Am 26. November finden in Aarau, Buchs und Lenzburg Einwohnerratswahlen statt. Es kandidieren insgesamt 379 Frauen und Männer. Die Redaktion wählt davon 100 aus und lässt sie in der Zeitung und auf AZ-Online zu Wort kommen. Jedem Kandidaten werden zwischen vier und sieben Fragen gestellt.

Die Liste mit befragten Einwohnerratskandidaten und -kandidatinnen wird laufend erweitert bis zu den Wahlen am 26. November.

Michael Häusermann (46), SVP (bisher), Grenzwächter

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden? Ist es überhaupt erstrebenswert, das zu verhindern?

Michael Häusermann: Die beiden genannten Stadtteile sind wie alle anderen Teile oder Quartiere so lebhaft, wie sie die Bewohnerinnen und Bewohner selbst „gestalten“. Sollte jedoch ein Grossteil der Bewohner frühmorgens das Haus verlassen und erst spät am Abend heimkehren, so kann dies „die Stadt“ auch nicht ändern.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Etwas Lebensnotwendiges fehlt mir nicht in unserer Stadt. Ich vermisse jedoch seit Jahren ein Café mit Konditorei, in der Qualität wie es früher die Konditorei Gurini war. Dies ist natürlich leichter gesagt als getan, aber vielleicht geht dieser Wunsch doch einmal in Erfüllung.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat? (Warum?)

Nein. Die Damen und Herren Nationalräte befassen sich nicht mit Lokalpolitik. Viel zu oft werden sie zu reinen Interessensvertretern. Ich sehe vergleichsweise (leider) auch keinen erwähnenswerten Gewinn für den Aargau, obwohl wir mit Doris Leuthard seit 11 Jahren eine Vertretung im Bundesrat haben.

Wo würden Sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Vermutlich mit Ausnahme des Gesundheitsbereiches könnte man über alle Abteilungen hinweg immer wieder ein paar Tausend Franken einsparen, ohne dass es der Bürger wirklich spüren würde. Die oftmals grosszügigen pauschalen Planungskosten sind mir immer wieder ein Dorn im Auge.

Der Einwohnerrat hat es abgelehnt, neue Stellen zu schaffen für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Was sagen Sie dazu?

Der Einwohnerrat hat eine generelle Stellenaufstockung abgelehnt. Es wäre durchaus möglich, für die genannten Bereiche Stellen zu schaffen. Aber dazu müsste der Stadtrat über die Bücher betreffend der Struktur unserer Verwaltung. In diesem Punkt zeigt er sich nicht sehr kreativ.

Chantal Toker-Bieri (44), GLP (bisher), Technical Designer

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden? Ist es überhaupt erstrebenswert, das zu verhindern?

Chantal Toker-Bieri: Da mach ich mir keine Sorgen. Die beiden Quartiere weisen einen interessanten kulturellen Mix auf. Und es gibt in Lenzburg durchaus auch noch Raum für neues Gedankengut. Ein sehr gelungenes Projekt ist Transformator “Kunst im Quartier” der Kulturkommission, welches die neuen Quartiere den Lenzburgern etwas näher bringt.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Wenn mir etwas fehlt, setze ich mich in den Zug, oder auf`s Fahrrad… Aber ja: Ein schöner Lebensmittelladen in der Altstadt, ein Bistro am Aabach mit live-Musik, ein Stadtpark im Erlengut, ein ausgebautes Velo-Netz…das wär schon nett. Ideen hab ich noch viele.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat? (Warum?)

Mir persönlich gefällt`s, und mit Irène Kälin kommt erst noch eine junge Frau!

Wo würden Sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Ich gehöre sicher nicht zu den “sparwütigen”, aber die Rechnung muss am Ende des Jahres aufgehen. Und sonst, wie jetzt im Fall Lenzburg, muss man entweder mehr Einnahmen generieren oder weniger ausgeben. Ich denke, dass wir im digitalen Zeitalter durchaus noch Potenzial haben, die Effizient in der Verwaltung zu erhöhen. Das ist ein relativ schmerzfreier und effektiver Weg Geld einzusparen.

Der Einwohnerrat hat es abgelehnt, neue Stellen zu schaffen für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Was sagen Sie dazu?

