Lenzburg

FC erhält Kunstrasen früher als geplant – jetzt werden Millionen investiert

Der Hauptplatz der Sportanlage Wilmatten bleibt als Naturrasen bestehen.

Der Hauptplatz der Sportanlage Wilmatten bleibt als Naturrasen bestehen.

2,5 Millionen Franken sollen in Etappen bis 2026 in die Sanierung und Erneuerung der Sport- und Freizeitanlage Wilmatten fliessen. Dieser Betrag ist im Lenzburger Finanzplan 2019–2026 eingestellt. Der Einwohnerrat befindet in seiner kommenden Sitzung über die erste Tranche von 1,41 Millionen Franken.

Die Wilmatten ist ein beliebtes Naherholungsgebiet am südlichen Stadtende Lenzburgs. Entlang des Aabachs wird spaziert, Hunde werden Gassi geführt. In der Sport- und Freizeitanlage wird Freizeit- und Schulsport betrieben, der Elternverein führt einen betreuten Spielplatz für Kinder, Jung und Alt vergnügt sich im Schwimmbad, es wird Tennis, Unihockey und vor allem Fussball gespielt.

Nun ist die Sportanlage in die Jahre gekommen. «Nach 50 Betriebsjahren darf der Zustand der Gesamtanlage Sportplatz Wilmatten als nicht mehr zeitgemäss bezeichnet werden», hält der Stadtrat fest. Seit längerem steht deren Sanierung auf der städtischen «Wunschliste», doch wurde das Projekt in den vergangenen Jahren stets anderen Prioritäten geopfert und im Finanzplan immer wieder herausgeschoben. Doch jetzt wird die Erneuerung der Sportanlage mit Dringlichkeit behandelt. Im Vordergrund steht dabei die Sanierung des Trainingsfeldes Süd (Platz 2). Dort ist der Einbau eines Kunstrasenfeldes vorgesehen. Ausserdem wird der Geräteunterstand instand gesetzt und eine neue Platzbeleuchtung installiert. Die Kostenschätzung beträgt 1,35 Millionen Franken. Auf der Traktandenliste der nächsten Einwohnerratssitzung steht ein Verpflichtungskredit von 1,41 Millionen Franken. In diesem Betrag enthalten ist zudem ein Beitrag von 60'000 Franken an den Tennisclub. Dieser plant die Umrüstung der Platzbeleuchtung auf LED.

Intensivere Nutzung möglich

Seit 1969 ist die «Wilmatten» die Heimat des Fussballklubs Lenzburg. In den vergangenen Jahren ist der FC stetig gewachsen. Fussballspielen erfreut sich bei der Jugend grosser Beliebtheit, die Juniorenabteilung wurde ausgebaut. Mit 24 Mannschaften und rund 500 Mitgliedern zählt der FC Lenzburg aktuell zu einem der grössten Vereine in der Region. Die 1. Mannschaft spielt in der 2. Liga regio.

Schon seit einigen Jahren liebäugelt der FC mit einem Kunstrasen. Bedingt durch die wachsende Zahl an Teams wird mittlerweile täglich während mehreren Stunden auf den bestehenden Fussballfeldern gespielt. Mit der Folge, dass der bestehende Naturrasen stark in Mitleidenschaft gezogen wird. Ist eine Rasenfläche beschädigt, ist das Feld während längerer Zeit nicht bespielbar und muss gesperrt werden. Dadurch war FC in der Vergangenheit gezwungen, seine Trainings auf den Kunstrasenplätzen in Gränichen und Frick durchzuführen – mit Kostenfolgen für die Benutzung. Mit dem Kunstrasen könnte dies umgangen werden: Dieser ist jederzeit unbeschränkt bespielbar.

Zum Kosten- Nutzenvergleich der beiden Rasensysteme hält der Stadtrat fest, dass sich die finanziellen Vor- und Nachteile beider Rasenarten in etwa die Waage halten. «Die Investitionskosten für ein Kunstrasenfeld sind höher als bei einem Naturrasen, doch ist dessen Unterhalt bedeutend aufwendiger als ein Kunstrasen», heisst es in der Botschaft. Und der Stadtrat kommt zum Schluss: «Der wesentliche Vorteil eines Kunstrasens gegenüber einem herkömmlichen Naturrasen besteht somit in der intensiven Nutzungsmöglichkeit.»

Nachbar Staufen prüft Beteiligung

Der Kanton ist bereit, das Sanierungsvorhaben aus dem Swisslos-Fonds mit rund 250'000 Franken zu unterstützen. Zudem wurde Nachbar Staufen eingeladen, sich an den Kosten zu beteiligen. Staufen habe signalisiert für die nächste Gemeindeversammlung eine Kreditvorlage vorzubreiten. Bei der Stadt heisst es auf Anfrage, ein allfälliger Kostenbeitrag der Nachbargemeinde wäre jedoch nicht auf den Fussball bezogen, sondern auf die Gesamtsanierung der Freizeitanlage inklusive Schwimmbad. Dort muss die Folie des Hauptbeckens ersetzt werden.

Die Freizeit- und Sportanlage Wilmatten erfüllt in Lenzburg eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, schreibt der Stadtrat. Eine adäquate Infrastruktur sei für deren Fortbestand umso bedeutungsvoller. Die zeitliche Vorverschiebung des Projekts hatte Finanzministerin Franziska Möhl vor einigen Monaten als «Zeichen gegenüber den vielen sportbegeisterten Menschen in Lenzburg» kommentiert. Der neue Kunstrasen soll nach Bewilligung durch den Einwohnerrat umgehend in Angriff genommen und von Juli bis Oktober 2019 realisiert werden.

Die anstehende Gesamterneuerung ist die erste Grossinvestition in der 50-jährigen Geschichte der Anlage. 1997 hatte der Souverän einen Kredit von 477'000 Franken für den Bau eines dritten Trainingsfeldes mit 49,5 Prozent abgelehnt. Vier Jahre später hatte der Einwohnerrat eine Sanierung der Sportplatzbeleuchtung für 315'000 Franken bewilligt.

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