Lenzburg
Forstbetriebe profitieren vom Holzschnitzel-Boom

Die SWL Energie AG, Lenzburg, setzt auf erneuerbare Energie. Soeben hat sie in der Überbauung Widmi eine 350 kW starke Holzschnitzelheizung in Betrieb genommen - es ist die bislang grösste Heizzentrale der Stadt.

Toni Widmer
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Bereitgestelltes Schnitzelholz in der Nähe des Römersteins.

Bereitgestelltes Schnitzelholz in der Nähe des Römersteins.

Toni Widmer

Die Aktivitäten der SWL freuen auch die Forstdienste Lenzia, den gemeinsamen Forstbetrieb der Ortsbürgergemeinden Lenzburg, Ammerswil, Niederlenz, Othmarsingen und Staufen. Sie können die Holzschnitzel für die Energiezentrale liefern.
Ein willkommenes Geschäft
Das ist ein sehr willkommenes Geschäft, wie Lenzia-Betriebsleiter und Stadtoberförster Frank Haemmerli bestätigt: «Die Schnitzelproduktion bringt unserem Forstbetrieb wesentliche Vorteile. Weil es weniger Abfallholz gibt, können wir die Holznutzung optimal ausschöpfen, was sich positiv auf den Ertrag niederschlägt.»
Die SWL sind nicht der einzige Kunde der Forstdienste Lenzia. Geliefert werden kann auch an die Bremgarter Ortsbürger, die in ihrem Betrieb nicht genug Holzschnitzel gewinnen können, um die örtliche Nachfrage zu decken. In Bremgarten betreibt die AEW Energie AG einen Nahwärmeverbund mit einer 9000 kW starken Holzschnitzelheizung.
Abnahmeverträge über 10 000 m
Die Forstdienste Lenzia hätten zwei Abnahmeverträge mit einer Laufzeit von je 20 Jahren abgeschlossen. «Das garantiert uns einen Absatz von 10000 Schnitzelkubikmeter pro Jahr», erklärt Haemmerli. Mit 14000 Schnitzelkubikmetern würde bereits die Hälfte des jährlichen Hiebsatzes als Energieholz bereitgestellt.
Haemmerli hätte kaum etwas dagegen, wenn es noch mehr würde. Die Chancen dazu sind intakt. Die SWL plant eine weitere grosse Schnitzelheizung in der Überbauung Gleis Nord auf dem ehemaligen Hero-Areal. «Wir könnten und würden auch dafür die nötigen Mengen bereitstellen», sagt er. Die Vorteile für den Forstbetrieb lägen auf der Hand: «Weil wir weniger Holzsortimente bereitstellen müssen, geringere Rüstkosten für die Entastung sowie deutlich weniger Markier- und Einmessarbeit sowie Verkaufsaufwand haben, sinken unsere Kosten. Im Gegensatz dazu sind die Erlöse höher als beim Industrieholz. Und sie fliessen bei langfristigen Verträgen vor allem auch kontinuierlich, was unsere wirtschaftliche Sicherheit erhöht.» Der Wald, versichert Haemmerli, würde dennoch nicht übernutzt. «Für den Naturschutz und die natürliche Entwicklung bleibt genügend Raum. Da besteht keine Gefahr.»