Lenzburg

Freischaren-Manöver: «Viele haben noch nie ein Gewehr in den Händen gehalten»

Auf der Schützenmatte vor der Schlosskulisse nehmen Kadetten-Instruktoren und Freischaren-Zugführer Anweisungen zum Manöverablauf entgegen.

Auf der Schützenmatte vor der Schlosskulisse nehmen Kadetten-Instruktoren und Freischaren-Zugführer Anweisungen zum Manöverablauf entgegen.

Über 900 Mitwirkende nehmen am Freischaren-Manöver am kommenden Freitag teil. Die Sicherheitsleute sind gefordert.

Was wäre ein Lenzburger Jugendfest ohne das Freischaren-Manöver in den geraden Jahren? Zugegeben: Die Frage ist rein rhetorischer Natur. Die mittlerweile 164 Jahre alte Tradition ist lebendiger denn je.

Jedes Mal wollen noch mehr Teilnehmer am grössten Freilichttheater in der Region dabei sein und mit ins Gefecht steigen. Am kommenden Freitag sind es 23 Züge mit rund 660 Freischaren.

Hinzu kommen 270 Kadetten. In einem farbenfrohen, lautstarken Open-Air-Spektakel liefern sich das disziplinierte Kadettenkorps der Schülerinnen und Schüler und eine Horde kunterbunter, wilder Freischaren ein Scharmützel mit dem entscheidenden Gefecht auf der Schützenmatte. Zur grossen Freude des erfahrungsgemäss stets in Scharen aufmarschierenden Publikums.

Eine Inszenierung in dieser Grössenordnung ist jedes Mal eine immense Herausforderung für die verantwortlichen Organisatoren und die Sicherheitsleute. Stabschef Peter Buri erklärt, man wolle wiederum alles Mögliche vorkehren, um Unfälle zu vermeiden. Eine Voraus-Besichtigung der Örtlichkeiten, auf denen das Gefecht stattfindet, ist für die Freischaren- und Kadettenausbilder seit langem ein Muss.

Enge Zusammenarbeit mit Repol

Bis vor einigen Jahren war es die Regionalpolizei, welche jeweils Verkehr und Manöver aneinander vorbei lotste. Das reicht heute nicht mehr. Es braucht auch Sicherheitsvorkehrungen innerhalb des Manöver-Betriebes. Dazu wurde eigens ein Ressort geschaffen: «Cortège und Sicherheit».

Verantwortlich für den geordneten und reibungslosen Ablauf des Freilichtspektakels ist Doël Silva. Zu seinem Pflichtenheft gehören die Umsetzung des Verkehrskonzepts in Zusammenarbeit mit der Regionalpolizei und dem Regionalbus. Silva koordiniert den Feuerwehreinsatz und ist zuständig für den Rettungsdienst. Letzterer wurde auf das kommende Manöver hin weiter ausgebaut. Dazu Doël Silva: «Wir sind mit medizinischem Fachpersonal auf der Strecke. Notarzt, Rettungssanitäter und Fachkräfte des Samaritervereins sind auf drei Jeeps unterwegs.»

Das Ressort «Cortège und Sicherheit» umfasst heute eine Mannschaft von fast 40 Personen. Hinzu kommen 20 Einsatzkräfte der Regionalpolizei, bestätigt Repol-Chef Ferdinand Bürgi. «Wir betreiben einen immensen Aufwand, damit das Manöver unfallfrei über die Bühne geht», sagt Silva. Zum ersten Mal habe man Freischaren im Vorfeld eine Grundausbildung im Umgang mit dem Gewehr angeboten. «Viele, die am Manöver mitmachen, haben noch nie ein Gewehr in den Händen gehalten.»

In einem Begleitzug sorgen die Sicherheitsfreischaren auf den Schauplätzen für Ordnung. Wo nötig, werden allzu neugierige Zuschauer mit kurzzeitigen Seilabsperrungen sanft in die Schranken gewiesen, um Konfliktsituationen mit dem Geschehen auf den Theaterplätzen zu vermeiden. Zur Sicherheit von Mensch und Tier auf und neben der «Bühne».

az-Fotograf Emanuel Freudiger filmt aus dem Lenzburger Freischarenmanöver heraus

Das war vor vier Jahren: az-Fotograf Emanuel Freudiger filmt aus dem Lenzburger Freischarenmanöver heraus

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