Begonnen hat alles mit einem Unfall: Auf dem Weg zur Arbeit hinunter ins Dorf landete Hansruedi Bruder senior mit seinem blauen VW Käfer im Strassengraben. Er blieb heil, aber das Kultauto hatte einen Dachschaden. Den behob der damalige Betriebsmechaniker eigenhändig und unterstrich damit früh seine Affinität zu Autos.

Im Keller seines Wohnhauses baute Hansruedi Bruder weitsichtig einen Autoeinstellplatz ein. Hier reparierte er zuerst in der Freizeit Autos, ehe er 1966 seine Anstellung kündigte. Er wurde zum selbstständigen Unternehmer. Der Grundstein der Feldgarage war gelegt.

Am nächsten Wochenende feierte die Feldgarage mit zwei Tagen der offenen Tür das 50-Jahr-Jubiläum des Betriebes. Inzwischen ist die Feldgarage der idyllischen, aber bald zu kleinen Kellerwerkstatt entwachsen. Bereits 1972 wurde auf der andern Seite der Egliswilerstrasse ein erster Neubau mit Werkstätten, Tankstelle und Wohnungen erstellt.

«Wir sind sonst eher konservativ, doch beim Bauen sind wir grosszügig», sagt Heinz Bruder von der aktuellen Geschäftsleitung. Doch trotz Weitsicht expandierte der Familienbetrieb vor zehn Jahren weiter. Im zweiten Neubau sind Empfang, Ausstellungshalle, Waschcenter, weitere Arbeitsplätze und 7 Wohnungen untergebracht. Firmengründer Hansruedi Bruder-Sommerhalder erlebte die Einweihung nicht mehr, heute leiten seine Söhne Hansruedi junior und Heinz, sowie – als Vertreter der dritten Generation – Markus Bruder das Unternehmen, das mittlerweile 14 Personen beschäftigt.

Wie kann man sich in einer doch volatilen Branche ein halbes Jahrhundert behaupten? Das Führungstrio ist sich einig, dass grosser Einsatzwille ein Erfolgsgarant ist: «Wir sind fast immer für unsere Kundschaft da», so Heinz Bruder, Leiter Verkauf und Geschäftsführer. Zudem müsse man sich flexibel dem verändernden Markt anpassen, ergänzt Markus Bruder, Leiter Werkstatt und Kundendienst.

Wie viele andere KMU beobachten auch die Bruders, dass sich die Auflagen und Vorschriften in den letzten Jahren massiv vermehrt haben. «Natürlich wird bei uns eine fachgerechte Entsorgung gross geschrieben», hält Hansruedi Bruder, Leiter Carrosserie, Pannenhilfe und Ersatzteillager, fest.

Bewährte Unabhängigkeit

Während die Auflagen des Staates immer grösser werden, werten die Feldgarage-Verantwortlichen hoch ein, dass der Firmengründer schon Wert auf Unabhängigkeit gelegt hatte. Bis heute übernahm man nie eine offizielle Vertretung einer Automarke. Heinz Bruder bringts auf folgende Formel: «50 Jahre markenlos und glücklich.»

Und auch vor der Zukunft hat man keine Angst. Mit Stolz verweist man auf den «grossen Kundenstamm», der mit dem letzten Ausbauschritt und den dadurch besser präsentierten Autos noch gestiegen ist. Die sich andeutende Veränderung bei den Antriebsaggregaten betrachtet die Feldgarage-Crew höchstens als Herausforderung. «Der Mensch will auch in Zukunft unabhängig mobil bleiben», ist Heinz Bruder überzeugt. Ob angetrieben mit Benzin, Diesel oder Elektro.