Ammerswil

Fehlkonstruktion: Die neue Bushaltestelle ist eine Unfallfalle für ältere und gehbehinderte Personen

Fehlkonstruktion: Die neue Bushaltestelle in Ammerswil.

Fehlkonstruktion: Die neue Bushaltestelle in Ammerswil.

Die Bushaltestelle am Ammerswiler Dorfplatz sollte behindertengerecht sein, erhöht jedoch das Unfallrisiko.

Am Ammerswiler Dorfplatz befindet sich eine letztes Jahr eingeweihte, behindertengerechte Bushaltestelle. Diese hält jedoch nicht, was ihr Name verspricht, im Gegenteil. «Statt eines barrierefreien Zugangs zum Bus zu schaffen, ist das Unfallrisiko für gehbehinderte und ältere Personen sowie Eltern mit Kinderwagen massiv angestiegen», teilt die Gemeinde mit.

Damit auch Personen mit Rollator oder im Rollstuhl in den Bus einsteigen können, sollte der Abstand zwischen Haltekante und Bus maximal 70 Millimeter betragen. Wenn die Busse am Ammerswiler Dorfplatz halten, entstehen aber oft viel grössere Spaltenbreiten.

Der Ammerswiler Gemeinderat hat die «Regionalbus Lenzburg» (RBL) ersucht, endlich Besserung zu schaffen, wie die Gemeinde schreibt. «Die Situation ist auch für die RBL unbefriedigend», antwortet diese. «Nur wenn alles stimmt, und zentimetergenau angefahren wird, gelingt es, die vorgegebene Spaltenbreite von 70 Millimetern einzuhalten.» Die Haltestelle in der Dorfmitte von Ammerswil sei für die 80 Fahrerinnen und Fahrer und 25 Fahrzeuge eine Herausforderung, sagt RBL-Chef André Bossard auf Anfrage der AZ.

Weitere «kritische» Haltestellen im RBL-Gebiet

Besonders sei in Ammerswil, dass die Haltestelle in einer Kurve liege. Der vordere Teil des Busses ragt beim Anfahren über die Kante, damit der Bus anschliessend bündig zur Kante halten kann. «Dies muss sehr präzise gemacht werden, damit beim Überlappen der Bus oder die Kante nicht beschädigt werden», sagt Bossard. Die hohen Kanten für behindertengerechte Einstiege würden in der Regel nur bei Fahrbahnhaltestellen auf gerader Strecke funktionieren.

Für einen barrierefreien Einstieg werden Buskanten mit einer Höhe von bis zu 22 Zentimetern gebaut. Die RBL betreibt im Moment 30 behindertengerechte Haltestellen in ihrem Gebiet. Neben Ammerswil seien auch weitere Haltestellen «kritisch», schreibt die RBL. «Auf diesem Grund wurde ein Projekt aufgegleist, in dem eine externe Fachperson sämtliche behindertengerechte Haltestellen untersucht und prüft, in welchen Fällen bauliche Massnahmen notwendig sind, um die Situation zu verbessern», sagt André Bossard. Des Weiteren werde untersucht, wo zusätzlicher Schulungsbedarf bestehe. (jgl)

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