Die Ermittler hätten an der Medienkonferenz am Mittwochnachmittag in Schafisheim einen sehr professionellen Eindruck gemacht. «Sie wussten, was sie sagen wollten – aber auch, was sie nicht sagen wollten.» Das sagt Josef Sachs, pensionierter Gerichtspsychiater und Forensiker, der für die «Nordwestschweiz» die Medienkonferenz von Aargauer Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei mitverfolgte.

Vierfachmord Rupperswil: Staatsanwältin Barbara Loppacher informiert über den neusten Stand der Ermittlungen.

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(Komplette Fassung von der Medienkonferenz am 18. Februar 2016)

Weshalb aber hat die Staatsanwaltschaft eine Pressekonferenz einberufen, wenn sie noch nicht den Durchbruch erreicht hat?

Für Josef Sachs ist klar, dass stets zwei wichtige Ziele in einem Verfahren in die Quere kommen: «Einerseits will man die Mithilfe der Bevölkerung. Um dies zu erreichen, muss man Informationen bekannt geben. Andererseits will man die Täterschaft möglichst wenig beeinflussen, deshalb sollte man so wenig Details wie möglich veröffentlichen – hier den Mittelweg zu finden ist eine grosse Herausforderung», so Sachs weiter.

Vierfachmord Rupperswil: 100'000 Franken Belohnung ausgesetzt – Oberstaatsanwalt Philipp Umbricht erklärt die Strategie

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(Kurzfassung von der Medienkonferenz am 18. Februar 2016)

Bedeutung des Falls erhöht

Der Kanton Aargau setzte an der Pressekonferenz für konkrete Hinweise, die zur Ermittlung der Täterschaft führen, eine Belohnung von 100'000 Franken aus.

Was bedeutet das für die Täterschaft? «Mit einem solch hohen Betrag einer Belohnung erhöht die Staatsanwaltschaft und Polizei die Bedeutung des Falls. Es ist ein Zeichen an die Täter, dass sie ganz spezielle Verbrecher sind – und da schwingt bei der Täterschaft vielleicht auch ein bisschen Narzissmus mit.»

Und weiter sagt Sachs: «Die Täter wissen jetzt, dass DNA-Spuren sichergestellt wurden. Das kann sie unter Druck setzen.»

Vierfachmord Rupperswil: Aargauer Kripochef Markus Gisin: «Fall Rupperswil hat oberste Priorität» (Kurzfassung)

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(Kurzfassung von der Medienkonferenz am 18. Februar 2016)

9850 Franken abgehoben

An der Pressekonferenz gaben die Ermittler ausserdem bekannt, dass das spätere Opfer Carla Schauer am Mordtag 9850 Franken am Bankschalter abgehoben, sowie 1000 Euro am Bankomaten bezogen hat.

Sachs dazu: «Das ist kein Allerweltsbetrag – es ist möglich, dass sich die Täter mehr erhofft haben. Es ist aber auch möglich, dass ein Beziehungsaspekt eine Rolle gespielt hat.» (az)

Der Fahndungsaufruf der Kantonspolizei Aargau

Vierfachmord von Rupperswil: Zusammenfassung der Ereignisse

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