Beinwil am See
Festlaune mit warmem Füdli – trotz Mitgliederschwund

Die reformierte Kirche feiert das 80-Jahr-Jubiläum mit einer frisch sanierten Kirche. Unter anderem wurde die Heizung unter die Bänke verlegt.

Nadja Rohner
Drucken
Teilen
Die reformierte Kirche Beinwil erstrahlt in neuem Glanz, am Sonntag wird die Renovation gefeiert. Sandra Ardizzone

Die reformierte Kirche Beinwil erstrahlt in neuem Glanz, am Sonntag wird die Renovation gefeiert. Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Gute Nachricht für die reformierten Kirchgänger in Beinwil am See: Künftig haben sie beim Beten ein warmes Füdli. Die Heizung, die sich bisher am Boden befand, ist nämlich unter die Sitzbänke verlegt worden.

Jubiläumsfeierlichkeiten:

Sonntag, 13. September, 9.30 Uhr, reformierte Kirche.

Diese Annehmlichkeit ist Teil der Renovation, die am kommenden Sonntag unter dem Motto «Schon alt und doch neu» gleichzeitig mit dem 80-jährigen Bestehen der Kirchgemeinde gefeiert wird.

Nebst der Heizung wurden laut Kirchenpflege-Vizepräsident Peter Eichenberger die Lichtanlage erneuert und der Glockenturm saniert. Die Glocken hat man um einen Viertel gedreht – das war notwendig, weil sich nach Jahren des Gebrauchs Ausbuchtungen an der Stelle gebildet hatten, wo der Klöppel aufschlägt.

Ausserdem schlagen die Glocken künftig nachts weniger oft. Gesteuert werden Glocken, Heizung und Licht künftig zentral von einer modernen Steuerungsanlage.

Das Budget für die Renovationen beläuft sich auf 1,2 Millionen Franken. Das Geld kommt aus dem Kirchgemeindekässeli, das «nun leer ist», sagt Peter Eichenberger. «Wir haben bei der Planung jeden Franken zweimal umgedreht und auf unnötige oder zu teure Massnahmen verzichtet.»

So wird zum Beispiel das grosse Kirchfenster nicht von aussen beleuchtet – aus finanziellen Gründen, aber auch, weil die Lichtverschmutzung ein Problem gewesen wäre.

Chrischona ist keine Konkurrenz

Zur Feier vom Sonntag sind auch andere Glaubensgemeinschaften eingeladen. Denn in Beinwil am See gibt es nicht nur eine katholische und eine reformierte Kirchgemeinde, sondern auch eine starke Chrischona-Gemeinschaft.

Nimmt man sich da nicht gegenseitig die «Schäfchen» weg? Peter Eichenberger winkt ab: «Wir sind keine Konkurrenten», betont er. «Im Gegenteil. Wir arbeiten gut mit den Leuten von Chrischona zusammen, deshalb sind sie auch zur Feier eingeladen.»

Die katholische Kirchgemeinde habe den Reformierten während der Kirchenrenovation unentgeltlich deren Räumlichkeiten für den Gottesdienst zur Verfügung gestellt. «Und ausserdem», sagt Eichenberger, «hämmer schlussendlich zoberscht obe de Gliich».

Peter Eichenberger macht aber keinen Hehl daraus, dass auch bei der Reformierten Kirchgemeinde Beinwil die Mitgliederzahlen «dramatisch nach unten gehen». Austreten könne man heutzutage ganz einfach online. Wenn die Steuerrechnungen in die Haushalte flattern, gebe es besonders viele Austritte.

Das schlägt sich im Budget der Kirchgemeinde nieder. «Die Infrastruktur kostet uns gleich viel wie vor 80 Jahren, aber wir müssen sie mit immer weniger Mitgliederbeiträgen finanzieren», sagt Eichenberger.

Die Kirchenpflege habe sich deshalb für die 2015 begonnene vierjährige Legislaturperiode vorgenommen, besonderen Wert auf die Mitgliederpflege zu legen, etwa mit speziellen Anlässen. Und siehe da: «In diesem Jahr haben wir bisher weniger Austritte als sonst. Ob Zufall oder nicht, kann ich nicht sagen.» Es gebe sogar eine Familie, die schon lange in Beinwil wohnt und nun angefragt habe, ob sie in die Kirche eintreten könne – «Das gab es auch schon lange nicht mehr.»

Aktuelle Nachrichten