Um mehr Teilnehmer in der Schüler-Kategorie rekrutieren zu können, wurde im Vereinszimmer des Schulhauses ein Jass-Kurs ausgeschrieben. Lehrer Erich Zwahlen, selbst kein angefressener Jasser, aber auch sonst der Brauchtumspflege zugetan, motivierte die örtlichen Eleven und rief auch die benachbarten Schulen zur Beschickung des Jass-Unterrichts auf.

Die Resonanz war grossartig. Das Vereinszimmer platzte fast aus den Nähten, als rund 60 Kinder, begleitet von einigen Lehrern und Erwachsenen, interessiert den Ausführungen von Jass-Organisator Hans Bachmann und Kursleiter Fabian Cadonau lauschten. In einem kurzen Theorieblock wurden die unterschiedlichen Stich- und Punktwerte der 36 Karten bei Trumpf oder Obenabe oder Undenufe erklärt.

70 Prozent beim Jassen ist Glück

Im weiteren wurden auch Kriterien vermittelt, wann es opportun ist, Vorhand Trumpf zu machen oder wann es angebracht ist, zu schieben. Nach verschiedenen Beispielen konnte anschliessend das Gehörte in die Tat umgesetzt werden. «Am Schluss des Kurses seid ihr fähig, am Jassturnier hier im Dorf teilzunehmen», hatte Hans Bachmann eingangs prophezeit.

Dass zum Ablauf einer Jasspartie noch mehr gehört, als Kenntnisse über Kartenwerte zeigte sich in der Praxis, doch mit Tipps der Erwachsenen konnten die Schüler einen ersten Jass klopfen. «Die Routine kommt mit den Jahren», hatte Bachmann in Aussicht gestellt, doch hätten die Jugendlichen dank ihren Memory-Fähigkeiten auch einen Vorteil: «Sie können sich die gespielten Karten oft viel besser merken.»

Dies ist ein Weg zum Erfolg, doch «70 Prozent beim Jassen ist Glück», hielt der Organisator ebenfalls fest. Und er ist immerhin ehemaliger Schweizer Meister.