Ich setze mich seit Jahren in diversen Projekten ehrenamtlich für Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein, und bin sehr froh darüber, dass Lenzburg nun ein Kinderbetreuungsreglement hat. Aus meiner Sicht ist es effiziente,r wenn die Projektleitung von jemandem übernommen wird der die Abläufe und Schnittstellen unserer Verwaltung bereits kennt.

Die zusätzliche Stelle im Bereich Sozialamt war unbestritten, der Stadtrat ist nun aufgefordert, die Stellenprozente intern zu verschieben.

Remo Keller (30), SP (bisher), Dipl. Steuerexperte

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden? Ist es überhaupt erstrebenswert, das zu verhindern?

Remo Keller: Aus meiner Sicht ist es erstrebenswert, die Neuzuzüger in Lenzburg zu integrieren. Mit unserem vielfältigen Vereinsleben und unseren gelebten Traditionen passiert dies fast automatisch. Wichtig sind aber auch bauliche Verbesserungen (beispielsweise die optimierte Verbindung im Lenz über die Marktmatten in die Altstadt).

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Unsere liebenswerte Kleinstadt bietet ein reichhaltiges Angebot in den Bereichen Bildung, Kultur, Gastronomie und Kleingewerbe (inkl. vielfältiger Schweizer Handwerkskunst). Die Traditionen und Bräuche werden überdurchschnittlich gelebt und gepflegt.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat? (Warum?)

Ja, es ist sehr erfreulich, dass Lenzburg wieder im Nationalrat vertreten ist. Einerseits bietet dies eine weitere Plattform, um Lenzburg zu präsentieren und andererseits schafft dies ein Gegengewicht zur gefühlten Übervertretung des Raumes Baden/Wettingen im nationalen Parlament.

Wo würden Sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Es beunruhigt mich sehr, wie der Kanton spart. Viele Bürger wollen einen guten Service Public, zukunftsweisende Bildungsangebote, ein gutes Angebot an familienergänzender Betreuung und ein tragfähiges soziales Netz. Dafür zahlt der Bürger in Lenzburg auch gerne etwas.

Der Einwohnerrat hat es abgelehnt, neue Stellen zu schaffen für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Was sagen Sie dazu?

Eine optimale Betreuung und Integration der Asylsuchenden ist unabdingbar. Aus meiner Sicht ist dieser Entscheid unausgereift und falsch. Wir müssen diese Menschen sobald als möglich integrieren, damit sie auf eigenen Beinen stehen und somit unser Sozialsystem entlasten und nicht belasten.

Phoebe Cueni (20), FDP (neu), Studentin Tourismus

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden? Ist es überhaupt erstrebenswert, das zu verhindern?

Phoebe Cueni: Es geht nicht nur darum, die Bewohner dieser neuen bewohnten Lebensräume in andere Stadtteile, Geschäfte oder an Lenzburger Anlässe zu bringen, sondern auch umgekehrt: Lenzburger und deren Kultur in den neuen Quartieren zu präsentieren. Die Quartiere „Widmi“ und „Im Lenz“ sollen attraktive Orte zum Verweilen für jedermann sein.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Als junge Frau stelle ich fest, dass es in Lenzburg als Regionalzentrum für die Jungen an Ausgangsmöglichkeiten mangelt. Ich finde es schade, dass die Jugendlichen deshalb die Abende am Wochenende häufig nicht in Lenzburg, sondern auswärts verbringen.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat? (Warum?)

Es ist für Lenzburg eine Ehre, wenn eine ihrer Einwohnerinnen im Nationalrat vertreten ist. Grundsätzlich sollte eine Nationalrätin dem Kanton verpflichtet sein, soll sich aber bei wichtigen lokalen Fragen und Themen durchaus dafür in Bern stark machen.

Wo würden Sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Als politische Neueinsteigerin kann ich nicht mit ausgereiften Ideen kommen. Für mich ist jedoch wichtig, dass ein sinnvolles und ganzheitliches Durchleuchten der gesamten Verwaltung, nicht nur mit dem Blick aufs Sparen, sondern auch auf deren Effizienz und auf die Kombination von beidem vorausgeht.

Der Einwohnerrat hat es abgelehnt, neue Stellen zu schaffen für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Was sagen Sie dazu?

