau und im Kanton Luzern hat das Veterinäramt je eine solche Bewilligung erteilt.

Polizei plant keine weitere Suchaktion

Bei der Kantonspolizei seien aufgrund des öffentlichen Aufrufes vereinzelt Hinweise zum Kaiman eingegangen, sagt Mediensprecher Bernhard Graser. Es habe Personen gegeben, die erzählten, beim Baden habe sie etwas gestreift oder sie hätten ein krokodilartiges Tier im See gesehen. Hilfreich waren die bisherigen Hinweise aber nicht, weil die Erlebnisse und Beobachtungen länger zurückliegen.

«Eine Suchaktion lohnt sich da nicht, weil sich der Kaiman womöglich längst an einem anderen Ort aufhält», sagt Graser. Die Polizei werde keine weitere Suchaktion mehr starten, sondern nur ausrücken, wenn sich jemand melden sollte, der dem Kaiman gerade eben begegnet ist. «Alles andere ist praktisch aussichtslos und bezüglich Aufwand und Ertrag fragwürdig. Vor allem weil das Tier nicht gefährlich ist», sagt Graser.

Netze und Schlingen liegen bereit

Der Kaiman würde mithilfe von Schlingen und Netzen eingefangen. Diese lägen bereit, sagt Graser. «Ziel wäre es, ihn anschliessend einer artgerechten Haltung zuzuführen.» Einen solchen Platz zu finden, sei die weniger schwierige Aufgabe als das Tier einzufangen. «Es gäbe genug Zoos, die einen Kaiman aufnehmen könnten», sagt der Polizeisprecher.

Wenn sich das kleine Krokodil nicht mehr blicken lässt, sei zu befürchten, dass es spätestens im Winter sterben werde, sagt Graser. Die kalten Temperaturen sind nichts für ein Tier aus Südamerika, das sich tropisches Wetter gewöhnt ist.

Krokodil mit Pommes nach dem Geheimrezept

Während die Polizei weiterhin Hinweise zum Kaiman entgegennimmt, haben Beizen rund um den See auf den Hype rund um das Reptil reagiert. So bietet Kurt Leo Freudemann im Strandbad Seerose in Meisterschwanden seit gestern einen Krokodilburger an. «Das ist kein Jux», bestätigt er auf Anfrage. Freudemann hat seinen Fleischlieferanten angerufen und gefragt, ob er eventuell Krokodilfleisch im Angebot habe. «Ich habe gleich zwei Kilo bestellt. Unser Koch hat früher für einen Starkoch gearbeitet und dessen Geheimrezept umgesetzt.» Die Badegäste seien begeistert, der Burger, serviert mit Pommes, erfreue sich einer grossen Nachfrage.

Freudemann erzählt, er habe zuerst an ein aufblasbares Tier gedacht, als er von der Kaiman-Sichtung hörte: «Das sieht man ja oft.» Ein Anruf bei der Polizei bestätigte aber die Gerüchte um das Reptil. «Ich fragte mich, ob wir nun die Badegäste evakuieren müssten», sagt er. «Die Polizei sagte aber, das Tier sei ungefährlich.» Freudemann kann seine Badegästen also beruhigen: «Ich sage einfach, sie sollen das Tier aus dem Wasser ziehen, falls sie es antreffen. Dann werfen wir es auf den Grill.»

Filmdreh auf dem Hallwilersee geplant

Im Zusammenhang mit der Kaiman-Sichtung sorgte auch ein Inserat auf der Filmemacher-Seite studentfilm.ch kurz für Verwirrung. Auf der Plattform wurde vor einer Woche per Inserat ein Tonmann oder eine Tonfrau für einen nächtlichen Kurzfilmdreh für die No-Budget-Produktion «Krokodil» gesucht. Der Dreh soll in der Nacht vom 6. auf den 7. August am Hallwilersee stattfinden.

Mehr als ein Zufall dürfte es aber nicht sein: auf der Crowdfunding-Webseite erklärt der junge Filmemacher selbst, dass es sich um die Verfilmung seiner persönlichen Lebensgeschichte handelt. Er leidet seit seinem ersten Lebensjahr an der Hautkrankheit Neurodermitis, bei der die Haut juckt und Schuppen bildet. Mit seinem Film «Krokodil» will er Neurodermitiker ermutigen, ihre persönlichen Probleme im Umgang mit der Krankheit zu thematisieren, und deren Umfeld zu sensibilisieren, schreibt der Filmemacher aus Villmergen.

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