Beinwil am See
Feuer zerstört Leuchtreklamen-Fabrik: «Extrem gigantische Rauchentwicklung mit riesigen Flammen»

Die Neon Bächli AG in Beinwil am See wurde ein Raub der Flammen. Der Sachschaden liegt bei einigen Hunderttausend Franken.

Ruth Steiner
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Vom Brandherd aus steigt eine riesige schwarze Rauchsäule in den Himmel.
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Das Fabrikgebäude des Leuchtreklamenherstellers Neon Bächli AG wird zerstört.
Brand in Beinwil am See am 16.09.2019
Rund 100 Feuerwehrleute sowie Polizei und Ambulanz waren im Einsatz.
Drei Personen mussten zur Kontrolle ins Spital gebracht werden.
Blick auf den Brandherd in Beinwil am See, von Seengen aus, aufgenommen um 19.43 Uhr.
Gegen 22 Uhr war das Feuer unter Kontrolle.

Vom Brandherd aus steigt eine riesige schwarze Rauchsäule in den Himmel.

TeleM1

Am Montagmorgen, als der Feuerwehr Beinwil am See das neue Brandlöschfahrzeug geliefert wurde, verschwendete Kommandant Sébastien Stoessel keinen Gedanken daran, dass er keine zwölf Stunden später ausrücken würde. Stoessel wurde vom Alarm um 19.30 Uhr überrascht, als er mit vier Feuerwehrleuten im Feuerwehrlokal Material von bisherigen aufs neue Fahrzeug umlud. «Es ist dann sehr schnell gegangen, als der Alarm losging», sagte er am Dienstagnachmittag.

Das Gebäude des Leuchtreklamenherstellers Neon Bächli AG an der Müseigenstrasse stand bereits in Flammen, als die Feuerwehr eintraf. «Es gab eine extrem gigantische Rauchentwicklung mit riesigen Flammen», so Stoessel. Die Löscharbeiten waren aufwändig. Die Feuerwehren Boniswil-Hallwil, Birrwil und Oberwynental eilten zu Hilfe. Während der ersten Nachthälfte standen über hundert Feuerwehrleute im Einsatz. Die Löscharbeiten dauerten laut Kommandant Stoessel bis kurz nach Mitternacht.

Aller Bemühungen zum Trotz: Die Halle konnte nicht mehr gerettet werden, ebenso wenig wie die Maschinen und Einrichtungen im Innern des Gebäudes. Dank raschem Handeln habe das Feuer nicht auf die Nachbarliegenschaften übergreifen können. Roland Pfister, Mediensprecher der Kantonspolizei Aargau, spricht von einem Sachschaden von Hunderttausenden von Franken.

Aufgrund der Rauchentwicklung mussten die Leute aus den Nachbarliegenschaften evakuiert werden. «Aus Sicherheitsgründen», betont Pfister. Ob dies wegen allenfalls im Gebäudeinnern gelagerten Materialien nötig war, will er nicht bestätigen. Was in der Halle aufbewahrt werde, müsse erst mit dem Besitzer geklärt werden. Zudem habe sich das Amt für Umwelt eingeschaltet.

Das Gebäude ist massiv beschädigt

Der Geschäftsführer und zwei Feuerwehrleute wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Spital eingeliefert. Laut Kapo-Sprecher Pfister hat es sich um eine ambulante Kontrolluntersuchung gehandelt, die Personen seien bereits entlassen.

Aufgrund der Nähe zu den Verkehrswegen und Stromleitungen musste der Verkehr durch das Seetal drei Stunden lang unterbrochen werden: Die Luzernerstrasse zwischen Beinwil am See und Mosen sowie die SBB-Bahnstrecke von Lenzburg nach Hochdorf wurden gesperrt.

Zur Brandursache sind noch keine Angaben erhältlich. Die Brandermittler haben am Dienstagmorgen die Arbeit vor Ort aufgenommen, erklärt Roland Pfister. «Der Zerstörungsgrad des Gebäudes ist massiv. Es wird schwierig sein, die Brandspuren zu ermitteln», sagt er. Die 1958 gegründete Neon Bächli AG stellt Lichtreklamen und Werbetafeln her.