Bei neuen Projekten müssen nicht immer zwingend neue Stellen geschaffen werden. Es soll auch einmal versucht werden, bestehendes Potenzial zu nutzen, bevor man Stellen schafft, die möglicherweise gar nicht vollständig ausgelastet werden.

Urs Willener (49), FDP (bisher), Landschaftsgärtner

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden? Ist es überhaupt erstrebenswert, das zu verhindern?

Urs Willener: Lenzburg muss eine Zentrumsgemeinde bleiben. Dazu gehört eine entsprechende Infrastruktur mit Dienstleistungsbetrieben wie beispielsweise der Berufsschule, der Staatsanwaltschaft, Kantonspolizei, Ärzte etc.. Mit einem guten Standortmarketing kann dies unterstützt werden. So haben auch grössere Wohnquartiere in Lenzburg Platz.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Ich bin hier aufgewachsen. Mein Arbeitsplatz ist seit 30 Jahren hier in Lenzburg und ich fühle mich privat und mit meinem Gartenbaugeschäft in Lenzburg gut aufgehoben. Spontan habe ich keine Wünsche.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat? Warum?

Ich denke nicht. Für Lenzburg ist es wichtiger, dass wir in Aarau unsere Volksvertreter in der Regierung stellen können, damit sie sich für die Anliegen der Stadt Lenzburg einsetzen. Das Bundeshaus ist für kommunale Themen zu weit weg.

Wo würden Sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Die FDP hat eine Motion zur Gesundung des Finanzhaushaltes eingereicht. Dadurch sollen die strukturellen Abläufe der Stadt durchleuchtet und ein Massnahmenpaket erarbeitet werden, um dem Defizit und der weiteren Verschuldung entgegenzuwirken.

Der Einwohnerrat hat es abgelehnt, neue Stellen zu schaffen für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Was sagen Sie dazu?

Wenn man vom Chef Soziale Dienste hört: ‹Es hat sich intern niemand für diese Aufgaben und Herausforderungen aufgedrängt›, denke ich, liegt es am Einwohnerrat, Sozialamtsvorsteher und Stadtrat mitzuteilen, dass hier keine Wunschzettel verteilt werden und die Aufgaben mit den vorhandenen Stellenressourcen zu erledigen sind.

Raphael Rudolf (33), BDP (neu), dipl. Betriebstechniker HF

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden? Ist es überhaupt erstrebenswert, das zu verhindern?

Raphael Rudolf: Ob neue oder alte Stadtteile, spielt grundsätzlich keine Rolle. Wichtig wäre ein zentraler Bereich in jedem Quartier, der eine Durchmischung von Jung und Alt, Familien und Einzelpersonen ermöglicht. Ein Park, ein Spielplatz oder ein Grillplatz, einfach ein Ort der lebt.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Mir fehlt Leben in der Altstadt. Lenzburg ist modern und entwickelt sich weiter, das finde ich gut. Dennoch finde ich es bedauerlich, dass die wunderschöne Altstadt an Stellenwert verliert und viele Lokale mehrere Jahre nicht besetzt werden können.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat? (Warum?)

Unabhängig davon, wer oder was mit Lenzburg in Verbindung gebracht wird, leistet damit einen wertvollen Beitrag zum Bekanntheitsgrad der Stadt.

Wo würden Sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Lenzburg wächst und da gibt es einfach auch Sachzwänge, die nicht beeinflusst werden können. Des Weiteren muss es ein Ziel bleiben, die Verwaltungsprozesse möglichst schlank und effizient zu gestalten. Grundsätzlich ist immer wieder eine Überprüfung und Wertung vorzunehmen bezüglich Umsetzungsvorhaben.

Der Einwohnerrat hat es abgelehnt, neue Stellen zu schaffen für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Was sagen Sie dazu?

Die Neuschaffung von Stellen muss grundsätzlich kritisch hinterfragt werden. Dennoch braucht es neue Ideen und Ansätze, um die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung sowie die Betreuung und Integration von Asylsuchenden zukünftig ausbauen zu können. Denn das wird die Zukunft sein.

Annette Sikyr 42, (SP), Gerichtsschreiberin

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden? Ist es überhaupt erstrebenswert, das zu verhindern?

