Einzig Staufen (dagegen), Hunzenschwil sowie Möriken-Wildegg (Stimmenthaltung) sind bei der Frage um die Zukunft der gemeinsamen regionalen Standortförderung ausgeschert. Die übrigen 23 Gemeinden stellten sich hinter den LLS-Ausschuss, als er dem Vorstand an der Sitzung am Mittwochabend die Weiterführung der Standortförderung beantragte.

Seit Anfang 2018 läuft ein vorerst auf zwei Jahre befristeter Pilotversuch unter dem Dach des LLS. Gemeinsames Ziel ist es, die Region Lenzburg Seetal zu stärken und weiterzuentwickeln. Dazu wurde eine 60-Prozent-Stelle geschaffen, welche seit Februar 2018 mit Mani Sokoll besetzt ist. Der Ausschuss zieht eine positive Zwischenbilanz zu den bisherigen Tätigkeiten: In seinem Antrag an den Vorstand schreibt er von «guten Resultaten, die in kurzer Zeit erreicht werden konnten». Für die kurze Periode bereits messbare Ergebnisse aufzuzeigen, sei jedoch schwierig, hiess es. Konkret in Arbeit sind eine Immo-Datenbank und ein Projekt, mit welchem sich der LLS als Genussregion positionieren möchte. Der LLS-Präsident und Lenzburger Stadtammann Daniel Mosimann warnte deshalb vor allzu hohen Erwartungen. «Die Bemühungen der Standortförderung werden jetzt langsam sichtbar», sagte er. Unbestritten ist, dass sich die LLS-Region im Dreieck zwischen Aarau, Brugg und Baden stärker positionieren muss. Nur wer auf sich aufmerksam macht, wird wahrgenommen. Das ist eine Binsenwahrheit.

Kosten sind eine hohe Hürde

Der Pilotversuch wird aus verschiedenen Töpfen finanziert: durch den LLS, mit Geldern der Neuen Regionalpolitik (NRP) und von der Wirtschaft.

Bei der Einführung der Standortförderung vor anderthalb Jahren konnten namhafte Firmen aus der Region ins Boot geholt werden. Diverse Unternehmen zahlen Beiträge, obwohl der LLS ihnen ein Stimmrecht absprach. Der Vorstand vertrat die Ansicht, der LLS sollte ein rein politisch aufgestelltes Gremium bleiben. Daran will man auch in Zukunft festhalten.

Wie die Standortförderung inskünftig bezahlt werden soll, ist im Moment das grosse Fragezeichen. Laut dem Dintiker Gemeindeammann Ruedi Würgler, der als Schnittstelle zwischen dem LLS und den Wirtschaftsvertretern fungiert, haben diese klare Erwartungen an den LLS, bevor sie bereit sind, neue Gelder zu sprechen: «Die Wirtschaft möchte vom LLS ein deutliches politisches Bekenntnis zugunsten der Standortförderung und einen Vorschlag, in welchem finanziellen Rahmen der Gemeindeverband sich an der Standortförderung beteiligt.» An diesem Votum schieden sich die Geister. Einige Vorstandsmitglieder möchten den Spiess umkehren. Der LLS sehe sich als Dienstleistungsplattform für die Wirtschaft. Deshalb sähe man lieber von den Unternehmern ein konkretes finanzielles Angebot, in welcher Grössenordnung diese bereit sind, sich an den Kosten von jährlich 140'000 Franken zu beteiligen. So viel berechnet der LLS für die Weiterführung der Standortförderung (Aufwand für Personal und Projekte).

Der Gemeindeverband selber befindet sich finanziell in einem engen Korsett. Eine Erhöhung des vom Vorstand beschlossenen Finanzierungsbeitrags der Gemeinden von fünf Franken pro Kopf ist tabu. Zudem ist unklar, ob und in welcher Höhe allenfalls, weitere NRP-Gelder in die Standortförderung fliessen könnten. «Wir werden beim Kanton Projekte eingeben. Doch die Finanzierungszusagen, wenn überhaupt, werden erst im Herbst erfolgen», erklärte Geschäftsführer Jörg Kyburz. Tatsache ist: Dem LLS geht es ans Eingemachte, wenn er mehr Gelder als bisher in die Standortförderung einschiessen muss. Das machte LLS-Präsident Mosimann unmissverständlich klar. Die Rede war gar von allfälligen Pensenkürzungen beim Personal des Gemeindeverbandes.