Beinwil am See
«Feurige» Musikanten konzertierten erstmals im renovierten «Löwen»-Saal

Dirigent Roland Wirz führte die Musikgesellschaft unter dem Motto mit «Füür und Flamme» am Samstag durch das Konzert. Es war sein Abschiedskonzert. Zu Gast im neuen Saal des Hotels Löwen war auch Radiojournalist Maurice Velati, der witzig durch den Abend führte.

Patricia Schoch
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Die Musikgesellschaft unter der Leitung von Roland Wirz überzeugt auf der ganzen Linie
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Solist Hans Holliger brilliert im Frank Sinatra Hit
Moderator Maurice Velati macht sich fürs Publikum «zum Huhn»
Konzert der Musikgesellschaft Beinwil am See
Roland Wirz wird für seinen langjährigen Einsatz als Dirigent mit einem Weinfässli verdankt

Die Musikgesellschaft unter der Leitung von Roland Wirz überzeugt auf der ganzen Linie

Patricia Schoch

Verstaubte Märsche in muffigen Sälen? Schnee von gestern! Dies bewies die Musikgesellschaft Beinwil am See bei ihrem Jahreskonzert unter dem Motto «Füür und Flamme».

Bereits die Tischdekoration mit Chillischoten und süssen Feuersteinen stimmte auf einen feurigen Abend ein. Dem Blasmusikverein kam die Ehre zuteil, den frisch renovierten Saal des ehemaligen Hotels Löwen einzuweihen. Dies wollten sich die «Böjuer» nicht entgehen lassen; der Saal war beinahe bis auf den letzten Platz besetzt.

Die Musikgesellschaft ihrerseits belohnte das zahlreich erschienene Publikum mit einem schmissigen Programm quer durch die Blasmusikliteratur, vom 1909 komponierten Marsch über Abba bis hin zum aktuellen Hit von Pop-Lady Adele.

Als Ansager führte Radiojournalist Maurice Velati durch den Abend und provozierte mit seiner lockeren Moderation, ab und zu mit gemeindepolitischen Seitenhieben versetzt, die Lachmuskeln.

Bereits beim Eröffnungsmarsch «Battle Royal» zeigte sich: Das Motto «Füür und Flamme» kommt nicht von ungefähr. Nicht nur die dargebotenen Stücke hatten das Feuer in sich; auch die Musiker brennen für die Musik und ihren Verein. Konzertmeister Roland Wirz führte die Truppe souverän durch die durchwegs anspruchsvollen Titel des Programms. Erster Höhepunkt des Abends war der Song «Set fire to the rain» der englischen Pop-Ikone Adele. Virtuose Xylofon-Einsätze verliehen dem bekannten Hit die poppige Note und die Musikgesellschaft zeigte, dass sie sowohl leise als auch laute Töne beherrscht. Der nächste Höhepunkt folgte sogleich: Im Stück «Let me try again», bekannt geworden durch die Interpretation Frank Sinatras, brillierte Hornist Hans Holliger mit einem Solo, welches das Publikum sogleich ein zweites Mal hören wollte.

Auch Journalisten scheinen ihrem Klischee der verkörperten Seriosität nicht mehr ganz zu entsprechen. So war sich Moderator Velati nicht zu schade, den Trickfilm-Hit «Chicken Run» im passenden Hühnerkostüm anzukündigen. Mit einer musikalischen Attacke der «Killer-Posaunen», einem swingenden Mambo und dem Evergreen «Reet Petite» ging das musikalische Feuerwerk viel zu schnell zu Ende.

Leider war dies das letzte Konzert des Vereins unter der Leitung von Roland Wirz, der sich in Zukunft mehr Zeit für Aussermusikalisches nehmen möchte. Immerhin versprach er, dem Verein als Konzertbesucher treu zu bleiben.

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