Annette Sikyr: Quartiere, in denen es lebt, sind eine Bereicherung für Lenzburg. Die Stadt kann die nötigen Rahmenbedingungen zur Verfügung stellen für neue Läden, Restaurants und Orte, wo man sich trifft. Ein Projekt wie “Transformator“ der Kulturkommission beispielsweise bezweckt, dass Alteingesessene und Neuzuzüger miteinander ins Gespräch kommen.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Ich schätze die hohe Lebensqualität von Lenzburg mit seinem breiten kulturellen Angebot, den verschiedenen Restaurants, der guten Verkehrsanbindung und dem vielen Grün. Was fehlt, ist eine elegante Lösung für den motorisierten Durchgangsverkehr.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat? (Warum?)

Ja. Über zentrale politische Themen wie Verkehr, Soziales oder Asylwesen wird in Bern entschieden, umgesetzt werden diese Themen jedoch von den Gemeinden. Um als Stadt auf Bundesebene Einfluss nehmen zu können, ist es wichtig, dass Lenzburg in Bern mit einer eigenen Nationalrätin eine Stimme erhält.

Wo würden Sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Angesichts der steigenden Einwohnerzahlen ist es wohl schwierig, im städtischen Budget den Sparhebel anzusetzen. Grundsätzlich verfügt Lenzburg über eine solide Finanzpolitik.

Der Einwohnerrat hat es abgelehnt, neue Stellen zu schaffen für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Was sagen Sie dazu?

Für die wichtige familien- und schulergänzende Kinderbetreuung wird ein neues Subventionierungssystem eingeführt. Wenn für eine kompetente und effiziente Einführung des neuen Systems eine befristete Projektstelle die optimale Lösung darstellt, ist es bedauerlich, dass diese abgelehnt wurde.

Marcel Spörri (58), EVP (bisher), Bankkundenberater

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden? (Ist es überhaupt erstrebenswert, das zu verhindern?)

Marcel Spörri: Reine Schlafquartiere sind für eine Stadt nie gut. Ein aktiver Quartierverein ist das beste Mittel, das zu verhindern. Von Seiten der Stadt sind gute Langsamverbindungen (Fuss, Velo, Kickboard) in der ganzen Stadt, aber vor allem von und zu den Quartieren zu erstellen und bekannt zu machen. Es braucht nicht neue Strassen, wie z.B. Spange Süd, sondern direkte und sichere Fuss- und Veloverbindungswege.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Die Lebensqualität in Lenzburg ist bereits sehr hoch. Am meisten vermisse ich ein Konzept für ein sicheres und direktes Fuss- und Veloverbindungsnetz sowie dessen Umsetzung.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat? (Warum?)

Es ist zuerst einmal eine Ehre. Ob es wichtig sein wird, hängt vom Einsatz von Irène Kälin für die Bedürfnisse von Lenzburg ab. Ich denke hier in erster Linie an die leidige Bahnhofsgeschichte. Daran werde ich sie messen.

Wo würden Sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Im aktuellen Budget wurde mit der Plafonierung der Stellen ein Zeichen gesetzt. Für Weiteres warte ich die Resultate der FDP Motion ab, die die notwendigen Grundlagen für eine seriöse Diskussion liefern wird. Im Übrigen entsteht die Lebensqualität nicht mit Sparen um jeden Preis, sondern mit Visionen, die selbstverständlich in den finanziellen Rahmen passen müssen. Aber daraus entstehende vorübergehende Verschuldungen sind deshalb nicht per se schlecht.

Der Einwohnerrat hat es abgelehnt, neue Stellen zu schaffen für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Was sagen Sie dazu?

Mit der Ablehnung der befristeten 60 Prozent-Projektstelle für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung hat der Stadtrat eine Knacknuss zu lösen. Ich bin gespannt, wie er das lösen wird. Als viel schwerwiegender sehe ich aber die Ablehnung der 50-Prozent-Stelle für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Diese Stelle hätte die Stadt Lenzburg finanziell praktisch nicht belastet, wäre also aus Spargründen kein Ablehnungsgrund gewesen. In spätestens sieben Jahren hingegen werden, wie in der Debatte erwähnt, höhere Kosten auf die Stadt zukommen. Schade finde ich es vor allem deshalb, weil der Stadtrat jetzt nicht verpflichtet ist, diese 50-Prozent-Stelle zu schaffen, im Gegensatz zur 60-Prozent-Projektstelle.

