Lenzburg
Fischessenerlös fliesst in Freizeitbereich

Nähmaschinen und neue Spiele: Die Nutzniesser des diesjährigen Fischessens in Lenzburg wollen mit dem Geld Neuanschaffungen tätigen.

Ruth Steiner
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Monika Fischer und Monika Geissmann von der Freizeitwerkstatt und Christoph Erne und Yvonne Hofer von der Ludothek mit Sergio Caneve, OK Fischessen.

Monika Fischer und Monika Geissmann von der Freizeitwerkstatt und Christoph Erne und Yvonne Hofer von der Ludothek mit Sergio Caneve, OK Fischessen.

Einiges an diesem Anlass hat rituellen Charakter – aber lange nicht alles. Jeweils im Herbst verteilt Sergio Caneve, OK-Präsident des Fischessens, den Erlös aus der Veranstaltung in der Jugendfestwoche an eine Institution. Damit hat es sich jedoch bereits mit der Beständigkeit. Jedes Jahr kommt nämlich eine andere Organisation zum Zug. Wer das jeweils ist, unterliegt einem demokratischen Entscheid des OK Fischessen.

Gestern klopfte Sergio Caneve mit einem symbolischen Check unter dem Arm gleich an zwei Türen, nämlich an jene der Freizeitwerkstatt und der Ludothek. Beide Vereine sind im Freizeitbereich tätig und dürfen sich je über 4000 Franken Zustupf in ihre Kassen freuen. «Das ist sehr viel Geld für uns», sagt Monika Fischer von der Freizeitwerkstatt, Christoph Erne, Ludothek-Kassier, pflichtet ihr bei. Mit 37 Jahren gehöre die Ludothek in Lenzburg zu einen der ältesten in der Schweiz, sagt Erne. Eine nach der andern würden verschwinden, so unter anderem die Ludothek in Seon im vergangenen Jahr.

Über den Erfolg der Lenzburger Spielsachenausleihe kann Erne nur mutmassen. In der heute schnelllebigen Zeit sei es oft so, dass die Kinder nur wenig lang intensiv mit einem Spielzeug spielten und dieses beiseitelegten, sobald sie sich damit langweilten. «Mit unserem Ausleihangebot wollen wir deshalb der heutigen Wegwerfgesellschaft entgegenwirken», sagt Erne und verweist auf die moderaten Ausleihgebühren. Diese würden es auch minder bemittelten Personen erlauben, in der Ludothek Spielsachen zu holen. In den Räumlichkeiten am Walkeweg stehen rund 1000 verschiedene Gesellschaftsspiele und viele andere Spielsachen zur Auswahl. Mit dem geschenkten Geld werden neue Spiele gekauft. «Wir denken über Tipp-Toi-Stifte nach», so Erne. Das sind interaktive Lernspiele, tippt das Kind mit dem Stift auf ein Bild oder einen Text, erklingen passende Geräusche, Sprache oder Musik.

Auch in der Freizeitwerkstatt wird darüber diskutiert, den Betrag für Neuanschaffungen zu verwenden. «Wir werden wohl eine unserer Nähmaschinen ersetzen», sagt Monika Fischer. Der Verein bietet pro Semester rund 25 Kurse an. Diese erfreuen sich grosser Beliebtheit und müssten teilweise gar doppelt geführt werden, weiss Fischer. Die Freizeitwerkstatt ist kürzlich mit Stricknadeln in Erscheinung getreten. Er hat mit den eingestrickten Bäumen am Freischarenplatz eine bis heute sichtbare Erinnerung an das Jubiläumsfest der Kulturkommission geschaffen.

1000 Portionen Fisch

Das Fischessen ist jeweils mittwochs die kulinarische Einstimmung aufs Jugendfest. Jedes Jahr werden im Zelt auf dem Metzgplatz Rekordmengen von Balchen vertilgt: In diesem Sommer waren es rund 1000 Fischportionen, welche die Mitglieder des Rotary Club Lenzburg mit den Partnern, dem Rotary Club Lenzburg-Seetal, den Business- und Professional-Women (BPW), der Freischarenküche und Rotaract Mittelland den Gästen servierten.