Seon

Freikirche hat sieben Jahre nach einem «mutigen Schritt» wieder ein Daheim

Kernstück des Zentrums der «seetal chile» in Seon ist der grosse, modernst eingerichtete Saal, hier bei einem Intermezzo bei der Einweihung.

Kernstück des Zentrums der «seetal chile» in Seon ist der grosse, modernst eingerichtete Saal, hier bei einem Intermezzo bei der Einweihung.

Ein mit modernster Technik ausgestatteter Saal mit Foyer und Bistro für Gottesdienste und andere Anlässe ist das Herzstück des neuen Zentrums der «seetal chile» der Chrischona-Gemeinde Seon. Die Bauzeit fürs Gemeindezentrum betrug ein Jahr.

Bei der offiziellen Einweihung des Neubaus der Freikirchensektion kam bei weltlichen Gästen fast etwas Neid auf: «Wir haben bei der Gemeinde kein solch modernes Gebäude», musste Gemeindeammann Heinz Bürki in seiner Grussadresse eingestehen.

Der gegen aussen schnörkellos wirkende und gemäss Architekt Beat Dössegger «zweckmässige Bau» steht am Chrischonaweg 2 in einem Seoner Wohnquartier.

Anfänge im 19. Jahrhundert

Die Adresse unterstreicht die langjährige Verankerung in der Gemeinde. Pastor Matthias Altwegg erwähnte in seiner Ansprache die Anfänge in der Region. Nach ersten Bibelstunden in Privathäusern in Leutwil und Boniswil im Jahre 1874 wurde bereits ein Jahr später der Evangelist Jakob Keller im Seoner Ortsteil Retterswil stationiert.

Noch im 19. Jahrhundert wurde das aktuelle Areal in Seon erworben. Seit rund 20 Jahren geistert die Idee eines Neubaus in den Köpfen der Seoner Chrischona-Verantwortlichen herum, doch bevor es ans Planen ging, erfolgte 2007 ein Einschnitt.

Angesichts der drohenden Abwanderung von jungen Familien habe man sich, so Altwegg, zu «einem mutigen Schritt» durchgerungen: Man gab sich ein neues Leitbild und mit «seetal chile» einen neuen Namen und ein neues Erscheinungsbild.

«Es war ein grosses Risiko und wir wussten damals nicht, ob wir die enge Kurve kriegen», blickte der Pastor bei der Einweihung sieben Jahre zurück. Inzwischen hat die «seetal chile» den Rank geschafft und wächst um rund 10 Prozent pro Jahr.

Mit dem neuen Zentrum hat man nun ein Daheim erhalten, das den Raumbedürfnissen Rechnung trägt. Der Sonntagsgottesdienst muss nicht mehr gestaffelt gefeiert werden, sondern die ganze Gemeinde trifft sich im Saal und kann so den Austausch pflegen. Im Untergeschoss befinden sich Büros, Sitzungszimmer und weitere Räume.

Baukommissionspräsident Hans Dössegger erinnerte die Einweihungsgäste an den nicht immer einfachen Weg zum Gemeindezentrum, das nun das bisherige, teilweise anders genutzte Gebäude ergänzt. Er verglich das Bauwerk mit einem Konzert, bei dem erst das gute Zusammenspiel von Komponist, Dirigent und Orchester einen perfekten Hörgenuss bringt.

Neben der guten Zusammenarbeit – auch mit der Einwohnergemeinde, mit der eine gute Lösung für die auf dem Grundstück lastende Grundwasserschutzzone gefunden wurde – braucht es zum Bauen auch Geld. Mit dem Verkauf der Kapellen in Egliswil und Dürrenäsch, Spenden, Legaten, und dem von den Gemeindegliedern über Jahre geäufneten Baufonds erreichte man laut Hans Dössegger einen Eigenkapitalanteil «von 65 bis 75 Prozent» für das rund 4,4 Millionen Franken teure Zentrum.

Das gute Einvernehmen der Chrischona-Gemeinden mit den reformierten Kirchen unterstrich der Auftritt des Seoner Pfarrers Jürg von Niederhäusern: «Im Reich Gottes gibt es keine Konkurrenz. Wir arbeiten alle bei der gleichen Firma; einfach in andern Abteilungen.»

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