Christoph Nyfeler (34) FDP, Unternehmer

Christoph Nyfeler

Christoph Nyfeler

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile «Widmi» und «Im Lenz» nicht zu Schlafquartieren werden? Ist es überhaupt erstrebenswert, das zu verhindern?

«Wir müssen Schlafquartiere verhindern. Lenzburg braucht einen attraktiven Mix aus innovativem Gewerbe, Kultur, Events, Gastronomie und Leben in der Altstadt.»

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

«Lenzburg braucht eine Vision, wieso Lenzburg lebenswert ist und bleibt – was Lenzburg repräsentiert. Und es braucht klare Massnahmen zur Umsetzung.»

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat?

«Ich erachte die Aufgabe eines National- oder Ständerates mehr überregional. Die Qualifikation der Person steht dabei im Zentrum, nicht ihre aktuell örtliche Herkunft.»

Wo würden Sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

«Ich glaube die Stadt Lenzburg verfügt über ein effizientes und straffes Budget. Zusätzliche Einnahmen und Budgetüberschuss würde ich für Bildung und Kinderbetreuung, sowie Infrastruktur einsetzen.»

Der Einwohnerrat hat es abgelehnt neue Stellen zu schaffen für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Was sagen Sie dazu?

«Die ganzheitliche Betreuungsmöglichkeit für Kinder erachte ich als absolute Priorität und ein MUST für die Weiterentwicklung einer familienfreundlichen Stadt. Jedoch muss Geld für die Betreuung selber zur Verfügung stehen und nicht für unnötige und teure Projektleiterstellen.»

Brigitte Vogel (48) SVP, Gartenbau-Ingenieurin

Brigitte Vogel

Brigitte Vogel

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile «Widmi» und «Im Lenz» nicht zu Schlafquartieren werden? Ist es überhaupt erstrebenswert, das zu verhindern?

«Es braucht Zeit für eine Entwicklung und man darf nicht in Aktionitis verfallen. Gewisse Veranstaltungen in diese Quartiere verlegen ist sicher ok. ‹Im Lenz› mit der Nähe zum Bahnhof ist stärker betroffen als die ‹Widmi›. Manchmal wird genau diese Ruhe auch gewünscht.»

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

«Materiell eigentlich gar nichts – wir jammern gerne auf einem hohen Niveau. Das Engagement von uns allen in Kultur, Sport und Politik garantiert ein spannendes Leben in Lenzburg – da haben wir noch Potenzial für mehr Lebensqualität.»

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat?

«Bundesbern ist ja sooooooo weit weg, auch wenn das Berner Wappen am Schloss prangt. Für Lenzburg ist es wichtiger, dass sich die Grossratsmitglieder in Aarau für unsere Belange als Kleinstadt mit Zentrumsfunktion einbringen.»

Wo würden Sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

«Alle Leistungen müssen überprüft werden und gewisse Abstriche sind unausweichlich. Jeder von uns ist betroffen und die Selbstverantwortung muss wieder verstärkt gelebt werden; mit der Gefahr, die Komfortzone leicht zu schmälern.»

Der Einwohnerrat hat es abgelehnt neue Stellen zu schaffen für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Was sagen Sie dazu?

«Der Stellenplan wurde auf dem Stand 2017 ‹eingefroren› und der Auftrag erteilt, mit den aktuellen Personalressourcen die Projekte zu starten. Das Budget zwingt uns manchmal auch zu unbeliebten Massnahmen. Die Steuern entwickeln sich, entgegen dem Wunsch vieler, trotz Neuzuzüge nicht so optimal.»

Tobias Ammann, (38), FDP, Kommunikationsfachmann

Tobias Ammann, aktueller GPFK-Präsident, (38), FDP, will wieder in den Einwohnerrat. Wahlen 2017

Tobias Ammann, aktueller GPFK-Präsident, (38), FDP, will wieder in den Einwohnerrat. Wahlen 2017

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden? Ist es überhaupt erstrebenswert, das zu verhindern?

