Lenzburg
Fröhlicher Regierungsrat Stephan Attiger beim Chlausmarkt-Apéro

Landstatthalter und FDP-Regierungsrat Stephan Attiger hielt eine lustige Rede am Chlausmarkttreffen in Lenzburg.

Fritz Thut
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Chlausmarktzusammenkunft der Gemeindeammänner und -schreiber aus dem Bezirk Lenzburg mit Vortrag von Landstatthalter Stephan Attiger und der Schelte des Stadtklauses. Aufgenommen am 8. Dezember 2016 im Burghaldenhaus in Lenzburg.

Chlausmarktzusammenkunft der Gemeindeammänner und -schreiber aus dem Bezirk Lenzburg mit Vortrag von Landstatthalter Stephan Attiger und der Schelte des Stadtklauses. Aufgenommen am 8. Dezember 2016 im Burghaldenhaus in Lenzburg.

Was ist der Unterschied zwischen einem Politiker und einem Telefon? «Das Telefon kann man aufhängen, wenn man sich verwählt hat.» Mit zahlreichen Kalauern und Sprüchen in dieser Währung unterhielt Landstatthalter Stephan Attiger an der traditionellen Chlausmarkt-Zusammenkunft im Lenzburger Burghaldenhaus die Gemeindeammänner und Gemeindeschreiber des Bezirks, sowie weitere Gäste.

Nach einem «weiteren intensiven Jahr» diene dieser Anlass zum gemütlichen Beisammensein, erklärte der Lenzburger Stadtammann Daniel Mosimann in seiner Begrüssung. Bezug nehmend auf «Filterblase», das Wort des Jahres 2016, versprach der Gastgeber, dass es davon keine Abwandlung in Form einer «Burghaldenblase» gebe.

Weil der Bezirk Lenzburg in den letzten Jahrzehnten immun war gegen die allseits grassierende Fusionitis wirds immer eng im Burghaldenhaussaal. Gemäss Mosimann wird hier die Mindestdichte für Kernstädte mit 70 Einwohnern pro Hektare tüchtig übertroffen: 52 Personen zählte der Stadtammann. «Dichtestress kommt trotzdem nicht auf; einige scheinen die Enge gar zu geniessen.»

Stadtchlaus soll bei der SBB Druck machen

Dieses Stichwort nahm auch der kantonale Baudirektor auf. Im Lexikon hatte er sogar nachgeschlagen, dass sich zu viel Dichtestress negativ auf die Fortpflanzungsaktivität auswirke. Aus diesem Grund, so vermutete Attiger, sei wohl das Geburtshaus «Storchenäscht» von Lenzburg nach Othmarsingen gezogen: «Dort haben sie nämlich schon einen neuen Bahnhof.»

Diesbezüglich hinke Lenzburg mit seinem Bahnhof etwas hinten nach. Attiger rief den Stadtchlaus auf, bei den SBB etwas mehr Druck zu machen. Zudem wunderte er sich über die Genügsamkeit der Lenzburger: «Die Eröffnung des Migrolino wird hier bereits als Meilenstein gefeiert.»

Als Verkehrsminister äusserte sich der Referent auch zum Autoverkehr und forderte einmal mehr den Ausbau der A1. Der Ausbau der Neuhof-Kreuzung nütze nichts, wenn das Astra wenig später den Autobahnzugang mit einer Ampel dosiere: «Mein Vorgänger ging als ‹Kreisel-Peter› in die Geschichte ein, ich selbst möchte nicht als ‹Rotlicht-Stephan› Erwähnung finden.»

Die Gäste genossen die Bonmots, danach die nicht minder traditionellen Wurstweggen und Chäschüechli, später den «Ochsen»-Apéro, die Nachtessen-Runden. Ein Tag fernab jeglichen Protokolls ...