Tobias Ammann: Die Stadt hat nur einen beschränkten Einfluss darauf, wo ihre Bevölkerung deren Lebensmittelpunkt definiert. Ein ansprechendes Freizeitangebot sowie das Vorhandensein von attraktiven Arbeitsplätzen können es aber zu Gunsten von Lenzburg positiv beeinflussen.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Lenzburg ist eine lebenswerte Stadt, sodass mir eigentlich nichts wirklich fehlt. Innovative Ideen, die das bestehende Angebot weiter bereichern, sind natürlich herzlich willkommen. Diese müssen wir zulassen und mit bestmöglichen Rahmenbedingungen fördern.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat? Warum?

Es ist für die Stadt Lenzburg sicher eine Ehre, wieder einmal eine Nationalrätin aus ihren Reihen stellen zu dürfen.

Wo würden sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Die FDP-Fraktion hat im Einwohnerrat kürzlich eine Motion eingereicht, welche auch Grundlagedaten für diesbezügliche Überlegungen fordert. Den Sparhebel willkürlich, ohne eine fundierte Auslegeordnung anzusetzen, finde ich leichtfertig und führt zu unkoordinierten Einzelmassnahmen.

Der Einwohnerrat hat es abgelehnt neue Stellen zu schaffen für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Was sagen Sie dazu?

Der Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung muss mit den bestehenden Ressourcen in den dafür zuständigen Abteilungen bewältigt werden können. Zur besseren Integration von Asylsuchenden wäre die vorgesehene, beinahe kostenneutrale Stelle nach verschiedenen Gesichtspunkten dienlich gewesen.

Silja Kleiner (24), SP, Kauffrau

    

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden? Ist es überhaupt erstrebenswert, das zu verhindern?

Silja Kleiner: Es ist sicher, dass die neuen „Stadtteile“ ins aktive Leben von Lenzburg einbezogen bzw. Lenzburg auch in die neuen „Stadtteile“ rausgeht. Stadtführungen könnten beispielsweise in die neuen Stadtteile führen oder man bindet diese aktiv in die Neuzuzügeranlässe ein. Allerdings ist diese Art von Integration immer auch davon abhängig, ob es von den BewohnerInnen tatsächlich gewünscht wird.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Wir alle lieben unser Lenzburg, so wie es ist. Jedoch fehlt es an Ausgangsmöglichkeiten für Junge. Es dürfte mehr Bars wie zum Beispiel das "Leopold" in der Altstadt geben. Orte, wo man sich trifft und im Sommer abends lange draussen sitzen kann. Somit könnte auch der Grundstein dafür gelegt werden, dass sich wieder mehr Leute in der Altstadt aufhalten und somit die Umsätze in den Geschäften gesteigert werden.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat? Warum?

Das ist mit Sicherheit sehr wertvoll für die Stadt Lenzburg und wir können stolz darauf sein, dass Irène Kälin Lenzburg im Nationalrat vertritt und es nach Ulrich Siegrist auch eine Frau geschafft hat - und dann noch eine Linkgesinnte. :-) Es ist wichtig für Lenzburg, da wir so politische Zeichen setzen können.

Wo würden sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Es gibt Investitionen, die sind für eine Stadt wie Lenzburg zwingend und wichtig, um die gewünschte Attraktivität zu erhalten. Dabei denke ich aktuell an den Bahnhofplatz und die ganze Umgebung. Der Einwohnerrat hat die Möglichkeit, bei einzelnen Investitionen ihre Notwendigkeit zu prüfen und zu intervenieren. Ich denke, da gibt es allenfalls ein Potenzial. Im Grossen und Ganzen denke ich aber, die Stadt geht – so weit beeinflussbar - haushälterisch mit ihren finanziellen Möglichkeiten um. 

Alexandre Mai (28), CVP, Student

     

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden? Ist es überhaupt erstrebenswert, das zu verhindern?

Alexandre Mai: Das Naherholungsgebiet in und um Lenzburg ist sehr vielfältig. Deshalb ist es wichtig, diesen zu erhalten oder gar auszubauen. Für Zuzügerinnen und Zuzüger muss Lenzburg nicht Liebe auf den ersten Blick sein. Man muss es ihnen nur «gluschtig» machen, die Stadt näher kennenzulernen.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Nur wenige Quartiere in Lenzburg sind an schnelles Glasfasernetz angeschlossen, also symmetrische Gigabit-Leitungen. Zwar ist die Nachfrage momentan eher gering, aber der Bedarf wird in den kommenden Jahren aufgrund der Streaming-Angebote in stets höherer Qualität sicherlich steigen.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat? Warum?

Das ist davon abhängig, wie sehr diese Personen mit Lenzburg verwurzelt sind. Ich nehme an, dass diejenigen, die hier aufgewachsen oder lange gelebt haben, dann durchaus das Wohlergehen von mittelgrossen Städten wie Lenzburg am Herzen liegt und solche Anliegen auf Bundesebene miteinfliessen lassen.

Wo würden sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Beim Ferienhaus Samedan. Leider lässt es sich nicht mehr rentabel betreiben, und das weiss man schon seit Jahren. Wir müssen endlich ernsthaft darüber diskutieren und nach Lösungen suchen, und der Verkauf darf kein Tabuthema sein.

Welche Person macht Ihnen in Lenzburg am meisten Eindruck?

Ich möchte da nicht eine bestimmte Person rühmen, sondern bin von allen beeindruckt, die sich mit Herzblut für das Wohlergehen der Einwohnerinnen und Einwohner von Lenzburg einsetzen und eingesetzt haben.

Martin Geissmann (46), GLP, Leiter Recruting / Betriebsökonom FH

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden?

Diese Quartiere sind zentral gelegen und ich bin sicher, dass sich deren Bewohner aktiv einbringen werden. Eine gute Anbindung an die Stadt mit ÖV, dem Velo oder zu Fuss ist eine wichtige Voraussetzung dafür. Wohnen, Gewerbe, Grünraum, Kultur und Gastronomie für verschiedene Generationen sollen in den neuen Quartieren aktiv erlebt und gelebt werden.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Es fehlt in den letzten Jahren an der richtigen Prioritätensetzung durch die Politik. Lenzburg muss für die Bevölkerung und für Firmen ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort bleiben. Die Infrastruktur (bsp. Bildung, genügend Plätze in der Tagesstruktur, Velowege, Grünraum, Spielplätze) muss der Treiber für Wachstum sein und nicht ‚wie bringe ich 12‘000 Menschen unter und wo baue ich neue Strassen.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat?

Nein. In Bern geht es um Bundespolitik und da zählen andere Werte, Kompetenzen und Inhalte. Ich wünsche Ihr aber viel Erfolg für ihre neue Aufgabe als Nationalrätin.

Wo würden sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Es braucht eine funktionierende Infrastruktur aber die Steuergelder sollten mehr für Menschen (Bildung, Tagesstrukturen, Soziale Dienste, Schulwegsicherheit) und für die Natur und weniger für neue Strassen und zum Teil nicht notwendige Sanierungen ausgegeben werden. Auch in der Verwaltung sehe ich Einsparungspotenzial durch Effizienzsteigerung und Digitalisierung.

Der Einwohnerrat hat es abgelehnt neue Stellen zu schaffen für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Was sagen Sie dazu?

Der SR hat dem ER ein Budget mit einem Verlust aus der betrieblichen Tätigkeit von fast 1,5 Mio. Franken vorgelegt. Der ER hat in der Debatte klar darauf hingewiesen, dass die Kinderbetreuung und auch das Asylwesen unbedingt genügend Ressourcen erhalten sollen. Mit Blick auf die steigenden Schulden jedoch ohne Ausbau. Der SR hat jetzt die Chance, den Stellenplan zu optimieren.

Philippe Minnig (28, FDP), Master of Law

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden?

Es ist sehr erstrebenswert, die Entstehung von reinen Schlafquartieren proaktiv zu verhindern; dies trägt dazu bei, die Lebensqualität in der „Widmi“ und im „Im Lenz“ nachhaltig zu steigern und so beide Quartiere für alle Lenzburger attraktiver zu gestalten.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Wir „beklagen“ uns zum Glück auf einem hohen Niveau, da es der Stadt Lenzburg nicht an Existentiellem fehlt. Hätte ich drei Wünsche offen, würde ich mir mehr Leben in der Altstadt, eine Entschärfung der angespannten Verkehrssituation und einen schnelleren Ausbau des Bahnhofs wünschen.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat?

Eine Vertretung in der Legislative auf Bundesebene zu erhalten, ist für die Stadt Lenzburg sicher erfreulich, unabhängig davon, welcher Partei Frau Kälin angehört. Ich wünsche ihr viel Erfolg mit dem neuen Mandat!

Wo würden sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Am 28. September hat die FDP die Motion „Gesundung des Finanzhaushaltes der Stadt Lenzburg“ eingereicht. Die strukturellen Probleme in der Stadtverwaltung müssen dringend gelöst werden, deswegen fordern wir eine strukturierte Analyse aller Dienstleistungen, Prozesse und der Organisation.

Welche Person macht Ihnen in Lenzburg am meisten Eindruck?

Theo Kromer. Er verkörpert meines Erachtens das Bild des Vollblut-Unternehmers. Er ist erfolgreicher Patron in einer schwierigen Branche, hat den Wandel der letzten Jahre mit Bravour bewältigt und bietet dank seinem zukunftsgerichteten Denken weiterhin über 100 Personen ein Einkommen. 

Julia Mosimann (20), SP, Studentin

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden?

Ich finde es wichtig, dass die beiden neuen Stadtteile gut integriert werden. Quartieranlässe sind eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen. Wichtig ist auch, dass die Neuzuzüger über das kulturelle Angebot von Lenzburg informiert sind. Sicherlich ist aber auch der Wille der Bewohner in den jeweiligen Quartieren nötig, etwas dazu beizutragen.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

Mir fehlt das Himmelrych in der Lenzburger Altstadt. Das war ein toller Laden mit einem breiten Angebot für Geschenke und kleine Mitbringsel.

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat?

Für das Image von Lenzburg ist es sicher nicht schlecht, mit einer jungen Frau im Nationalrat vertreten zu sein.

Wo würden sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Es wird jetzt schon sorgfältig mit den Finanzen umgegangen. Wichtig finde ich, dass man bei der Bildung keine massiven Einsparungen macht.

Welche Person macht Ihnen in Lenzburg am meisten Eindruck?

Ich finde es toll, was Stefanie Gehrig alias Fräulein Rosarot auf die Beine gestellt hat. Sie ist eine junge und innovative Frau, welche sich mit ihrem eigenen Geschäft in der Rathausgasse bestens platziert hat und originelle Produkte anbietet.

Beatrice Taubert (47), SP, Innenarchitektin

Wie kann Lenzburg verhindern, dass die zwei neuen Stadtteile „Widmi“ und „Im Lenz“ nicht zu Schlafquartieren werden?

Mit den neuen Parks ist bereits der erste Schritt getan. Lenzburger nutzen sie genauso wie NeuzuzügerInnen. Weiter gilt es, die neuen Stadtbewohner von unserem vielfältigen Kultur- und Sportangebot zu begeistern. Wertvoll sind auch die laufenden Vernetzungsanlässe alter und neuer Quartiere.

Was fehlt Ihnen am meisten in der Stadt Lenzburg?

In Lenzburg finde ich sehr viel, um glücklich zu sein. Als Schwimmerin und Naturverbundene fehlt mir der See! Und weitere innovative Lädeli-Ideen für die Altstadt, doch sie werden kommen...

Ist es für Lenzburg wichtig, dass die Stadt mit Irène Kälin (Grüne) erstmals seit Ulrich Siegrist (SVP) wieder einen eigenen Nationalrat hat?

Unbedingt! Die Gemeinden sind in ihrer Handlungsfähigkeit auf eidgenössische und kantonale Entscheide angewiesen, umso wichtiger ist es, als Stadt oder Region in kantonalen und nationalen Gremien vertreten zu sein.

Wo würden sie im städtischen Budget den Sparhebel ansetzen?

Lenzburg geht haushälterisch mit finanziellen Ressourcen um und musste noch nie auf Sparprogramme zurückgreifen. Ich bin gegen die „Totsparmentalität“, schliesslich bekommt Lenzburg für die meisten Ausgaben Lebensqualität zurück.

Der Einwohnerrat hat es abgelehnt neue Stellen zu schaffen für den Aufbau der familien- und schulergänzenden Kinderbetreuung sowie für die Betreuung und Integration von Asylsuchenden. Was sagen Sie dazu?

Ein Desaster! Auf Vorrat zu sparen und erst noch bei Bildung und Sozialem, das geht gar nicht. In den letzten Jahren ist in diesen Bereichen in Lenzburg viel aufgebaut worden, u. a. mit vielen Freiwilligen mit Herzblut. Ein Jammer, wenn es nun zu einem Leistungsabbau kommt.